EIN INFERNO OHNE GNADE
Im Jahr 2018 löst eine defekte Stromleitung einen so verheerenden Waldbrand aus, dass Feuerwehrleute, Sanitäter und sogar die Armee sich der schieren, unbändigen Kraft des Feuers beugen müssen. Mittendrin in diesem Inferno ist Kevin, der versucht, mit seinem Schulbus 22 Kinder zu retten. Doch umschlossen von Vernichtung schwindet die Hoffnung mit jeder Minute.
The Lost Bus auf Apple TV+ läuft rund 130 Minuten, ist ab 12 Jahren freigegeben und zeigt Matthew McConaughey in der Hauptrolle eines Katastrophenfilms, der auf wahren Ereignissen basiert.
Die Atmosphäre und Stimmung sind schlicht der Wahnsinn. Wenn die Flammen um sich schlagen und der Kreis der Möglichkeiten sich immer weiter zusammenzieht, hat man das Gefühl, die Hitze selbst auf dem Sofa zu spüren. Panik, Furcht und Hoffnungslosigkeit sind ständige Begleiter nicht nur bei den Hauptfiguren, sondern auch beim Rettungsteam, das immer wieder gezeigt wird und damit einen starken Gegenpol bildet, sodass man stets beide Seiten sieht.
Die Effekte sind gelungen, die Schauspieler überzeugen und besonders der Mittelteil ist beeindruckend spannend inszeniert.
Was mich persönlich gestört hat, war das Familiendrama um Kevin, das ich nicht gebraucht hätte. Es dient zwar als emotionaler Anker, damit man mitfiebert, aber ich hätte das auch ohne diesen Zusatz getan. Außerdem zieht sich der Film etwas zu sehr in die Länge, weil Drama an Stellen erzeugt wird, die dann unbefriedigend aufgelöst werden, etwa als Lehrerin Mary Wasser besorgt.
Das Finale sorgt für eine Träne im Augenwinkel, die jedoch gleich wieder mit einem Augenrollen verschwindet.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das spannend inszeniert ist, tolle Momente liefert und trotz der langen Laufzeit kurzweilig bleibt. Straffen hätte man es dennoch können, und einige Stellen bleiben zu vage.
7,5 von 10 Punkten.
Wir Menschen sind bescheuert, ist vermutlich der ehrlichste Satz des Films.