Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery
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David Willson
David Willson

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4,0
Veröffentlicht am 3. Dezember 2025
Der Priester Jud bekommt eine zweite Chance als Vikariat bei einem etwas ungewöhnlichen Monsegnieur Wicks in einem offensichtlich eingeschlafenen aussterbenden Dorf. Der Wick entpuppt sich als schwer verbitterten Priester der nur die Hölle und göttliche Rache predigt und der Jud will diesen Verbrecher widerstehen.
Wenn der Wicks aber nicht nur unerwartet am Ostersonntag ermordet wird, aber auch ein paar Tage nach der Beerdigung aus der Familien Krypta wieder aufersteht, eine ungewöhnliche Krimi wird entfaltet und das ganze Dorf eins nach dem anderen inkriminiert wird.
Daniel Craig spielt einen etwas spießigen Privatdetektivin, Josh O'Connor stellt einen sehr sympathischen jungen Priester vor, und Glenn Close die unglaubliche Küsterin / das Mädchen für alles in der kleinen Gemeinde.
Sehr unterhaltsam, gute Spannung und viele interessante Hinweise stellen fast alle unter Verdacht wie man sich so bei einer klassischen Krimi wünscht.
Kinobengel
Kinobengel

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4,0
Veröffentlicht am 30. November 2025
DER HERRGOTT SIEHT ALLES


USA: Wegen einer Disziplinlosigkeit wird Priester Jud Duplenticy (Josh O’Connor) in eine Gemeinde versetzt, in der die Kirchgänger allmählich weniger werden. Die Ursache hierfür ist das Verhalten von Monsignore Jefferson Wicks (Josh Brolin), der in seinen Predigten einen sehr direkten Ton anschlägt. Es braucht nicht lange, bis der eigentlich gutmütige Jud ein Mordmotiv entwickelt.

Ich habe „Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery” in München am Samstag nach dem Filmstart zur Primetime geschaut. Das Kino war zu Lasten des Betreibers leider schlecht besucht. Das mag daran liegen, dass die Netflix-Produktion offensichtlich nur seine zwei Pflichtwochen für die Oscarverleihung absolvieren soll und in Kürze zu streamen ist. Du sollst nicht töten!

Rian Johnson („Looper“, 2012) lässt nichts anbrennen. Er setzt auf das bewährte Team aus Kameramann Steve Yedlin und Editor Bob Ducsay, während das Drehbuch wie bei den 2 Episoden zuvor aus seiner Feder kommt. Wie nicht anders zu erwarten war, ist daraus eine Verneigung vor Agatha Christie geworden, verschnitten mit der modernen Machart des heutigen Films und dem eigenen, zurückhaltenden Humor des US-amerikanischen Filmemachers.

Bevor eine Leiche auftaucht, vergeht fast die Zeit eines deutschen TV-Vorabendkrimis. Die Vorstellung der durchweg ambivalenten Charaktere von Opfer bis zu den nicht gerade wenigen Verdächtigen ist inklusive der letalen, emotionalen Eskalation ein Zeitfresser, jedoch ein äußerst unterhaltsamer. Oder war die Tat etwa minutiös geplant?

Meisterdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) erscheint in einem „überarbeiteten“ Äußeren. Wer jetzt noch an James Bond denkt, ist selbst schuld. Nach Art des berühmten Hercules Poirot forscht Blanc selbstsicher, intelligent, ein bisschen arrogant, auch mal verzweifelt bis machtlos in der erfreulich verzwickt gestalteten Whodunit-Story, die ihn sowie das Publikum beschäftigt. Doch der Ermittler, zeitweise in mehr oder weniger kooperativer Begleitung der energischen Polizistin Geraldine Scott (Mila Kunis), hat in dem auch sonst starbesetzten Film nicht die größte Leinwandpräsenz, denn die fällt auf Jud Duplenticy. Es ist ein richtiger Hingucker, mit welcher Brillanz Josh O’Connor seine Rolle umsetzt. Das ist sogar erforderlich, denn der von Amts wegen nächstenliebende Jud hat dunkle Flecken in seiner Vergangenheit.

Einiges an den Rätselaktion ist vorhersehbar, aber vieles versteckt sich, erscheint unerwartet, sogar eine fantastische Ebene ist denkbar, was bei so viel Spiritualität nicht verwunderlich erscheint. So sind die 144 ohne Durchhänger laufenden Minuten gut gefüllt. Zu diesem Krimi gehört das prägende, Christie-typische Finalrendezvous, bei dem die Beteiligten versammelt werden, um die Lösung des Puzzles theatralisch präsentiert zu bekommen (vgl. „Mord im Orientexpress“, „Tod auf dem Nil“, „Das Böse unter der Sonne“).

Der erste Teil der Knives-Out-Reihe bleibt der beste (4,5 Sterne von mir). Die kluge Idee, dem jungen Priester Jud viel Raum zu geben, die Gestaltung dieser Figur und die schauspielerische Leistung von O’Connor heben „Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery“ auf ein ähnliches Niveau.
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