The Creator
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FILMGENUSS
FILMGENUSS

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3,0
Veröffentlicht am 8. Oktober 2023
DIE TRÄNEN DER ANDROIDEN

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, in allen Zeitungen und, weil es so einfach geht, auf sehr vielen elektronischen Geräten. Als App, die sich ungeniert der lizenzfreien Datenaneignung hingibt, um mehr zu wissen als der User mit seinen unzureichend ausformulierten Prompts. Künstliche Intelligenz treibt uns alle um, macht Angst und schafft gleichermaßen Freizeit, wenn die Dinge an die Technik delegiert werden können. Dafür sind KIs schließlich da, und nicht dafür, sich als neue Spezies zu etablieren, auf einem Planeten, der ohnehin schon kaum mehr Ressourcen hat. Gareth Edwards, Held der Star Wars-Franchise und Virtuose im Schaffen von Bildern, die das Phantastische in natürliche Settings integrieren, hätte sein Roboterdrama nicht punktgenauer ins Kino bringen können. The Creator gibt sich schließlich der großen Frage hin, was wohl aus unserer Welt werden könnte, wenn künstliche Intelligenz mit eigenem Bewusstsein auf ein Daseinsrecht pocht und zum Teil einer rätselhaften Evolution wird, die Homo sapiens immer mehr den Rang abläuft.

Das sind prinzipiell mal, ohne viel nachzudenken, interessante Überlegungen. In einem schönen Film, der an die postmodernen (ich will nicht sagen: postapokalyptischen) Welten eines Simon Stålenhag (The Electric Dreams) erinnert. Bizarrer architektonischer High-Tech-Gigantismus zwischen naturbelassenen Landschaften überwiegend der asiatischen Hemisphäre – alles getaucht in mal zu-, mal abnehmendes Tageslicht; mal grobkörnig, mal leicht verwaschen. Es ist, als wären diese Gebilde wirklich da. Es ist, als wären diese Androiden, Simulants genannt, mit dem täuschend echten Antlitz diverser Gesichts-Sponsoren niemals weggewesen. Betrachtet man sie im Profil, erkennt man sie leicht an diesem Hohlraum zwischen Kiefer und Wirbelsäule, die eigentlich gar nicht mehr vorhanden ist. Diese Androiden könnten die Vorstufe zu den Replikanten sein, mit welchen sich der Blade Runner zeitlich eigentlich früher, aber angepasst an The Creator viele Jahrzehnte später herumschlagen wird. Bei Gareth Edwards ist es das Jahr 2065. KI in jedweder Form hat bei den Westmächten längst seine Chance verspielt, nochmal groß rauszukommen. Aufgrund eines nicht näher definierten atomaren Zwischenfalls, welcher die Zerstörung von Los Angeles zur Folge hatte, ist in den USA der Geist aus dem Computer persona non grata – anders als im Osten, denn dort ist die Koexistenz zwischen Mensch und Maschine zum wahrgewordenen Wunschtraum eines John Connor geworden, der sich in der Welt des Terminators mit einer ganz anders gearteten, menschenfeindlichen KI namens Skynet herumschlagen musste. Im Osten schließlich wäre alles eitel Wonne und selbst Androiden würden den Weltreligionen wie dem Buddhismus folgen, würden sich die Westmächte nicht, was plausibel scheint, als Weltpolizei aufspielen und dem Fortschritt dank einer monströsen, im Orbit stationierten Waffe namens Nomad, den Krieg erklären. In diesem Tauziehen zwischen Ost und West sucht ein amerikanischer Ex-Agent namens Joshua Taylor (John David Washington) seine bei einem Anschlag vermeintlich draufgegangene Geliebte, die Teil eines Rebellenrings rund um den KI-Entwickler Nirmata gewesen ist und von Joshuas Doppelleben nichts wusste. Im Zuge seiner Bestrebungen fällt ihm auch noch die Roboter-Superwaffe Alpha O in die Hände – ein junges Androidenmädchen, das womöglich weiß, wo Joshuas Geliebte steckt, und wo auch Nirmata zu finden ist, dem alle habhaft werden wollen.

