Oppenheimer
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Rob T.
Rob T.

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2,5
Veröffentlicht am 25. Juli 2023
Julius Robert Oppenheimer. Der Vater der Atombombe.
Kann man auf diesen Titel stolz sein?
Die Antwort ist vermutlich: Ja. Und auch: Nein.

Die USA in den 50ern: Dem Physiker J. Robert Oppenheimer (Cillian Murphy) soll seine Sicherheitsfreigabe entzogen werden, was für ihn das Aus in seinem Job bedeuten würde. Nun sitzt er in einer Anhörung, in der es um Oppenheimers Widerspruch gegen diese Entscheidung geht.
In Rückblenden geht es um sein Leben und Schaffen - sein Privatleben und vor allem seine berufliche Laufbahn.
Im Zweiten Weltkrieg wird Oppenheimer die wissenschaftliche Leitung eines Projektes übertragen. Es geht um den Bau einer neuen Nuklearwaffe - der Atombombe. Dafür wird mitten in der Wüste die Stadt Los Alamos aufgebaut. Dort arbeiten er und sein Team an der Megawaffe.
Aber stand und steht Oppenheimer dabei immer an der Seite des Staates?
Und welche Rolle spielt Lewis Strauss (Robert Downey Jr.), der als Handelsminister im Kabinett von Präsident Dwight D. Eisenhower bestätigt werden soll?

Lange war "Oppenheimer" im Kino erwartet worden. Christopher Nolan erzählt nicht nur die Geschichte eines begabten Physikers, es geht auch und insbesondere um den Bau der Atombombe und dessen Folgen. Wobei man diese Folgen nicht sieht, als die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki fallen, erfahren wir das im Film nur aus Erzählungen. Allerdings: Man braucht keine Bilder, um zu wissen, was da passiert ist.
Aber man braucht Sitzfleisch, denn der Film dauert sage und schreibe drei Stunden. Diese wären nicht nötig gewesen, denn im ersten Drittel erzählt der Film fast schon stakkatomäßig Punkte aus Oppenheimers Leben. Es wirkt, als folge Szene auf Szene, fast schon wie Schlaglichter. Das führt dazu, dass einem Oppenheimer nicht nur seltsam fremd bleibt, sondern auch irgendwie egal ist. Hinzu kommt ein oftmals leider sehr nerviger Soundtrack - immer dräut im Hintergrund eine Musik. Da wäre auch weniger mehr gewesen.
Wirklich spannend ist dann nur die Geschichte um den Bau der Atombombe an sich. Der Wettlauf mit der Zeit, durchaus auch Skrupel, der Blick auf die Weltlage - denn der erste Atomtest sollte vor der Potsdamer Konferenz 1945 stattfinden. Das sind beeindruckende, aber auch angsteinflößende Momente, weil die Zerstörungskraft vor Augen geführt wird.
Später geht es noch um die Verhandlungen um Oppenheimer, die er auch deshalb auslöst, weil er später moralische Zweifel äußert. Das ist durchaus interessant, der Zwist mit Strauss hingegen weniger.
Das große Meisterwerk ist "Oppenheimer" nicht, aber er hat ein oder zwei wirklich spannende Aspekte.
Rose
Rose

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0,5
Veröffentlicht am 25. Juli 2023
Habe mir deutlich etwas anderes vorgestellt. Verstehe nicht wieso jeder so scharf auf diesen Film ist. Es gibt deutlich bessere Filme, die man sich im Kino anschauen kann. Spart euch lieber euer Geld für ein anderen Film, denn der Film „Oppenheimer“ ist recht langweilig und zum Teil auch zu sexuell, anstatt dass es speziell/meistens nur über das Thema (Atomwaffen) geht. Finde ich sehr schade, deshalb von mir ein großes „Nein Danke“.
Ben Gaidies
Ben Gaidies

1 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 24. Juli 2023
Ohne Zweifel der beste Bio Pic den ich jemals gesehen habe. Wie C. Nolan alles umgesetzt hat mit der Filmografie, Der Story und natürlich dem Cast, ist einfach unglaublich gut in meinen Augen.
Isabelle D.
Isabelle D.

330 Follower 512 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 24. Juli 2023
"Oppenheimer" von Christopher Nolan ist ein starkes Drama, das seinen Sog erst mit der Zeit entwickelt. Am Anfang läuft der Film etwas schwergängig an, es dauert, bis alle Handlungsstränge und Puzzlestücke zusammenkommen und die Geschichte Form annimmt. Man braucht also Geduld und sollte nicht allzu müde sein, sonst kann es passieren, dass man in der ersten Stunde immer wieder wegnickt (so wie meine Wenigkeit), obwohl der Film nicht langweilig oder schlecht ist. Er lässt sich bloß am Anfang Zeit, um die Geschichte zu erzählen - und die geht nur oberflächlich um Oppenheimer und die Atombombe.

