The Medium
Durchschnitts-Wertung
3,2
9 Wertungen

1 User-Kritik

5
0 Kritik
4
1 Kritik
3
0 Kritik
2
0 Kritik
1
0 Kritik
0
0 Kritik
Sortieren nach:
Die hilfreichsten Kritiken Neueste Kritiken User mit den meisten Kritiken User mit den meisten Followern
No Use For A Name
No Use For A Name

14 Follower 1.349 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 10. Mai 2026
„The Medium“ ist ein sehr gelungener, unheimlich atmosphärischer und streckenweiser auch sehr gruseliger Film. Mit fast zwei Stunden ist er für so einen Genrefilm vielleicht auch etwas zu lang, gerade am Anfang lässt er sich sehr viel Zeit. Die Geschichte wird sehr langsam erzählt, im Stil eines Found Footage-Films lernen wir die zentralen Personen kennen, durch eingeblendete Texttafeln bekommen wir zusätzliches Hintergrundwissen präsentiert. Diese Texttafeln werden auch im weiteren Verlauf immer wieder genutzt, um uns verschiedene Dinge zu erklären und die Handlung voranzubringen. Das mag manch einen jetzt vor den Kopf stoßen, stellt das doch die billigste Form der Handlungsexposition dar (wir erinnern uns an die Filmemacher-Grundregel „Show, don’t tell“), funktioniert hier aber überraschend gut.

Nun muss man aber auch einräumen, dass all das, was wir hier zum Thema Besessenheit zu sehen bekommen, nichts wirklich Neues ist. Alles haben wir in anderen Filmen schon gesehen, auch ist dieser Aspekt des Films jetzt nicht besonders aufregend inszeniert. Aber das, was diesen Film hier wirklich zu einem herausragenden Genre-Meisterwerk macht, ist das generelle Setting. Wir befinden uns in einem kleinen thailändischen Dörfchen, hier gehört der Schamanismus ganz normal zur Kultur dazu, die Menschen hier sind noch sehr animistischen, alten Traditionen verhaftet. Die ganze Geschichte um den vermeintlich „guten“ Dämon ist zwar nicht besonders originell, ist aber hier so wunderbar in das Setting eingebettet, dass es dann doch irgendwie wieder besonders wird. Da ist es dann auch nur konsequent, wenn versucht wird, an der armen Mink ein Exorzismus-Ritual durchzuführen, das eben in diesen alten Traditionen verwurzelt ist.

Und das ist dann tatsächlich etwas, was es so zuvor noch nicht zu sehen gab. Wir sehen hier eine bunte Mischung aus archaischem Schamanismus, Animismus, Volksglaube und Ahnenverehrung, hinzu kommen noch deutliche buddhistische und vielleicht sogar hinduistische Einflüsse. Das alles ergibt eine vogelwilde Mixtur, die in einem heftigen Ritual mündet, mehr will ich aber an dieser Stelle nicht verraten.

FAZIT: Spannende und eindrucksvolle Besessenheits- und Exorzismusgeschichte, die in einem (Pseudo-) Found Footage-Gewand präsentiert wird. Das Setting in einer von archaischen Schamanismus-Glauben geprägten Gesellschaft bringt frischen Wind ins Genre und funktioniert hier hervorragend. Von mir gibt’s eine ganz klare Empfehlung!
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?