Heldin
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Rob T.
Rob T.

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4,5
Veröffentlicht am 4. März 2025
Wenn du das nächste Mal im Krankenhaus liegst und du einigermaßen okay bist, dann denke immer daran: Du bist nicht alleine. Bringe doch zum Beispiel dein Essensgeschirr selbst in die Teeküche als dass du darauf wartest, dass das eine Schwester für dich erledigt. Wenn du dich bewegen kannst, dann bewege dich. Du nimmt den Schwestern Arbeit ab, die sie vielleicht bei anderen erledigen können.
Das sind ziemlich sicher die Gedanken, die man hat, wenn man sich den Film "Heldin" von Petra Volpe ansieht.
Die Heldin ist in diesem Fall eine Krankenschwester, die wir eine Schicht lang begleiten.

Floria Lind (Leonie Benesch) tritt ihren Dienst in einer Klinik in Zürich an. Sie tritt aus dem Fahrstuhl - und los geht's.
Sie erfährt, dass sie heute nur zu zweit sein werden - plus eine Schwesternschülerin. Und es geht Schlag auf Schlag. Ein Patient, der durch den Flur irrt, weil er auf seine Diagnose wartet. Ein Herr, der in den OP gefahren werden muss. Ein Patient, der in letzter Minute zu seiner OP erscheint. Eine alte Frau, die eingeliefert wird und Angst hat. Eine Mutter mit einem Tumor. Und dann noch die Spitze für die Frau in einem der anderen Zimmer. Und der Privatpatient wartet auf eine Schmerztablette. Und dann ruft eine Frau an, Wege der vergessenen Brille ihrer Mutter.
Es hört nicht auf.

Wir bleiben immer dran. Wir erleben, was alles während dieser Schicht auf Floria zukommt. Gleichzeitig. Plus der Notfall, plus die Tabletten und Spritzen. Sie behält zunächst ihre Nerven, arbeitet ab, was abzuarbeiten ist. Es ist der pure Stress, immer wieder macht sie sich Notizen, und man fragt sich, wie sie das alles aushält, ohne auszurasten.
Ihren Stress macht sie mit sich aus, lässt ihn kaum an den Patienten aus. Immer wieder nimmt sie sich auch kurz Zeit, wenn es nötig ist. Eine der rührendsten Szenen ist, als sie mit einer alten Frau singt, die zuvor eine Panikattacke hatte. Floria erkennt, wo Deeskalation nötig ist - aber irgendwann hat sie ihn eben doch, den Ausraster.
Leonie Benesch spielt die "Heldin" ganz hervorragend. Sie bringt den Stress rüber, die Unruhe, die Rastlosigkeit und die hohe Konzentration. Und als Zuschauer staunt man, wie Floria alles schafft, wie sie plötzlich auch immer wieder an die kleinen Dinge denkt, die so nebenbei auf sie eingeprasselt waren.
Dieser Film ist ein Plädoyer für die Pflegekräfte - und eine Erinnerung daran, was sie leisten und vor allem, wie sehr sie in den nächsten Jahren fehlen werden. Auch wenn am Ende darauf hingewiesen wird, dass viele Pflegekräfte relativ früh nach der Lehre den Job wechseln - der Film ist keine Anklage. Er ist eine Beschreibung des Ist-Zustandes. Und der geht an die Nieren - und ist als Film wirklich packend und sehr sehenswert.
Aaron van Bloud
Aaron van Bloud

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5,0
Veröffentlicht am 10. März 2025
Ich bin kein Pflegefachmann oder anderweitig in der Pflege oder Medizin tätig, aber ich lebe seit vielen Jahren mit einer Krankenschwester zusammen. Seit gestern, als ich den Film gesehen und viele Parallelen mit den Erzählungen meiner Lebensgefährtin erkannt habe, betrachte ich sie mit anderen Augen. Seit gestern ist mein "Stress", den ich in 8 Stunden Büroarbeit auszuhalten habe, irgendwie nur noch banal.

