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Isabelle D.
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1,0
Veröffentlicht am 19. September 2026
"Mayday" von Jonathan Goldstein (XII) und John Francis Daley ist ein strunzlangweiliger Versuch, aus "Top Gun" eine Buddy-Komödie zu machen. Allerdings zünden so gut wie keiner der Gags, die Figuren sind unsympathisch oder flach und holzschnittartig charakterisiert und die ganze Konstellation wirkt in ihrer spießigen Piefigkeit komplett aus der Zeit gefallen. Mein Eindruck ist, dass die US-Regierung und die US Air Force dieses Machwerk maßgeblich finanziert und beim Drehbuch volles Mitspracherecht hatten, anders kann ich mir diesen im schlechten Sinne anachronistischen Murks nicht erklären.
Zum Glück sind wir nicht ins Kino gegangen, um den Film zu sehen, so konnte ich nebenbei noch was Interessantes machen.
An sich mag ich ja Kenneth Branagh und Ryan Reynolds, aber hier verstehe ich nicht, warum sie da mitgemacht haben. Ich fand jetzt auch nicht, dass die Chemie zwischen den beiden groß gefunkelt hat. Für eine Buddy-Komödie ist das relativ ungünstig.
Was mich außerdem genervt hat, ist, dass so gut wie keine Frauen in diesem Film eine Rolle spielen. Beim Bechdel-Test fällt der schon mal sowas von durch. Und jaaaa, ich weiß, die Story handelt von männlichen Soldaten in den 1980er Jahren während des Kalten Krieges, Frauen spielen in der Geschichte einfach keine Rolle, das wird ja wohl auch mal erlaubt sein, darf man denn heutzutage gar nichts mehr, immer diese Spaßbremsen mit ihrem Feminismus und so weiter. Gleichwohl: Wenn man 2026 eine Geschichte erzählt, in der es nur um Männer geht und in der nur Männer eine Rolle spielen, dann kann man das doch nutzen, und mit Klischees spielen, Stereotypen ironisch hinterfragen, IRGENDWAS Interessantes zu erzählen. Ansonsten leuchtet mir nicht ein, warum ich nicht einfach irgendeine Buddy-Komödie aus den 80er Jahren oder "Top Gun" gucken sollte.
Fazit: War für ein unnötiger Film. Kann man sich sparen.
Russland ist ein schönes Land, ho ho ho ho ho… Wie ging noch gleich dieser alte Hadern aus den Siebzigern von Dschingis Khan? Das Lied nennt sich Moskau und irgendwie hört man beim Betrachten des Films Mayday ganz fern im Oberstübchen diese Melodie mitsamt der kitschigen Lyrics.
Die politische Buddy-Komödie im Wandel der Zeit
Was einem noch dazu einfällt? Arnold Schwarzenegger. Der hat in den Achtzigern in Walter Hills Red Heat einen Haudegen namens Ivan Danko gegeben. Na klar, der Ivan! Auf ein Packerl, wie man auf gut österreichisch sagt, muss er sich im Laufe der verzwickten Handlung mit James Belushi hauen, der natürlich, mental völlig anders geartet als der Russe aus dem Kalten Krieg, das ganze krasse, liberale und sündige Amerika verkörpert. Das Feindbild Nummer eins also, und dennoch müssen beide Mächte, symbolisiert durch bekannte Gesichter, an einem Strang ziehen.
Das war vor 38 Jahren! Hat sich also irgendetwas zwischen Russland und Amerika verändert? Nicht, wenn man die Zeit zurückdreht. In diesem Fall machen das John Francis Dale und Jonathan Goldstein (Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben), die auch noch gleich das Drehbuch dazu geschrieben haben – aus einem Guss ist immer besser. Wir schreiben das Jahr 1987, ein Jahr später wird Schwarzeneggers Ivan-Figur die Leinwand stürmen, und der Dekaden-Blockbuster schlechthin, nämlich Top Gun, ist auch ein Jahr nach seiner Kinopremiere immer noch in aller Munde.
Hilf dir selbst, sonst hilft dir der Russe
So viel Eier wie Tom Cruise hat auch Ryan Reynolds. Er ist Troy „Assassin“ Kelly, ein Fliegerass natürlich, und einer, der weiß, wie man Risiken eingeht. Bei einer Spionagemission wird dieser jedoch vom Himmel geholt und landet mehr oder weniger kopfüber im russischen Forst.