Es geht auch um die Paranoia und den Antikommunismus in der Mc-Carthy-Ära. Um Misstrauen und moralische Fragen. Darum, was ein Genie ausmacht.Die menschliche Hybris. Forschergeist und Freundschaft - und das Zerbrechen von Freundschaften. Die innere Zerrissenheit Oppenheimers wird durch ein intensives Sounddesign und einen bedrohlich brodelnden Soundtrack fühlbar gemacht. Doch wirklich sympathisch ist hier niemand in diesem Film. Die Schauspieler sind dabei durch die Bank weg grandios und überzeugend.

Fazit: Gelungener Historienfilm - unbedingt sehenswert!
vodkamartini
vodkamartini

6 Follower 24 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 24. Juli 2023
Implodierende Kaskaden - Christopher Nolan erzählt Geschichte

Es gibt eine einzige Szene in diesem Film, die für pure Kinomagie steht. Regisseur Christopher Nolan zeigt dort die Zündung der ersten Atombombe der Geschichte, den sogenannten „Trinity Test“ im US-Bundesstatt New Mexico. J. Robert Oppenheimer - Titelheld von Nolans neuestem Blockbuster - und sein Team aus Wissenschaftlern und Militärs beobachten dabei aus sicherer Entfernung das Ergebnis ihrer dreijährigen Arbeit. Kein Laut, weder Dialog, noch Score noch der zu erwartende ohrenbetäubende Krach einer explodierenden Atombombe ist zu hören. In absoluter Stille sehen wir fast schon majestätisch schöne Bilder von Feuer, Rauch und entfesselter Energie. Ein ebenso atemberaubender wie irritierender Moment, der zum Nachdenken zwingt und die enorme Tragweite der Situation erfahrbar macht. Großes Kino. Für etwa zwei Minuten. Des Problem ist nur, es gibt noch 178 weitere.

Denn so grotesk es klingen mag, die Visualisierung des „Trinity Test“ vom 16. Juli 1945 ist auch die einzige Szene, die für den Zuschauer so etwas wie Entspannung bedeutet. Nolans Opus Magnum ist nämlich kaum episch, dafür fast durchgängig hektisch. So hetzt er in seinem dreistündigen Biopic über den „Vater der Atombombe“ durch eine Hundertschaft an kurzen Szenen, die er chronologisch durcheinander würfelt, mittendrin unterbricht um sie irgendwann später zu Ende zu führen. Dazu stopft er sie mit Dialogen und Figuren dermaßen voll, dass einem schon nach 10 Minuten der Kopf raucht. Dagegen konnte man den verwirrenden Rückwärtsbewegungen in der Zeit in seinem Spionagethriller „Tenet“ selbst im Halbschlaf noch besser folgen.

Komplexität gehört bei Nolan natürlich zum Programm, ist so etwas wie seine Spezialität und längst zum Markenzeichen seiner Inszenierungen geworden. Dazu kommen eine offensiv vorgetragene Leidenschaft für die Wissenschaft - vor allem die Physik - sowie eine fast schon sakrale Faszination für die Zeit. All seine Helden, ob der düstere Comic-Vigilant Batman („Dark Knight“-Trilogie), der getriebene Traumreisende Dominick Cobb („Inception“, 2010), der traumatisierte NASA-Pilot Cooper („Interstellar“, 2014) oder der namenlose Agenten-Protagonist in „Tenet“ (2020) beweegen sich innerhalb dieser Trinität. Da ist es wenig überraschend, dass davon auch J. Robert Oppenheimer nicht verschont bleiben darf, historische Figur hin oder her.

Und so gibt es reihenweise Zeitsprünge - selbst innerhalb dialogischer Szenen-, ein Stakkato-artiges Erzähltempo sowie einen bewussten Verzicht auf Erklärungen historischer Zusammenhänge oder Hintergründe. Die Arroganz des unfehlbaren Visionärs? Dass praktisch nichts an physischer Aktion stattfindet, wird so geschickt verschleiert, aber zu welchem Preis? Wer nicht einigermaßen mit der Materie vertraut ist, wird es nach dem Filmbesuch garantiert ebenfalls nicht sein (studierte und Hobby-Historiker ausgenommen). Von den mindestens zwei Dutzend auftretenden Sprechrollen wird kaum eine in Erinnerung bleiben (einzige Ausnahmen sind die grandios aufspielenden Matt Damon und Robert Downey Jr.). Das Bombardement an Argumenten, Phrasen, Meinungen, Haltungen etc. zerschellt nach kurzer Zeit an der Aufmerksamkeitsmauer selbst des interessiertesten Zuschauers und weicht einem Brummkreiselgefühl wie man es von Jahrmarktsattraktionen kennt.