Ich gebe denen Recht, die in ihrer Kritik zum Ausdruck bringen, dass der Film kaum etwas Positives an diesem Beruf erkennen lässt. Aber dieser Film soll und will sich nicht in die Mainstream-Serien und -Filme einreihen, die Krankenhäuser in bunten Farben mit stets gutgelaunten Ärztinnen und Ärzten und Pflegerinnen und Pflegern in lockerer Atmosphäre und ohne nennenswerte Probleme abbilden. Dieser Film zeigt vielmehr das Dilemma auf, in denen sich Krankenhäuser und das Personal befinden, die in diesen arbeiten. Genauso, wie die Protagonistin am Ende des Films in den Bus nach Hause einsteigt, sehe ich meine Partnerin oft nach Hause kommen, oder auch nicht. Denn häufig liege ich schon im Bett, wenn sie von der Spätschicht kommt, oder ich fahre gerade entspannt und ausgeschlafen ins Büro, während sie ihre Nachtschicht beendet. Nach einer Nacht allein mit 36 Patienten in der Inneren, allen Personalschlüsseln zum Trotz.

Das erste, was sie mir gestern nach dem Film mit Tränen in den Augen sagte: "Das ist mein Alltag!". Also nur ein Teil davon, denn wie kann man 8 Stunden Stationsalltag in 90 Minuten zusammen fassen? Aber sie sagte mir auch, dass sie jeden Tag immer wieder gern ins Krankenhaus fahre, weil ihr Beruf ihre Berufung ist und dieser Beruf der schönste, den sie sich vorstellen kann. Und das nach 31 Jahren auf der Inneren in einem Krankenhaus, das gerade Insolvenz angemeldet hat und kurz vor der Schließung steht.

Der Film zeigt genau das, was er soll. Nämlich die Versäumnisse im Gesundheitswesen, die jetzt auf dem Rücken derjenigen lasten, die als allerletzte dafür verantwortlich sind: den Pflegerinnen und Pflegern...
beco
beco

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3,5
Veröffentlicht am 11. März 2025
Leonnie Benesch kann auch als Pflegerin überzeugen, die aber, wenn sie ihren Dienst so versieht, wie es der Film zeigt, diesen Job nicht lange wird durchhalten können.
Ein wohl leider realistisches Bild der Situation des Pflegepersonals nicht nur in der Schweiz. Schön ist auch die Darstellung der verschiedenen Patienten, mit ihren Macken, Ängsten, aber auch ihrer Dankbarkeit.
Manches ist ein bisschen überzeichnet, trotzdem ein klares sehenswert.
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

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4,5
Veröffentlicht am 27. Februar 2025
Da ich selber nie im Pflegeberuf gearbeitet habe, masse ich mir nicht an, zu sagen dass dieser Film definitiv das wahre Leben wiedergibt. Trotzdem erscheint mir das Gezeigter als durchweg glaubhaft und leider auch erschütternd. Ohne eine wirkliche Story sehen wir einer eifrigen und kompetenten Pflegekraft zu, die versucht auf einer Station eine stressige Schicht durchzustehen. Aus der Unterbesetzung entstehen endlos viele kleine Momente und Situationen, bei der die Hauptfigur unter Stress gerät und angemeckert wird, obwohl sie vollkommen unschuldig daran ist. Das ist für mich die größte Stärke: man sieht Alltagsmomente aus allen Perspektiven. Mit Leonie Benesch hat man dabei eine wunderbare Hauptfigur der man alle Emotionen und Höhen und Tiefen auch so abnimmt.

Fazit: Wie ein Griff ins wahre Leben und eine Signalisierung, wie fordernd der Pflegeberuf sein kann – ungemein wichtig!
Isabelle D.
Isabelle D.

