Strange Dreams
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No Use For A Name
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4,5
Veröffentlicht am 2. Dezember 2025
Ein wahnwitziger, hypnotischer Trip hinein in die Abgründe des Schlafens und Träumens. Die vordergründige Story um ein Mädchen mit Schlafstörungen und einer dubiosen Schlafstudie, bei der die Probanden irgendwie gar nichts über die Studie und deren Messvariablen wissen dürfen, dient lediglich als Intro-Sequenz, um den Einstieg zu vereinfachen. Denn was da zu Beginn noch alles kohärent und stringent erzählt wird, zerfällt im weiteren Verlauf immer mehr in seine Einzelteile. Wenn zunächst noch Traum und Wachzustand klar voneinander abgegrenzt sind, verschwimmt diese Grenze zusehends und wird schließlich komplett aufgelöst. Und so wie die Bilder und Szenerien, so scheint auch die Protagonistin Sarah immer mehr zu zerfallen.

Präsentiert wird das Ganze in unheimlich stylishen, wabernden Bildern, unterlegt mit einem sphärisch-hypnotischen Soundteppich. Hinzu kommen zunehmend verwirrende Traumsequenzen, die grobkörnig auf flimmernden Bildschirmen wie in den 80er Jahren vermittelt werden. Dabei sind manche dieser Szenerien wahrlich unheimlich und beängstigend. Überhaupt wird schon von Beginn an eine düstere, melancholische und sehr bedrohliche Atmosphäre etabliert, ohne, dass man das so genau fassen kann. So wie der Jumpscare, von dem man genau weiß, dass er gleich kommt und sich dann doch erschreckt. Und das ist schon eine beachtliche Leistung, was Regisseur Anthony Scott Burns (der auch das Drehbuch geschrieben hat) hier präsentiert. Geradezu leichtfüßig changiert er hier mit farbentsättigten Bildern, hypnotischen Soundkulissen und einer ebenso starken wie verletzlichen Hauptdarstellerin. Das alles verwoben zu einem wahnwitzigen Albtraumtrip – ich bin jedenfalls schwer beeindruckt.

So faszinierend und furios der Film die 105 Minuten auch dahinflickert, umso enttäuschender ist am Ende die Auflösung, die dann doch ziemlich lieblos und plump erscheint. Aber vielleicht schürt da der Film auch falsche Hoffnungen, wird man als Zuschauer doch ein ums andere Mal an der Nase herumgeführt, wenn der Film unerwartete Wendungen einschlägt und so manche Szene zunächst so gar keinen Sinn zu ergeben scheint. Da erwartet man dann irgendwie eine großartige, intellektuelle oder philosophische Auflösung, die alles bis dahin Gesehene in einen übergreifenden Sinnzusammenhang stellt. In gewisser Weise tut dies das Ende auch, aber es kommt vielleicht zu abrupt und wird nicht konsequent hergeleitet oder irgendwie vorbereitet, sondern ist einfach da. Und dann auch nur als einfache Texttafel. Das ist dann schon ein wenig enttäuschend.

FAZIT: Unfassbar furios inszenierter fiebrig-flickernder Psycho-Alptraum, der dank eines großartigen Scores und einer eigenwillig überzeugenden intensiven Bildsprache eine unheimliche und bedrohliche Atmosphäre erzeugt, die sich die ganze Länge des Films selbst trägt. Das Ende ist etwas zu abrupt und trübt den Gesamteindruck, insgesamt ist der Film aber absolut sehenswert!
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