Miroirs No. 3
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Kinobengel
Kinobengel

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3,5
Veröffentlicht am 12. Juli 2025
WIN WIN


Einen Autounfall durchsteht Klavierstudentin Laura (Paula Beer) leicht verletzt, ihr Freund dagegen lebt nicht mehr. Die vor Ort allein wohnende Betty (Barbara Auer) nimmt sie gerne auf. Erst allmählich erkennt Laura, welche Absichten hinter der mütterlichen Sorge stecken.

Ich habe „Miroirs No. 3“ auf dem Münchener Filmfest 2025 gesehen.

Christian Petzold zählt zu den großen Regisseuren Deutschlands. In seinen Filmen schafft er stets eine besondere Atmosphäre, die unter rätselhaften Umständen entstehenden Konstellationen sind selten offensichtlich, Situationen schwebend drastisch. Nachdem er oft Nina Hoss engagierte, ist es nun die 4. Zusammenarbeit mit Paula Beer. Die Chemie stimmt, zuletzt in „Roter Himmel“ (2023) war das deutlich zu spüren. Matthias Brandt und Enno Trebs spielen darin wichtige Rollen, wie auch in „Miroirs No. 3“.

Betty verharrt einsam in diesem schönen Haus, umgeben von der einladenden Veranda. Petzold lässt Laura und Betty verloren erscheinen, in schlechter seelischer Verfassung. Gemeinsam könnten sie das Blatt wenden, Laura möchte herausfinden, warum das sein kann, unter den Blicken neugieriger oder neidischer Nachbarn sowie des Publikums. Meisterlich hat der Regisseur diesen faszinierenden Zustand aufgebaut. Als der von Betty getrenntlebende Ehemann (Matthias Brandt) mit dem gemeinsamen Sohn (Enno Trebs) hinzukommt, macht Laura Essen für alle. Komische Blicke treffen sich, zu komisch, denn Teile des Publikums beginnen zu lachen. Ob das so beabsichtigt war? Eher nicht. Die aufgebaute Stimmung reißt zeitweilig ein, doch das Konfliktpotenzial ist hoch und Pätzold kann Beziehungen raffiniert bewegen, denn er lässt unter den Figuren ein fragiles Beieinander wie Nachvorneschauen entstehen.

Das Ende sei zunächst anders geplant gewesen, erklärt der renommierte Filmemacher beim Q&A, doch er habe sich zu dem, was auf der Leinwand alle sehen können, von seinem Cast umstimmen lassen. Ein starkes Team für einen Film, der nicht so sehr überzeugt wie „Roter Himmel“ oder „Transit“ (2018), aber durchaus sehenswert ist, weil er sich von der Stangenware des deutschen Films deutlich absetzt.
David Willson
David Willson

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3,5
Veröffentlicht am 24. September 2025
Laura landet zufälligerweise bei einer einsamen Frau nach einem Autofall wohin ihren Freund stirbt.
Die liebevolle Hingabe der mütterlichen Frau entpuppt sich etwas schräger, wenn sie ihren Mann und Sohn zum Essen einlädt und die Beiden sich irgendwie unbeholfen benehmen.
Wenn Laura den Sohn freundlich 'ausfragen' möchte, spuckt er seine Unruhe auf aggressive Art und Weise raus und danach wird die traurige Gewissheit der Familie gelüftet.
Spannend und geheimvoll gespielt mit spärlicher Dialog, aber irgendwie anlockend gedreht.
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