ZUFÄLLIG KOMMT DER ZUFALL VORBEI
Maya hat knapp überlebt und liegt im Krankenhaus, doch an Erholung ist nicht zu denken. Die maskierten Mörder ihres Verlobten sind weiterhin hinter ihr her und setzen die Jagd gnadenlos fort. Maya flieht, so gut sie kann, behandelt ihre Verletzungen selbst. Doch mit jeder Minute werden die Optionen weniger, die Wunden schlimmer und die Hoffnung kleiner.
The Strangers: Chapter 2 geht ca. 100 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und setzt die Geschichte der zufälligen Killer fort, die ihren Job nun konsequent zu Ende bringen wollen. Daraus entsteht ein durchaus funktionierender Survival-Aspekt, in dem wir Maya beim Improvisieren, Verstecken und Durchhalten zusehen. Das ist spannend genug, um bei der Stange zu halten.
Das große Plus ist Maya selbst. Ihre Panik, ihre Schmerzen und ihre Erschöpfung wirken glaubwürdig. Die Action ist rasant, gönnt aber zwischendurch kurze Atempausen, was dem Film guttut.
Das große Problem sind jedoch die Zufälle. Maya stößt zufällig irgendwo an, damit sie gefunden wird. Zufällig taucht Krankenhauspersonal auf, damit sie entkommen kann. Zufällig vergisst ein Killer seine Knieverletzung. Zufällig ist irgendwo ein mordlustiger Keiler unterwegs. Es passiert ständig etwas, damit der Plot nicht zusammenbricht, ohne diese Plotbegünstigungen wäre nach zehn Minuten Schluss.
Dazu kommt eine extrem nervige Kameraführung bei Gabriel Basso, die ihm gefühlt dauerhaft auf der Nase sitzt. Warum nur bei ihm, weiß vermutlich nur der Kameramann.
Das Finale liefert Flashbacks zu den Killern, Maya hat mittlerweile mehr Narben als Frankensteins Monster sowie den Teaser für Chapter 3.
Unterm Strich ist das hier besser als der Vorgänger, aber noch immer weit davon entfernt, wirklich gut zu sein. Zu viele Zufälle ersetzen Logik, zu viele Abkürzungen ersetzen Spannung.
5/10 Punkten. Immerhin mutig die alte Person, die alles erklären will, vor der Exposition umzubringen. Dafür gibt’s ein anerkennendes Nicken.