Der letzte Satz der FS-Kritik ist entscheidend.
"Die gefühlvolle, wärmende Story wird nicht nur Hundefreund*innen, sondern auch alle berühren, die schon einmal jemanden Nahestehenden verloren haben."
Das ist es. Der entscheidende Satz.
Man muss ihn nur rückwärts lesen und dann bedeutet es, dass es keine (!) wärmende oder unterhaltsame Story ist, für alle, die keinen Hund besitzen und nicht gerade jemanden verloren haben.
Das ist die Vorausetzung, um diesen Film unterhaltsam bzw emotional zu finden.
Man muss entweder gerade jemanden verloren haben oder einen Hund besitzen. Wenn das nicht der Fall ist, hat man eine gute Chance auf zwei Std Langeweile.
Eine Frau übernimmt den Hund ihres toten Kumpels, hat Probleme mit der Miete und verdient als Schriftstellerin nicht genug. Was sind das? Das sind Alltagsprobleme.
Und zwar solche, die ganz viele Leute haben. Da ist nichts mit "intimer und emotional packender Geschichte". Es sei denn, man hat einen Hund und der vorher gut befreundete Vorbesitzer ist tot.
Wenn man diese beiden Voraussetzungen erfüllt, könnte ein Taschentuch tatsächlich nicht schaden. Wenn man diese beiden Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte man entweder den langweiligsten Tag seines Lebens hinter sich haben, um diesen Film auch nur halbwegs unterhaltsam zu finden, oder den stressigsten Tag seines Lebens, um richtig schön zu entspannen und der Stress dann von ganz alleine von einem abfällt. (2 std langeweile halt)
Ich hab mich eher ein bischen an ´Bridget Jones´ erinnert gefühlt, wo es ja drei Filme lang nur darum ging, einer Frau beim Bewältigen ihrer Alltagsprobleme zuzuschauen.
Mehr passiert hier auch nicht.
Es sind alles Banalitäten. Die Frau will den Hund nicht haben, stellt fest, dass der auch traurig ist, dann emotionale Bindung, die darf den Hund aber nicht behalten und solche unwichtigen sachen.
Hier geht es nicht um eine Rentnerin, deren Mann und alle Freunde bereits gestorben sind und ihr Hund der einzige Lichtblick ist. Es geht hier um eine Frau, die eigentlich mitten im Leben stehen müsste und keinen Hund als emotionalen Ankerpunkt benötigen müsste. Man schaut nur zwei Std lang einer Frau bei ihrem Alltag zu. Mehr passiert nicht.
Vielleicht hab ich den Film falsch verstanden.
Ich hab ja keinen Hund. In meinem Freundeskreis hat auch niemand Suizid begangen.
Und ich hab auch schon ein paar mal bei Filmen geheult, aber von "gefühlvoll", "wärmend" oder "intim emotional packend" habe ich hier nullkommanull und eigentlich noch weniger als nullkommanull mitbekommen, bzw empfunden.
Zwei Stunden Langeweile.
Es sei denn ihr habt diverse Alltagsprobleme und ´n Hund und ´n toten Freund alles gleichzeitig.
Nur für Hundebesitzer mit totem Freund zu empfehlen.