DAS POPODROM IST JEDEM SEIN ALIBI
Als Michel plötzlich einem Bären auf der Straße ausweichen muss, endet das Manöver fatal, eine Frau beim Pinkeln stirbt, ein Mann spießt sich auf einen Pfahl auf und im Kofferraum der beiden liegt eine Tasche voller Bargeld. Während Michel und Ehefrau Cathy versuchen, das Chaos zu vertuschen, schlägt sich die örtliche Polizei mit fünf Ausländern herum, die Drogen im Magen schmuggeln.
How To Make a Killing geht ca. 110 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und präsentiert sich als bitterböse Komödie voller Blut, Nacktheit und Wahnwitz. Die Franzosen trauen sich einfach, unkorrekt, schamlos und dreckig zu sein und ich liebe das weil das genau meinen Humor trifft.
Der Humor ist furztrocken und funktioniert fast immer, vom versehentlichen Doppelmord über das Leichen Verscharren bis zur Polizei, die zwischen Drogenschluckern, Weihnachtsvorbereitungen und einem immer größer werdenden Leichenberg jongliert. Die Figuren sind alle gelungen, ob Michels überforderte Ruhe, Cathys stoische Nüchternheit, eine sexuell überaktive Tochter oder das legendäre Popodrom, in dem sich gefühlt die halbe Dorfgemeinschaft trifft, es macht einfach Spaß dem ganzen treiben zu zu sehen und zu hören.
Natürlich funktioniert nicht alles, wie der Sohn von Michel und Cathy, der ist so überflüssig wie ein Push-Up BH im Kloster und der Bösewicht wird nach viel Getöse sowie klasse Nackenspoiler zu schnell entsorgt. Das Finale dreht leider völlig am Rad und nimmt dem Ganzen etwas von seinem bodenständigen Wahnsinn.
Unterm Strich bleibt eine rabenschwarze Komödie, die funktioniert, weil sie nichts beschönigt und alles ausspricht und zeigt. Situationskomik, Wortwitz und diese typisch französische Trockenheit machen den Film zu einem schmutzig sauberen Vergnügen.
7,5/10 Punkten.
Auch mit schmutzigem Geld kann man Gutes tun, schließlich ist Gott immer noch der beste Geldwäscher.