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5,0
Veröffentlicht am 22. März 2025
"Heldin" von Petra Biondina Volpe ist ein Film, den man unbedingt gesehen haben sollte. Gefühlt in Echtzeit und (scheinbar) ohne Schnitte gedreht, folgt die Kamera der Pflegekraft Floria Lind bei ihrer Nachtschicht in einem Schweizer Krankenhaus. Sie und ihre Kollegin sind an diesem Abend nur zu zweit und müssen noch eine Schwesternschülerin betreuen. Sie gibt ihr Bestes, kümmert sich hingebungsvoll und kompetent um ihre Patient*innen - so gut es eben geht, wenn die Zeit einfach hinten und vorne nicht reicht, um allen gerecht zu werden. Dadurch, dass keine Schnitte zu sehen sind, wirkt der Film so, als sei er in einer einzigen Einstellung, ohne Pause, gedreht worden.

Auch Floria hat keine Sekunde Pause, kann keine Sekunde kurz verschnaufen und durchatmen, sie muss die ganze Zeit da sein, sich konzentrieren, jeder Handgriff muss sitzen und jede Abweichung vom Plan und von der Routine bringt alles durcheinander. Es fängt bereits damit an, dass ein Patient zu spät zu seiner Operation kommt, und dann erstmal nicht aufhört zu telefonieren, lauter Sonderwünsche äußert und sich nicht an die Anweisungen hält. Doch auch ein Anruf der Tochter einer Patientin, die ihre Lesebrille am Vortag im Krankenhaus vergessen hat, stellt eine Irritation und potenziell gefährliche Ablenkung dar. "Können Sie nicht mal eben kurz ..." heißt es dann von den Patienten, die selbst vergessen, dass sie nicht die Einzigen sind, die von den Pflegekräften betreut werden. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Feststellung. Jedenfalls fehlt da einfach das Verständnis für die Arbeit der Pflegekräfte.

Gleichzeitig sind die Pflegekräfte am unteren Ende der Hackordnung im Krankenhaus. Wenn sie Ärzt*innen fragen, ob sie mal eben kurz bei einem Patienten vorbeischauen können, damit dieser nach 5-6 Tagen Aufenthalt endlich seinen Befund mitgeteilt bekommt, heißt es, sie hätten nun Feierabend und würden sich am nächsten Tag kümmern. Was ja ebenfalls ihr gutes Recht ist - doch die Pflegekräfte können sich dieses Recht nicht nehmen, ohne Menschenleben in Gefahr zu bringen. Und in einer solchen Situation ist es trotzdem nur eine Frage der Zeit, bis eben doch Fehler passieren - einige davon korrigierbar, andere potenziell lebensgefährlich.

Am Ende des Films kommt eine Texttafel, auf der steht, wie viele Pflegekräfte in der Schweiz und in Deutschland in den nächsten Jahren fehlen werden. Es ist erschreckend. Gleichzeitig hat man nach diesem Film einen kleinen Einblick und eine kleine Ahnung davon bekommen, was diesen Job ausmacht und wie wichtig er ist. Und dann werden diese Menschen so schlecht bezahlt und haben so schlechte Arbeitsbedingungen. Wie kann das sein?

Fazit: Ein erschütternder Film, der noch lange nachklingt. Und ein unheimlich wichtiger Film! Unbedingt sehenswert, nicht verpassen!
Breite Masse im Hintergrund
Breite Masse im Hintergrund

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4,5
Veröffentlicht am 8. August 2025
HELDIN war seit langer Zeit mal wieder ein Film, der mich von der ersten bis zur letzten Minute in den Kinositz gepresst hat. Grandios gespielt, nachvollziehbar erzählt, natürlich vielleicht ein wenig überdramatisiert, wobei das aber erstens nicht stört und man zweitens auch nicht ausschließen kann, dass es nicht eventuell genauso passiert. Das ganze Szenario absolut erschreckend, für mich persönlich schlimmer als jeder Horrorfilm. Einer der besten deutschsprachigen Filme seit langem!
Davki90
Davki90

