WIR SIND KEINE MAKKARONI
Honey ist Privatdetektivin in Bakersfield und sucht parallel zur nächsten Sexpartnerin ihre vermisste Nichte. Die wurde zuletzt mit einem merkwürdigen alten Mann gesehen, der ihr sagte, er liebe sie. Als wäre das nicht schon schräg genug, treibt auch noch eine bizarre Kirche ihr Unwesen. Deren Pfarrer hat nicht nur ein erstaunlich aktives Sexualleben, sondern auch jede Menge krumme Geschäfte am Laufen.
Honey Don’t geht ca. 90 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier den zweiten Teil der B-Movie-Lesben-Trilogie rund um Margaret Qualley, die neben einem regen Liebesleben auch erstaunlich kompetent in ihrem Job ist.
Wer auf nackte Haut, viel Sex und eine eher zusammengeschusterte Handlung steht, sollte hier definitiv reinschauen. Denn seien wir ehrlich, die Story kommt erst in den letzten 30 Minuten überhaupt in Fahrt, dann allerdings rasant und gnadenlos. Alles davor fühlt sich wie Flickwerk an. Eine Kirche wird eingeführt, Chris Evans taucht als Pfarrer auf, der öfter Sex hat, als Jesus vermutlich genehmigen würde und im Grunde hat das alles kaum etwas mit der eigentlichen Handlung zu tun. Wobei man fair sein muss, eine echte Handlung gibt es vorher ohnehin kaum. Man redet hier, fährt dort hin, redet weiter. Fertig.
Margaret Qualley ist das Sahnehäubchen auf einem eher mauen Apfelkuchen. Jede Szene mit ihr funktioniert, egal ob angezogen oder nackt. Sarkastisch, frech, trocken, eine Figur, die man gern sieht und der man gern zuhört.
Alle anderen Figuren bleiben dagegen extrem oberflächlich. Die Männer, vor allem die Väter, sind wie immer komplette Loser und wirklich punkten kann hier sonst niemand.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das man gut nebenbei laufen lassen kann, ohne Angst zu haben, etwas Wichtiges zu verpassen. Aufmerksamkeit verdient hier eigentlich nur eine Person und die heißt Qualley.
4,5/10 Punkten. Schwache, gebeutelte Menschen wenden sich der Kirche zu, werden abgezockt und der Pfarrer ist moralisch völlig im Eimer. Erstaunlich realistisch, fast schon dokumentarisch.