EIN QUOTEN-WEIßER MIT HERZ
Philipp ist ein erfolgloser Schauspieler in Japan, bis ihm eine Agentur ein ungewöhnliches Angebot macht:
Er soll für Menschen da sein, wenn sie jemanden brauchen. Ob als Vaterersatz, Journalist, Zockerkumpel oder Cheerleader, alles ist buchbar. Skepsis weicht schnell der Erkenntnis, das Ding hat Potenzial. Doch sobald es persönlich wird, zeigen sich die Grenzen dieses Geschäfts.
Rental Family geht ca. 110 Minuten, ist ab 0 Jahren freigegeben und ist eine Tragikomödie mit Brendan Fraser, der hier wirkt, als hätte man ihn direkt aus der Tom-Hanks-Schublade gezogen. Liebenswürdig, höflich, leicht verpeilt, eine wandelnde gute Seele mit traurigem Blick.
Die Geschichte dreht sich um Menschen, die Hilfe brauchen, oder einfach jemanden und genau das spielt Philipp. Dass dabei Nähe entsteht, Emotionen hochkommen und Rollen verschwimmen, ist unausweichlich. Der Film macht es sich dabei nicht einfach, Figuren treffen keine dämlichen Entscheidungen, Klischees werden umschifft und einige Wendungen kommen leise, aber wirkungsvoll.
Fraser ist das emotionale Rückgrat des Films. Man nimmt ihm jedes Lächeln ab, jede Unsicherheit, jede kleine Überforderung. Die Idee der Agentur funktioniert gerade im japanischen Kontext hervorragend, Nähe auf Bestellung.
Tokio und das Umland sehen wunderschön aus, egal ob Großstadt oder ruhige Landschaft, visuell ist das sehr rund.
Was dem Film fehlt, ist der letzte Punch. Alles funktioniert, alles fühlt sich richtig an, aber irgendwo bleibt das Gefühl, dass noch ein Schritt gefehlt hätte.
Unterm Strich bleibt ein ruhiger, warmherziger Film, der sich Zeit lässt und genau deshalb wirkt. Kein großes Drama, kein Zuckerguss-Finale, sondern ein ehrliches Feel-Good-Gefühl mit Nachdenk-Beilage.
7,5/10 Punkten. Im Grunde spielt Brendan Fraser hier einen Escort-Service fürs emotionale Vakuum. Zum Zocken oder Trinken mag das gehen, aber was, wenn man plötzlich Vater sein soll? Wo hört die Rolle auf, wo fängt man selbst an?