Die abenteuerliche Odyssee quer durch eine atemberaubend arrangierte Zukunft mit Robotern und Vehikeln, die frappant an Star Wars und eben Rogue One – A Star Wars Story erinnern, ist eine Sache. Die andere ist Gareth Edwards‘ und Chris Weitz‘ erschreckend naiver Zugang zur Materie. The Creator ist ein Film, der vor allem den Filmemachern gefällt, der sich selbst gefällt und, um diese Harmonie aus Natur und High-Tech nicht zu stören, allerlei Kompromisse für seinen Plot einzugehen bereit ist. Alles soll gut ins Konzept passen, passt aber nicht zu dieser übergeordneten Vision einer – ich sag‘s mal so – völlig unmöglichen Zukunft, die an so vielen Ecken und Enden so viele Fragen aufwirft, das man gar nicht mal anfangen will, diese – zumindest mal für sich selbst– zu beantworten.

Das fängt allein schon damit an, dass The Creator völlig ignoriert, dass die Welt, in der wir womöglich leben werden, sowohl an Überbevölkerung als auch unter Ressourcenknappheit leidet. Ist sowieso schon alles dicht gedrängt und die Existenz am Kippen, braucht es zu allem Überfluss Maschinenmenschen, die uns ersetzen. Diese zu bauen, kostet Geld. Wer finanziert das? Wieviel kostet ein Android? Können sich diese bereits selbst herstellen? Was sollen diese Streifzüge durch heruntergekommene Fabrikhallen, an denen „echte“ Menschen werkeln, während das, was vom Fließband steigt, das Nonplusultra eines High-Tech-Endprodukts darstellt?

Nichts ist in einer Welt wie dieser umsonst. Womit zahlen Androiden ihren Strom, den sie abzapfen? Menschliche Profitgier ist plötzlich kein Thema mehr, Landfraß nicht der Rede wert. Wo Gareth Edwards hinblickt, führen Androiden-Bauern ihre Wasserbüffel übers Feld. Hinken Androiden, nur weil sie die Gesichter alter Menschen haben, den lehmigen Dorfweg entlang. Menschenleere Strände, Inseln in der Andamenensee, idyllische Ja natürlich!-Wirtschaft inmitten eines Techno-Krieges? Das ist Kitsch, der ohne Kontext vielleicht funtkionieren würde. Die Welt dieser Zukunft seufzt in entrückter Melancholie vor lauter Science-Fiction-Romantik, als wäre Caspar David Friedrich im Roboterzeitalter wiedergeboren. Nur passt diese pittoreske Fiktion nirgendwohin, sie ist die gefällige Momentvorstellung eines Visionärs, der schöne Bilder liebt, schluchzende KI-Kinder und letzte Küsse vor dem Supergau, wie Felicity Jones und Diego Luna, kurz bevor der Todesstern den Palmenplaneten Scarif in Schutt und Asche verwandeln wird.

The Creator ist ein Bilderbuch aus einer irrealen Zukunft. Eines, das man gerne durchblättert, wovon man aber die rundum verfasste Geschichte nicht unbedingt mitlesen muss, denn dann könnte man Gefahr laufen, festzustellen, dass Edwards Film in ereiferndem Glauben an das Erstarken künstlicher Lebensformen dem Fortschritt der KI Tür und Tor öffnen will. Eine Conclusio, die mir nicht ganz schmeckt.
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Frriday
Frriday

10 Follower 73 Kritiken User folgen

1,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2024
Meine Vorkritiker haben schon alles geschrieben, der Film ist optisch gigantisch, aber das Drehbuch muss der Augsburger Puppenkiste entsprungen sein. Es war für mich sehr schwer eine Bindung zur Story aufzubauen, zumal der Film vor Logikfehler nur so strotzt. Auch der Cast kann kaum überzeugen. Schade, da war mehr drin.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 29. September 2023
The Creator sticht aus der SciFi-Masse hervor - und darüber spielen nur noch die Elite und persönliche Top-Favoriten. Freigegeben ab 12, hier wird also sicher nicht auf Gewaltdarstellung gesetzt. Die Zeit ist 2065 plus ein paar Jahre. Wie in dieser Zukunft Menschen (in Asien) allgemein ihrer A.I. bzw. dem Hightechschrott hinterherheulen ist… emotionale Fiction. Die Wandlung der menschlichen Hauptfigur im wesentlichen A.I.-Punkt wirkt annehmbar bzw. glaubwürdig genug. Das Können der Über-A.I. ist ein Wunder / Mumpitz der Art wie es in dem Genre schon vielen gab - nicht unbedingt ein Minus, doch bei mir kam hier eindeutig nicht alles einfach akzeptabel an. Der Look ist dagegen unangreifbar, bietet einiges fürs Auge, inklusive Spektakulärem. Auf einer Riesenleinwand fallen die Effekte nicht auf, auch nicht, wo klar ist, dass man cgi vor Augen hat. Die mehr als zwei Stunden Laufzeit sind mit Inhalt gefüllt, der die Zeit wert ist. Man vergleiche den Mittelteil mit dem Füllmaterial von Indiana Jones 5 in dem Bereich. Sogar ein spoiler: Affe
ist so schlau wie die A.I. - bester Gag des Jahres in einer Nicht-Komödie?!
Den schwächsten Teil sah ich eindeutig mit dem Schlussteil, doch nicht mal das inkl. dem etwas spoiler: schmalzig-käsigen Ende
haben alles in allem groß geschadet, weil das Szenario in der Zeit immer noch mehr drauf hat und bietet als… Die Liste 2023er-Filme will hier niemand sehen, also nur z.B. spoiler: Oppenheimer.


