Also wissenschaftlich gesehen, ist der Film schon ziemlicher Blödsinn. Dass die Klimaaktivisten auf so einen Quatsch aufspringen, ist ja selbstredend. Fangen wir vorne an, wo der 7. Kontinent (gemeint ist eine riesige Fläche im Ozean mit Plastikmüll, ziemlich eindrucksvoll dargestellt wird. Glasklares Wasser und Plaste in allen nur erdenklichen Formen. Leider sieht das sehr (!) nach Studio-Pool aus, und wieder mal frage ich mich: wie kommt eigentlich meine Plasteflasche, die ich gestern bei EDEKA in den Tomra-Automaten gesteckt habe, in den Ozean? Aber gut, dass den Meeresbewohnern das nicht behagt steht außer Frage, aber wo ist da der Zusammenhang zu dem Hai, der auf die schnelle mal vier Taucher „vernascht“? Noch skurriler wird es, als dieser Hai drei Jahre später in der Seine auftaucht. Immerhin ist er einer Strömung rum um Afrika gefolgt, welche Strömung das auch immer sein soll, aber immerhin, hat er nicht die Abkürzung durch den Suez-Kanal genommen und ist aus Versehen im Mittelmeer gelandet. Wie gesagt, wissenschaftlich ist das alles nicht so recht zu erklären, muss es ja auch nicht.
In Europa dann endlich angekommen, sucht er sich ausgerechnet die Dreckbrühe der Seine aus, vielleicht gibt es ja demnächst Fortsetzungen die in der Themse oder gar in der Elbe angesiedelt sind. In Paris trifft der Hai dann u.a. auf Mika (Lea Leviant), das französische Pendant zu Luisa Neubauer, die ihren blinden Aktionismus allerdings mit dem Leben bezahlen muss. Vorher wird natürlich noch Sophia (Bérénice Bejo) hinzugezogen, die den anfänglichen Hai-Angriff im indischen Ozean ohne Sauerstoff-Gerät, nur mit einer Harpune, allerdings mit geplatzten Trommelfell überstanden hat. Mit viel Phantasie kann man der Zusammenführung der einzelnen Personen, doch schon irgendwie folgen, ist ja auch in adäquaten Filmchen nicht anders. Die Welt ist ja ein Dorf. Um es abzukürzen, natürlich will die Politik auf die Warnungen der „selbsternannten Aktivisten“ und der Experten nicht hören, passt ja nicht ins politische Konzept, und ein Mega-Ereignis steht ja auch ins Haus. Es kommt, was kommen muss, ein tierisches „Festessen“ durch die sich mittlerweile selbst fortgepflanzte neue Hai-spezies. Jetzt ist dann auch der letzte Wissenschaftler aus dem Sessel gekippt. Ist der Film nun schlecht? Nein, so richtig schlecht ist er nicht. Hai-Filme (die Story mal bei Seite gelassen) gehen irgendwie immer (warum auch immer), der hier auch, weil er handwerklich dank heutiger Technik ganz gut gemacht ist und auch schauspielerisch ganz solide daherkommt. Tauchen, Katakomben von Paris, ja…, das hat schon was, wobei auch hier der Studio-Pool phasenweise nicht zu verleugnen ist. Spektakulär das Ende, wo Paris dank immenser Weltkriegsmunition in alle Einzelteile zerlegt wurde. Warum auch immer, so kurz vor Olympia, in der Seine noch so viel Munition rumliegt, keine Ahnung, selbst die Spree ist ja schon beräumt, und das hat in Berlin echt was zu bedeuten. Olympia wird vermutlich ausgefallen sein, und wo letztendlich dann so viel Wasser hergekommen ist, dass man selbst Venedig Konkurrenz machen kann, auch keine Ahnung, aber die Bilder der End-Szene sind durchaus beeindruckend.
Fazit: Ja, kann man sich ansehen, weil Spannung durchaus da, handwerklich ganz ordentlich und man weiß ja, „Hai-Filme“ sollte man nie so ganz ernst nehmen, schließlich haben wir ja gelernt, auch im Berliner Müggelsee gibt es „Hai-Alarm“.