Nolan, der Schausteller, eine durchaus passende Allegorie. Täuschen und Tricksen sowie die Illusion waren ja auch schon Themen in einem seiner besten Filme, dem Zaubererdrama „Prestige“. Bei „Oppenheimer“ sind diese Tricks aber nicht dramaturgisch motiviert, sondern vielmehr Ausdruck einer zunehmenden Manieriertheit des Nolanschen Filmzauberkastens. Er wird damit praktisch zur Karikatur seiner selbst. Denn wenn sich der ganze Rauch der vielen Star-Cameos (wenn Nolan ruft, würden viele nach eigenem Bekunden auch umsonst spielen), der kunstvoll montierten Szenen, des Sperrfeuers geistreicher Dialogsalven und der unheilvoll wummernden Klänge Ludwig Göranssons gelegt hat, fragt man sich, was Nolan hier eigentlich erzählen wollte. Vor allem aber fragt man sich, ob dafür nicht das fünfminütige Studium des entsprechenden Wiki-Artikels genügt hätte.

Gut, was den Protagonisten betrifft auf jeden Fall. Obwohl Cillian Murphy in fast jeder Szene in Großaufnahme zu sehen ist, dazu auch permanent spricht, erfährt man sehr wenig über den vermeintlich zerrissenen Charakter J. Robert Oppenheimers. Dass der Mann im Nachgang mit den monströsen Auswirkungen seiner Arbeit haderte, ist bekannt. Dass er in den 1950er Jahren in den Strudel der Kommunistenhatz des senatorischen Inquisitors McCarthy geriet ebenfalls. Aber was ihn antrieb, umtrieb oder aus dem Rampenlicht vertrieb, bleibt ebenso nebulös wie seine privaten oder politischen Ansichten. Irgendwann wird er mal von jemand als Frauenheld beschrieben, aber in keiner der Szenen mit den blass bleibenden Frauen in seinem Leben (Emily Blunt als Ehefrau und Florence Pugh als Geliebte) wird diese Aussage mit Leben gefüllt. Und obwohl die von seinem Erzfeind Lewis Strauss inszenierte Demontage mittels eines geheimen Ausschusses die zentrale Klammer der erzählten Handlung bildet, bleiben Oppenheimers patriotische Gesinnung und gepeinigte Seele bloße Behauptungen.

Nolan hat unlängst in einem Interview beklagt, dass sich das heutige Kino bzw. seine Rezeption viel zu sehr auf Handlung und ihre Plausibilität fokussieren und damit die eigentlichen Stärken des Mediums, namentlich seine audiovisuelle Kraft, zu wenig Beachtung finden. Ironischerweise - oder geschickterweise, je nach Sichtweise - hat er damit auch gleich sein neustes Werk geadelt. Der dauerwummernde Score, die epischen IMAX-Kamerashots von und um Los Alamos sowie die bewusst gehetzte Schnitttechnik stehen im starken Kontrast zu einer simplen Biographienacherzählung, deren Oberflächlichkeit und Episodenhaftigkeit durch ihre mikadoartige Anordnung einigermaßen clever kaschiert werden. Beschweren sollte sich Nolan angesichts des enormen Starterfolgs seines Films also besser nicht. Schließlich sitzt er wieder einmal im, wenn auch kunstvoll erbauten Glashaus.

Dennoch muss man den Hut vor ihm ziehen. Wer sonst hätte es geschafft, ein erzählerisch enervierend dünnes, dazu verwirrend arrangiertes Biopic über einen weltweit gar nicht so bekannten Wissenschaftler zu drehen und dafür nicht nur 100 Millionen Dollar Budget plus dieselbe Summe für Marketingkosten einzufordern sowie namhafte Mimen wie Kenneth Branagh, Rami Malek, Casey Affleck oder Gary Oldman für Kleinstauftritte zu motivieren, sondern auch noch den IMAX-Kinos ein dreiwöchiges Exklusivrecht aufzuzwingen. Das ist Macht. Und der Erfolg gibt ihm recht. Ob es an der genialen Marketingidee lag das Hype-Event „Barbie“ nutzbar zu machen und die an sich völlig unterschiedlichen Filme als Barbenheimer-Duo zu bewerben, oder ob die angesichts des Ukraine-Krieges wieder aufgeflammte Angst vor einem Atomkrieg die Aktualität des Films schlagartig erhöhte, jedenfalls rauschte das sperrige und wenig zugängliche Herzensprojekt zum besten Start eines Nolan-Films nach seinen beiden Batman-Sequels. Das Kino ist also allen Unkenrufen zum Trotz noch nicht tot. Auch wenn der gefeierte Guru und Kinomagier der Stunde zumindest in diesem Fall mit viel Lärm um nichts reüssiert.
Negronackk
Negronackk