Würde mich nicht wundern, wenn es ein alternatives Ende gibt. Nur damit das hier etwas besser ist: Der geteilte Dune-Film wird mit seinem leblos-kruden ersten Teil insgesamt mit The Creator nie mehr mithalten können.
4.4/5
Andreas Witte
Andreas Witte

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1,0
Veröffentlicht am 10. Oktober 2023
Unsinniger Film mit logikfreier Handlung und schlechten Dialogen. Wer im Kino gern einschlafen möchte, ist hier richtig.
Mi Sch
Mi Sch

2 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 14. Oktober 2023
Tolle Bilder, sehr gute Action, super Schauspieler. Das man im Endeffekt emotional auf die Seite der KI gezogen wird und die bösen Amis auf die Mütze bekommen, liegt wohl im Trend 
Die Locations wurden nachträglich bearbeitet und sehen wirklich toll aus, die Roboter dagegen manchmal wie Blechdosen...aber was soll's...
ich wurde durch den Film sehr gut unterhalten und das will man ja, wenn man ins Kino geht.
Er kommt nicht an Blade Runner 2049 + Original in seiner Tiefe und auch nicht an Dune in seiner Coolness heran aber ist für sich gesehen ist es ein wirklich guter Science Fiction der einen neben der ganzen Action doch mal kritisch über das Thema KI nachdenken lässt.
Stefan Kuhn
Stefan Kuhn

1 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 1. Oktober 2023
kein Tiefgang.. sehr flache Story.. der Film ist so vorhersehbar und plätschert vor sich hin.. mit Explosionen kann man eben nicht alles wettmachen..
@Filmstarts.. 4,5?! da gab's wohl ordentlich Werbebudget..
Gaia Seraphina
Gaia Seraphina

13 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 1. Oktober 2023
Bei "The Creator" handelt es sich um ein satirisches Science-Fiction Drama und eine Cyberpunk-Dystopie, sowie einen Kriegsfilm.

Die Story weist Erzähl-Elemente von Anime-Filmen wie "Ghost in the Shell" und "Armitage III" auf, sowie Realfilmen wie "Avatar", "Blade Runner" und "Elysium"... sowie der genrefremden Actionkomödie "Auf der Suche nach dem Goldenen Kind".

Die Handlung ist emotional packend und sozialkritisch. Nicht von ungefähr erinnern viele der Kampfszenen an die Schlachten aus dem Vietnamkrieg.
Die Gegner sind hierbei der KI-feindliche Westen ( allen voran US-Amerika ), der jegliche Cyborgs und Androiden nach einem desaströsen Zwischenfall verbot .... und Neu Asien ( ein Zusammenschluss vieler ostasiatischer Länder ), welche KI nicht nur vielerorts herstellen, sondern diese auch noch voll in die Gesellschaft eingliedern.
Dabei versucht das US-Militär mit ihrer Superwaffen-Raumstation sämtliche solcher versteckten Labore auf asiatischem Gebiet zu vernichten.

Man kommt nicht umhin in diesem Film einen Hauch ( oder eher einen kräftigen Windstoss ) von Anti-Amerikanismus zu bemerken, da die USA hier rücksichtslos und despotisch als ein Militärstaat ihre Interessen durchzusetzen versucht ( wobei eine der Szenen ziemlich kurios daherkommt, wenn ein Soldat einen Hundewelpen als Geisel nimmt und mit der Waffe bedroht, um ein Dorfkind zum Reden zu zwingen ). Auch wenn es natürlich auch jede andere Supermacht sein könnte.
Immerhin ist der Protagonist selbst ein Amerikaner.
Auf der anderen Seite steht dann die östliche Philosophie und Ethik, die sehr weltoffen und freiheitsliebend erscheint. Aber auch politisch eher dezentralisiert. Das Gegenteil einer Supermacht.