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4,5
Veröffentlicht am 1. August 2025
Dieser Film ist allen Pflegefachkräften gewidmet. Unfassbar, was diese während Corona geleistet haben. Man sollte ihnen wirklich den allen grössten Respekt zollen. Es ist auch ein Hoch auf den Schweizer Film, sehr schön, dass dieser Streifen so gut funktioniert. Ein gutes Zeichen für die weiteren Zusammenarbeit mit Deutschland zum Beispiel. In deutschen Spitälern, ging es wohl noch etwas stressiger zu und her, aber für die Schweiz, ist das im Film dargestellte, ziemlich realistisch. Diesen Streifen zu schauen, ist ist sozusagen Pflicht. ;) Ich hoffe, dass unser Land weiterhin solche Filme produzieren kann und danke nochmals allen Pflegefachkräften und wünsche allen Schweizern, einen schönen 1. August, was unser Nationalfeiertag ist.
doktor_held
doktor_held

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5,0
Veröffentlicht am 28. Februar 2025
Seit langem einer der besten und realitätsnähesten Filme die ich gesehen habe. Der Film beschreibt 1:1 den Alltag in der Pflege. Ich bin Auszubildener Pflegefachmann im 3 Lehrjahr. Nicht nur für Pflegende ein Muss sondern auch für jeden anderen der einen Einblick in unseren Berufsalltag bekommen möchte. Sehr zu empfehlen!
White Tiger
White Tiger

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5,0
Veröffentlicht am 21. April 2025
Wow, ein der eindringlichsten Filme seit Langem!
Ich habe den Film aus der Sicht der Tocher eines aktuell erkrankten alten Vaters gesehen. Da ich zur Zeit seit 3 Wochen jeden Tag meinen Vate besuche, bekomme ich natürlich auch die Probleme der wechseln Patienten im Nebenbett mit.
Nie habe ich einen Film gesehen der die Realtität in großen Teilen so exakt widerspiegelt!
Das ständige Warten auf den Arzt, man braucht Hilfe, es dauert sehr lange bis jemand kommt, der demente Patient, der die ganze Nach um Hilfe ruft, der einsame Patient der sehr verloren scheint.
Schwester die sich bemühen, aber leider auch einige die nur mürrisch ihre Arbeit verrichten.
Wenn in absehbarer Zeit die Babyboomer alt und krank werden (und wir sind viele), dann können wir uns alle warm anziehen.
Bis auf wenige Sequenzen war der Film durch und durch realstisch und verdient 5 Sterne (Meisterwerk).
Milo Hooper
Milo Hooper

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1,5
Veröffentlicht am 27. Februar 2025
Als jemand, der zunächst als Pflegefachfrau gearbeitet hat und aktuell noch Medizin studiert: der Film ist packend, aber hat mit der Realität so gut wie nichts zu tun und wirft zudem ein deutlich schlechteres Licht als notwendig auf unseren Beruf. Nachdem ich den Film mit ein paar befreundeten Pflegefachfrauen gesehen hatte, waren wir echt versucht mal einen Tag lang mit GoPro zu arbeiten und das Material der Regisseurin zukommen zu lassen. Auch die Patienten sind in über 90% der Fälle viel freundlicher, dankbarer und umgänglicher als dies hier dargestellt wird. Insgesamt ist der Film eher eine Beleidigung denn eine Form der Wertschätzung für unseren Beruf. Es werden reale Probleme bis ins Absurde überzeichnet, um einen mediokren low budget Film einem breiten Publikum verkaufen zu können. Last but not least: wir wollen kein Mitleid oder Applaus. Wir wollen, dass die realen Probleme genau so wie sie sind, ohne zu über- oder untertreiben erkannt werden und daran gearbeitet wird, sie zu beheben.
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