3 Follower 17 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 24. Juli 2023
Ein totales Meisterwerk mit einer guten Starbesetzung. Der Film ist extrem spannend, interessant und enorm gelungen. Ein totaler Blockbuster, welcher Kino sehenswert ist.
Jan
Jan

1 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 23. Juli 2023
Oppenheimer. Zugegeben ich war vor dem Film skeptisch - ob der historisch absehbaren Story. Mit gut drei Stunden auch kein Kurzfilm. Alles unbegründet, wie sich später herausstellte:

Die Macher haben es geschafft zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen zu lassen, was hauptsächlich an der Besetzung der Hauptrolle (Cillian Murphy) und der Darstellung der historischen Person des Dr. Oppenheimer liegt. Die Atmosphäre im Film ist stimmig.
Der Kinosaal war voll besetzt und wirkte wie gefesselt. Nervige Zwischenrufe und Gespräche mit dem Sitznachbarn gab es gar nicht.

Der ganze Film drängt einem keine vorgefertigte Meinung auf, sondern lässt an geeigneter Stelle Platz für eine eigene Bewertung der Ereignisse und der Person des Dr. Oppenheimer. Der Film ist dort am besten, wo er den Zuschauer sich selbst überlässt und Missstände der Zeit, politische Weltanschauungen und moralische Probleme aufzeigt, ohne sich final und offensichtlich für eine Seite zu entscheiden.

Oppenheimer bleibt insgesamt oftmals mysteriös. spoiler: Er ist in meiner Wahrnehmung weder Held noch Antiheld, sondern schlicht der Mann, der am Ende die Atombombe liefert, was zur damaligen Zeit, unabhängig von seiner Person, unvermeidlich erschein.


Das Dritte Reich bleibt angenehm auf ein Minimum reduziert.

Lediglich die Besetzung des Dr. Heisenberg (kurze Nebenrolle) mit Mathias Schweighöfer schadet dem Film. Nach persönlichem Eindruck wirkt die Rolle fehlbesetzt, da man Schweigerhöfer schon zu oft in anderen Rollen gesehen hat und ihm den genialen Wissenschaftler Heisenberg schlicht nicht abnimmt.

Mein Ergebnis: 9,6 / 10,0 - Sollte man 2023 gesehen haben.
Michael B.
Michael B.

2 Follower 41 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 23. Juli 2023
Klar geht es um "Die Bombe" aber viele Kinogänger erwarteten ( wie selbst beobachtet ) einen Atom-Blockbuster. Doch hier gehts um Oppenheimer und wie er die Welt veränderte bzw. wie die Welt sowie die Politik ihn veränderte und das wurde von Nolan und den zahlreichen bekannten aber auch weniger bekannten Schauspielern einfach super umgesetzt. Sound, Kulisse, Atmosphäre, einfach bombastisch ....... must see 
Teruki
Teruki

11 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 12. November 2023
Mit #Oppenheimer legt Christopher Nolan mal wieder ein audiovisuelles, erzählerisches und schauspielerisches Meisterwerk hin, das trotz der drei Stunden Filmlänge zu jeder Minute fesselt und konstante Anspannung und Unwohlsein auslöst. Cillian Murphy liefert die Rolle seines Lebens ab, und auch der restliche Cast ist durchweg großartig besetzt. Durch die verschiedenen Zeitebenen weiß "Oppenheimer" wie jeder andere Film Christopher Nolans herauszufordern.

