Kneecap
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Cursha
Cursha

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4,5
Veröffentlicht am 25. Januar 2025
„Jedes gesprochene Wort Irisch... ist eine Kugel für die Freiheit Irlands!“
„Kneecap“ erzählt die Geschichte Belfasts und Nordirlands mal auf die etwas andere Art und Weise und stellt sich als waschechte Genreüberraschung heraus, die viele Hollywoodproduktionen alt außen lassen.
„Kneecap“ erzählt die Geschichte der gleichnamigen Band. Diese wurde 2017 in Belfast gegründet und verbindet als einzige Band überhaupt Rap und Hip-Hop mit der irischen Sprache, die durch die Briten verboten werden soll.
Nach seiner Verhaftung weigert sich Liam Óg Ó hAnnaidh englisch zu sprechen, wodurch sie den Musikerlehrer J.J. Ó Dochartaigh auf die Wache bitten müssen. Der erkennt schnell den rebellischen Geist seines Mitschreiters und gemeinsam mit Naoise Ó Cairealláin gründen sie eine Band, die schnell für mediale Aufmerksamkeit sorgt.
„Kneecap“ ist auf so vielen Ebenen einfach beeindruckend. Das beginnt zunächst damit, dass sich die Bandmitglieder alle selbst spielen. Egal ob Mo Chara, Móglai Bap oder Dj Próvaí, man muss sich davor verneigen was diese drei Musiker für eine Ausstrahlung und Charisma haben und die Szenen auch in Perfektion spielen.
Auch das Handwerk kann sich sehen lassen, denn Regieneuling Rich Peppiatt gelingen nicht nur großartige Kameraarbeiten, sondern auch unzählige kreative Ideen, den Film vollkommen abseits eines klassischen Biopics zu erzählen. Die vierte Wand wird durchbrochen, Drogenszenen, werden mit Knete oder ähnlichem aufgearbeitet und so weiter. Das der Film, trotz Einreichung Irlands bei den Oscars, vollkommen ignoriert wurde, liegt wohl zu weiten Teilen an seinen unkonventionellen Art und weil er sich nicht um die Form kümmert und definitiv zu progressiv ist. Da muss lieber wieder das Schema F Standard Biopic nominiert werden.
„Kneecap“ wird dabei selbst zum Trip, der viel Witz und Humor findet, diesen paart mit den vielen Drogen- und sexuellen Ausschweifungen der Figuren, aber dabei auch nie die größere Geschichte aus dem Blick verliert.
Alle 40 Tage stirbt auf der Welt eine Sprache aus! In Irland verhält es sich ähnlich. Die Band stellt sich mit ihrer Musik klar gegen den Einfluss der Briten auf ihre Kultur und Sprache und machte in ihrem Raum immens auf sich Aufmerksam, wurde dort wegen ihren Texten stark kritisiert, findet aber auch in der Gesellschaft großen Zuspruch und Anklang, da sie den Stolz ihrer Nation vermitteln und Grenzen sprengten. Die Musik bildet den Kern des Films und hat eine starke politische Tragkraft, da fast all ihre Texte einen politischen Hintergrund haben und sich dabei auch klar gegen ihre Nachbarn richten. Dieser Tonus kommt ständig hervor und so verneigt man sich auch gleichzeitig vor Kultur und Nationalstolz, zeigt aber auch wie mächtig Worte und unsere Sprache ist.
Auch wenn „Kneecap“ ein Biopic ist, so ist die Geschichte so doch in weiten Teilen frei empfunden und an vielen Stellen arg überspitzt. Das tut dem ganzen aber keinen Abbruch, da Message und Kern erhalten bleiben und man sich von der elektrisierenden Stimmung mitreisen und anziehen lässt. Da kann man auch die unglaublich dämlichen Mitglieder der IRA witzig finden oder Michael Fassbender, der als großer Star zwar etwas die Immersion bricht, aber mit seinen Birkenstock immer noch wahnsinnig cool ist.
„Kneecap“ ist ein riesiger Spaß, mit kreativen Ideen, drei fantastischen Musikern/Darstellern, extrem geiler und ansteckender Musik, viel Witz und Humor, einer elektrisierenden Stimmung und Tempo. Ein Werk, dass dennoch eine Verbeugung vor Kultur und Sprache ist und der Macht der Worte. Geht in den Film! Das ist wirklich mal schönes Kino, abseits der Klischees aus Übersee, das mehr gefördert werden sollte und eine viel größere Stärke aufweist als vieles was die letzte Zeit so lief!
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

169 Follower 580 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 19. Januar 2025
Die Story läßt sich einfach und simpel auf einen kleinen Nenner runter brechen. Zwei Freunde treffen auf einen unscheinbaren dritten Mann und starten eine Band. Im Detail ufert das aber ziemlich aus. Die politischen Umstände und Zusammenhänge sind derartig komplex, daß man schon stark im Thema drin sein muß. Das ist als Lob für den Film zu verstehen und „Daumen runter“ für meine eigene Blödheit. Obendrein legt der Film bei der Umsetzung ein unfassbares Tempo an den Tag: hier agieren die Hauptfiguren mit Untertiteln, es werden optische Mätzchen eingestreut und ein derart hohes Tempo an den Tag gelegt, daß der Film spaßig und rasant wirkt, aber mitunter auch sehr anstrengend.

Fazit: Kreativ, rasant und humorvoll, ebenso voller politischer Zusammenhänge!
David Willson
David Willson

1 Follower 102 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 27. Februar 2025
Wenn der Widerstandskampf mit Energie, Leidenschaft, Schrei, Humor und Tempo ausgeführt wird, erlebt man Kneecap.
Wer steht auf und lässt sich zählen für den Kampf für die Anerkennung der Heimatsprache?
Es geht um die irische Sprache und die Republikaner in den Krieg gegen Großbritannien auf aller Fronten.
Diese Geschichte ist rau und schönungslos, aber fesselnd.
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