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Kinobengel
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3,5
Veröffentlicht am 30. März 2025
MONDFINSTERNIS
Nach der Karriere als MMA-Sportlerin sieht Sarah (Florentina Holzinger) ihre Zukunft im Ungewissen. Da kommt der Auftrag eines wohlhabenden jordanischen Elternpaars, deren drei sehr unterschiedlichen Töchter (Nagham Abu Baker, Andria Tayeh, Celina Sarham) Sarah trainieren soll, gerade recht. Die Freude verfliegt jedoch schnell, denn in dem guten Hause stimmt etwas nicht, großzügige Freiheiten und strenge Grenzen bestimmen den Tag.
Regisseurin Kurdwin Ayub inszeniert ihren zweiten abendfüllenden Spielfilm in einem Stil, dem man ansieht, dass der österreichische Kultregisseur Ulrich Seidl seine Produzentenfinger im Spiel hat. So erscheint „Mond“ mit einem Hauch Doku, der sein hohes Niveau über die gesamten 92 Minuten hält.
Florentina Holzinger liefert mit ihrem Debüt eine beachtenswerte Leistung ab. Als coolherbe Kämpferin Sarah stellt sie die Unsicherheit über den Umgang mit dem orientalischen Volk heraus. Die Verstörung ist nicht verwunderlich, denn Ayub baut einen geschickten Mix aus Benachteiligung von Frauen, pubertärem Verhalten und einer schützenswerten Intimsphäre der jordanischen Familie auf, der Sarah in eine Zwickmühle führt. Hinzu kommt die Sprachbarriere, die für das Publikum mittels Untertitel überwunden wird. Das schadet jedoch nicht, denn Sarah ist, wiederum durch Holzinger erkennbar gezeigt, dem Arabischen nicht mächtig.
ZDF und arte sind beteiligt. „Mond“ ist sicherlich mehr als ein kleines Fernsehspiel, denn Kurdwin Ayub gibt ihrem Film eine nuancenreiche Tiefe.