Auch wird hier die Thematik des kindlichen Erlösers und des bekehrten Beschützers wieder aufgegriffen.
Der Film setzt hier ebenso auf diverse Rückblicke/Erinnerungen, welche etwas Licht in die Erzählung bringen sollen.
Ein Kernpunkt der Geschichte ist die Xenophobie als Teil der menschlichen Natur. Hier ist diese gegen die KI gerichtet. Sie veranschaulicht wie der Mensch allem Anderen ausser seiner eigenen Spezies komplexe Gefühle oder gar Beseeltheit abzusprechen versucht.
Damit versucht der Film Toleranz gegenüber Andersartigen als erstrebenswert zu erachten.

Was mir an diesem Film sehr gut gefiel, war zudem die grösstenteils Unvorhersehbarkeit des Schicksals der Charaktere. Auch wenn man das Ende im Allgemeinen grob einschätzen kann.

Das Worldbuilding ist interessant.
Obwohl ich bezweifle, daß es 2070 bereits zu solchen drastischen optischen und technischen Veränderungen kommen könnte.
Mondkolonien, zu den man reisen kann und all die ausschliesslich futuristschen Gebäude. Da hätte man lieber nochmal hundert Jährchen dazutun sollen, um es glaubwürdiger zu gestalten ( diesen Fehler machten bereits viele Sci-Fi  Filme der letzten Dekaden - zu voreiliger Fortschritt ).

Visuell ist der Film, wie nicht anders zu erwarten war, einfach bombastisch.
Die Kulissen sowie Ausstattung schwanken zwischen futuristisch und traditionell. Was den Kontrast zwischen den beiden gegnerischen Völkern noch bildlich verstärkt.
Das Design der Roboter ist divers. Von droidenartig bis zu menschengleich ( mit mechanisch geformter Nackenpartie und seltsam riesigen, transparenten Ohrlöchern, durch welche man durch den Kopf hindurchschauen kann ).

Alles in Allem halte ich diesen Film für einen der mitreissendsten Sci-Fi Filme über die Künstliche Intelligenz, die es jeh gab.
"Blade Runner" und "Matrix" bekommen ein neues Geschwisterkind.
Er spricht sowohl die allgemeinen Genrefans an, als auch jene mit etwas philosophischem Anspruchsbedarf ( wobei der Film diesbezüglich nicht ZU hardcore-mässig ist und damit immer noch massentauglich ).
Der Regisseur von "Star Wars - Rogue One" hat sich selbst übertroffen.

Definitiv sehenswert! 
Jan H
Jan H

18 Follower 113 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 8. November 2024
Optisch sehr überzeugende Science Fiction - irgendwie eine Mischung aus „District 9“, „Star Wars“ und „Apocalypse Now“ - mit guten DarstellerInnen und einem stimmungsvollen Soundtrack. Danach hört das Lob aber auf. Leider bekam ich keinen richtigen emotionalen Zugang zu den Hauptfiguren, am Ende wurde es sogar fremdschämend kitschig.

Und es bleiben ein paar Fragen. Was macht KI in dem Film eigentlich aus? Was sind ihre besonderen Fähigkeiten? Eigentlich ist KI überhaupt kein richtiges Thema in dem Film. Warum kämpfen Roboter auf beiden Seiten? Warum humpeln sie, nur weil sie aus alten menschlichen Vorbildern bestehen? Warum befindet sich die wichtigste Waffe der KI in einem Riesen-Safe, dessen Sicherung man ganz einfach umgehen kann? Warum werden ihre Kräfte im Film völlig willkürlich eingesetzt? Etc pp …

Ich hätte mir eine etwas weniger belanglosere und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht. Dann wäre er mir wahrscheinlich auch nicht überlang vorgekommen.
Sajo1911
Sajo1911

6 Follower 196 Kritiken User folgen

1,5
Veröffentlicht am 28. April 2024
Wie konnte diese schwachsinnige Film so lange im Kino laufen? Sogar für ein Science-Fiction Film ist er zu unrealistisch,absurd und völlig daneben. Die Geschichte ergibt überhaupt keinen Sinn. Wieso hab ich den zu Ende geschaut ,frage ich mich gerade völlig schockiert???
Domus Aurea
Domus Aurea

1 Kritiken User folgen

0,5
Veröffentlicht am 29. September 2023
Die Menschen sind im Film böse, Roboter und KIs die edlen Helden. Ein Kind wird pränatal zum Cyborg. Esoterischer Kitsch ohne Spannung.
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