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1,0
Veröffentlicht am 15. September 2025
Eieieiei.... psychisch kranke Kinder in Filmen sind immer eine ganz heikle Angelegenheit. Es geht um die Gratwanderung zwischen medizinisch korrekter Darstellung der Störung und gewisser künstlerischer Freiheiten, wenn es der Dramaturgie dient und das dann auch, ohne das Kind oder die Störung der Lächerlichkeit preiszugeben. Zudem ist es als Zuschauer oftmals ziemlich anstrengend anzuschauen, wenn die Beeinträchtigung zu explizit gezeigt und zu sehr in den Vordergrund gestellt wird. Nicht vielen Filmen gelingt dieser Spagat. Tja, und dann brauchst du eben auch einen Kinderschauspieler, der diese Thematik glaubhaft transportieren kann.
So und so hat auch dieser Film hier mit der oben beschriebenen Thematik seine Probleme. Der Junge hier soll Autist sein, daher kann er sich seiner Umwelt nur mit einer Handy-App mitteien. Ja, okay, wirkt schonmal sehr konstruiert, könnte man gerade noch so akzeptieren. Wenn dann aber im weiteren Verlauf die innere Zerissenheit oder auch nur basale Emotionen wie Angst oder Wut gezeigt werden sollen, zeigen sich die offensichtlichen Unzulänglichkeiten von Azhy Robertson. Ich möchte meinen, dass er mich eigentlich in keiner einzigen Szene wirklich überzeugt hat, was deswegen schwierig ist, weil der Regisseur seinen ganzen Film um ihn herum konstruiert hat. Und wenn er dann aufgrund schauspielerischer Mängel keine Emotionen beim Zuschauer hervorrufen kann, funktioniert der ganze Film nicht. Denn außer mit großen Augen starr zu schauen und schwer zu atmen, zeigt er hier nicht viel. Zwischen ihm und einem Haley Joel Osment beispielsweise in "Sixth Sense" oder "." liegen schlicht Welten.
Hach, lange Rede, kurzer Sinn. Mich konnte der Film zu keinem Zeitpunkt wirklich abholen, tatsächlich hat mich dieser Oliver die meiste Zeit ziemlich genervt. Das ist deswegen ein bisschen schade, da es ansonsten handwerklich wenig zu bemängeln gibt - außer vielleicht die anderen Kinderschauspieler... Nachdem ich aber nie wirklich mit diesem Oliver relaten konnte, hat der ganze Film für mich nicht mehr funktioniert. Etwas mehr Feingefühl bei der Auswahl des Casts oder ein Drehbuch, das seinen Kinderprotagonisten nicht so arg in den Vordergrund stellt, hätten den Film vielleicht retten können. So bleibt am Ende eine grandios verpasste Chance und ein ziemlich verkorkstes Endprodukt.