Ein starker Film, der es größtenteils in sich hat. Der Film bietet eine größtenteils packende Story über Rache, Loyalität und moralische Abgründe, eingebettet in eine düstere Atmosphäre. Die Rückblenden sind gut eingesetzt und stören nicht. Des Weiteren ist die Besetzung sehr gut. Allerdings gebe ich nur 4 von 5 Sternen, da das Finale etwas überhastet wirkt und nicht wirklich ganz mit dem sonst hohen Niveau mithalten kann. Im Gesamtpacket schneidet der Film im starken Bereich ab.
Blood & Sinners ist ein großer Film geworden, mit schrägem Humor, aber nie albern. Und auch wenn einzelne Elemente an berühmte Genre-Vorgänger erinnern mögen, so steht Blood & Sinners doch völlig eigenständig da.
In epischen Bildern wird in den ersten vierzig Minuten des Streifens zwar nicht die Geschichte der Blues Brothers erzählt, die die Band wieder zusammenbringen wollen, aber die Geschichte der Zwillinge Smock und Smack, die aus Chicago in ihre Südstaaten - Heimatstadt zurückkehren und alte Freunde und Bekannte für die Eröffnung ihres neuen Nachtclubs zusammentrommeln. Das Ganze wirkt zunächst wie der Beginn eines (guten) historischen Gangsterfilms, bevor die Blutsauger - Hölle über dem Nachtclub hereinbricht. Dabei kommen dann nicht nur die ungeduldigen Vampirfans im Kino auf ihre Kosten, die im ersten Filmteil auf blutige Beißorgien verzichten mussten, sondern es gelingt auch durch eine durchgehend nahe und intensive, persönliche Erzählweise, die Freunde des anfänglichen Südstaaten Dramas nicht im Blutrausch zu verlieren.
Bemerkenswert: Die Musik und hier vor allem der Blues sind durchgehend herausragend und passend. Die Highlights des Films entstehen nicht nur mit Musik, sondern auch durch die Musik. Ohne hier zu spoilern sei verraten: Auch Vampire haben ein Herz für gute Mucke. Zumindest, so lange kein angespitzter Holzpflock in eben diesem steckt..
Fazit: Ein rundum gelungenes Werk. Nachdem der geneigte Kinogänger sich anfangs etwas in die Szenerie eingefunden hat, sind es über zwei Stunden richtig gute Unterhaltung. Darüber hinaus nett: Endlich mal wieder ein Film, der diejenigen reich belohnt, die nicht bei der ersten Schluss-Schrift im Abspann direkt fluchtartig das Kino verlassen. Wer From Dusk till Dawn toll fand, wird auch Blood & Sinners lieben, eben weil es zwar Parallelen gibt, Sinners aber weit davon entfernt ist, ein Abklatsch zu sein.