Welch ein Glück, dass Brite Kenneth Branagh gleich in der Nähe weilt. Der gibt diesmal, sichtbar weniger Muki-Bude und knallharte Mine, das Abziehbild eines rustikalen Waldschrats weitab vom Schuss, der als ehemaliger russischer Geheimagent der Einsamkeit frönt. Irgendwie muss Kelly wieder freundliches Terrain erreichen, und so wie in Red Heat muss der ami-begeisterte Ex-KGB-Profi mit dem „Feind“ gemeinsame Sache machen, wenn er seine Haut retten will.
Der Shakespeare-Afficionado mal ganz anders
Wer hätte gedacht, dass Kenneth Branagh so viel Spaß an dieser Rolle hat? Und wer hätte gedacht, dass dieser Rauschebart den ganzen Film lang hält? Ich jedenfalls nicht. Umso mehr macht es Laune, den unscheinbaren Gutmenschen aus der Tundra dabei zuzusehen, wie er seine Fäuste schwingt und zwischendurch auch mal über die Lage der Nationen nachdenkt.
Branagh kann also Actionkomödie und nicht nur Shakespeare (oder Harry Potter). Über Ryan Reynolds situationskomisches Talent braucht man aus meiner Sicht kaum streiten. Die Ulknudel kann er wie John Cena, und dennoch bleibt auch er zwischendurch aufgeräumt ernsthaft bei der Sache, wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen.
Fast schon sowas wie Lachgarantie
Diesen Mix, den Walter Hill damals so gut konnte – eben zwischen kerniger Action und Bromance – den hat man lange vermisst. Mit Mayday kehrt das Retro-Kino, auch wenn sich der Film stilistisch nicht Retro anfühlt, zumindest aus konzeptioneller Sicht zurück.
Lachen ist in Mayday also nicht nur für unsereins als zusehende Partei in Zeiten wie diesen richtig gesund, und auch die versöhnliche Tonalität unterstreicht die cartoonhafte Annäherung zwischen West und Ost. So einfach kann es gehen, und das Streaming-Kino zelebriert die unbekümmerte Naivität handwerklich solider Hemdsärmeligkeit aus einem medienreduzierten Damals, als man noch die Wählscheibe drehen musste.
Eine actionskomodie bei der man merkt, daß das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller ausgezeichnet funktioniert. Viel Wortwitz, besonders wenn die beiden allein unter sich sind. Dazu noch fulminante Actionen die Spaß machen. Ein spannender und leichter Film zugleich
"Mayday" ist ein fantastischer Rückblick auf die Art von Action-Buddy-Komödien, von denen wir einfach nicht mehr genug bekommen. Die Regisseure John Francis Daley & Jonathan Goldstein verleihen dem Film so viel Unterhaltung, Comedy und vor allem Charme. Ryan Reynolds und Kenneth Branagh entwickeln eine unbestreitbare Chemie, die den Film insgesamt gut funktionieren lässt. Der Film wirkt wie eine prägnante, unterhaltsame Uhr mit all dem Bromance, Humor und Stunts. Er taucht tief ein oder kratzt an den Oberflächen, aber trotzdem ist er selbstbewusst und unprätentiös und das ist es, was ihm zum Laufen bringt. Er ist genau das, was beworben wird: eine 80er Jahre Pastiche mit solider Komödie, großartiger Action und einem Schuss Süße, die unangenehme Aspekte aus den 80er ernst nimmt.
dieser film ist etwas merkwürdig, fast schon skurril. nicht im negativen sinne. mich hat der film positiv überrascht und ich würde ihn als eine art ´geheimtip´ einsortieren. etwas merkwürdig, aber besser als vorher angenommen. die handlung ist nicht der brüller und auch nicht total neu und innovativ, aber auf jeden fall gibt es eine handlung.
der trailer vermittelt ein falsches bild. der film besteht nicht nur aus sinnlosen prügeleien. woraus der film besteht lässt sich aber nicht sagen. ich habe mich erinnert gefühlt an filme wie z. b. ´heads of state´ und ein bischen auch an ´powerplay´ und ein bischen an ´kundschafter des friedens´ und etwas an ´bridge of spies´ und ein bischen an ´red heat´ und wie ihr diese völlig verschiedenen filme jetzt gleichzeitig in euer gehirn einsortieren sollt, ist euer problem.
reynolds und branagh machen ihren job schon irgendwie ganz gut, auch wenn reynolds so´n bischen ´deadpool´ rumalbern nicht lassen kann. tut dem film m. M. n. aber irgendwie ganz gut. hätte nach meiner subjektiven meinung definitiv einen platz im kino verdient.
p. s.: ach ja, sich vorher blitzdingsen zu lassen, um mit wirklich wirklich keiner erwartungshaltung in den film reinzugehen, könnte nicht schaden. und die anstrengung, die oben genannten filme irgendwie gleichzitig in seinem gehirn unterzubringen, dürfte sich lohnen.