The Other Lamb
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4,5
Veröffentlicht am 7. Mai 2026
Ein Film, der die Zuschauerschaft spaltet. Die einigen sehen einen langweiligen Waldfilm ohne Handlung, die anderen sehen eine abgründige Parabel auf Religion, blinde Sektenfolgschaft oder gar toxische Männlichkeit. Ich räume ein, dass man sich auf die gewöhnungsbedürftige Erzählweise des Films erst einmal einlassen können muss. Und der Film macht einem den Zugang wahrlich nicht leicht, passiert doch auf der vordergründigen Handlungsebene nicht allzu viel. Dabei ist es im Grunde genau das, was nicht gezeigt wird, was uns den Weg zur Erschließung dieses Kunstwerks, liefert.

Wir erfahren nicht sehr viel über die Hintergründe dieser seltsamen Gemeinschaft, die bis auf den Anführer nur aus Frauen besteht. Es gibt ein paar Andeutungen, wie die Frauen dort hingekommen sind, insbesondere die Erinnerungen Selahs, die im Zentrum der Erzählung steht, liefern einige Hinweise. Auch über die inneren Strukturen bekommen wir keine klaren Auskünfte, es gibt auch hierzu nur Andeutungen. Auffällig ist jedoch die Aufteilung der Frauen in „Ehefrauen“ und „Töchter“, die sich auch in der Farbe ihrer Kleidung zeigt. Dabei tragen die Frauen eine uniforme, sehr weite Tracht, die sie sowohl ihrer Individualität als Person als auch ihrer Weiblichkeit beraubt. Die Mädchen müssen an der Schwelle zur „Ehefrau“ (was durch das erste Einsetzen der Menstruationsblutung markiert wird) ein seltsames, archaisches Ritual durchlaufen, das mutet alles sehr skurril an.

Manch einen mag das nerven, ich empfinde es als eine große Stärke, dass der Film keine klaren Antworten gibt, daher lässt er viel Raum für eigene Gedanken und eigene Interpretationen und erfordert vor allem auch eine aktive Auseinandersetzung und Diskussion nach dem Abspann. Immerhin nimmt das Geschehen zum Ende hin eine heftige Wendung, die eben durch Selah und ihre Entwicklung zur Frau losgetreten wird. Somit ist der Film auch eine Art Coming-of-Age-Story. Und durch diese ganze abgründige, pervertierte Gesellschaft, in die der „Hirte“ da die Frauen und Mädchen hält, vor allem in Hinblick auf die ganzen nicht ausgesprochenen Implikationen, ist „The Other Lamb“ in erster Linie auch ein echter, wahrlich schauriger Horrorfilm.

FAZIT: Schwer zugängliches, aber auch inhaltlich sehr schweres Kunstwerk. Für mich eines der Highlights des Jahres, ein Film, über den man noch lange nachdenken und diskutieren kann. Stark!
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