Ein berechtigtes Film-Highlight 2023!
Felix H
Felix H

16 Follower 62 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 22. Juli 2023
Wieder einmal hat Christopher Nolan einen ganz anderen Film gemacht. Auf seine ganz eigene Weise. Oppenheimer ist ein Biopic, aber kein klassisches Biopic, sondern in seiner Nolan typischen Art, auch ein Polit-Thriller, ein Stück weit Horror. Gesellschaftskritik. Dieser Film hat mich im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen. Und er ist einer, den man sacken lassen muss. Definitiv auch keine leichte Kost. Er fordert den Zuschauer über satte 3 Stunden. Doch aus meiner Sicht hat es sich voll gelohnt. Der Stil des Films ist ungewöhnlich, aber die Art und Weise wie Nolan dieses Biopic inszeniert ist einfach großartig. Immer wieder fließen Sound und Musik ineinander , ich kann da nur an das Motiv des fußstampfens erinnern, was immer wieder vorkommt im Film, immer wieder werden Bilder innerhalb einer Szene erzeugt die nur Oppenheimer sieht. Auf diese Weise gelangen wir Zuschauer in den Kopf Oppenheimers und können so seine innere Zerrissenheit bestaunen. Brillant gespielt von Cillian Murphy, in einer seiner besten Rollen. Oscar verdächtig. Aber auch der übrige Cast darf nicht unterschätzt werden, auch wenn Oppenheimer am Ende alles überstrahlt. Doch vor allem Robert Dw Junior möchte ich noch sehr hervorheben, der hier endlich mal wieder zeigen darf, was für ein starker Charakter Darsteller er ist. Auch da sollte eine Oscar Nominierung drin sein. Auch Emily Blunt hat mir sehr gefallen. Ihre Figur bleibt zwar anfangs noch etwas zu sehr im Hintergrund, doch gerade in der Schlussphase des Films darf sie dafür noch mal richtig aufdrehen. Florence Plugh dagegen hätte man noch mal etwas stärker hervorheben können, vor allem was ihre Verbindung zu Oppenheimer angeht, das vielleicht ein kleiner Schwachpunkt des Films. Aber ansonsten geben sich Star um Star die Klinke in die Hand. Das ist immer wieder beeindruckend zu sehen.
Man könnte zwar auch meinen, der Film wäre dadurch überladen, aber mich persönlich hat es nicht so sehr gestört. Ja drei Stunden sind lang, fordern bei diesem Film, aber sind nicht langweilig. Weil er gerade auch durch die vielen Zeitsprünge und Rückblenden, durch diese schnellen Schnitte, gerade in der ersten Stunde, auch eine gewisse Dynamik entfaltet. Sicher könnte man darüber diskutieren ob die ein oder andere Szene weniger auch gereicht hätte, aber mit Sicherheit nicht dass der Film deswegen eine Stunde kürzer gehalten hätte werden müssen. Ich finde es bei diesem großen Thema schon angemessen, den auf drei Stunden aufzublähen.
Mir hat auch der Schwarz-Weiß-Stil sehr gefallen, der auch gekonnt eingesetzt worden ist. Ebenso spannend, dass man manch eine Szene zweimal sieht aus verschiedenen Perspektiven. Auch das ein cleverer Schachzug. Der Film ist mit Sicherheit keine leichte Kost, wie schon gesagt sehr fordernd über drei Stunden. Aber trotzdem fesselt er einen, entwickelt eine Art Rausch, man fühlt förmlich, wie Oppenheimer sich immer stärker in dieses Thema hineinsteigert. Dieser Film ist eine Würdigung der Wissenschaft. Und wenn man Nolan kennt, weiß man dass er ja sich sehr für diese Themen interessiert und hier verneigt er sich vor der Wissenschaft. Er schafft es aber auch, dass das Ganze trotz des komplexen Themas nicht zu trocken wirkt. Sondern er zeigt wie spannend Wissenschaft und Forschung auch sein können.
Während man während des ganzen Films oft von Sound und Musik förmlich weggeblasen wird oder besser gesagt auch mitgerissen wird, nimmt sich Nolan im entscheidenden Moment dann zurück und verwandelt den Film in einen Ort der Stille, was für diesen entscheidenden Teil des Films auch genau das richtige Stilmittel war.
Christopher Nolan trifft mit diesem Film, der wahrscheinlich sein politischster und auch dialoglastigster bisher ist, den Nerv der Zeit und zeigt in Anbetracht aktueller politischer Situationen in der Welt, wie wichtig dieses Thema auch heute, leider noch, ist. Für mich ganz klar erzählerisch einer seiner besten Filme, nachdem er bei Tenet einen visuell beeindruckenden, aber erzählerisch etwas schwächeren Film geliefert hat, zeigt er sich hier wieder als ein richtig guter Erzähler.
Auch wenn ich den Film noch etwas sacken lassen und sicher auch ein zweites Mal oder drittes mal anschauen werde, aber schon jetzt würde ich behaupten dass er in meinen persönlichen Ranking zu Nolans Top 3 gehören dürfte. Bei den Oscars im kommenden ja sollte dieser Film definitiv eine ganz große Rolle spielen.
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