The Assessment
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BrodiesFilmkritiken
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3,0
Veröffentlicht am 31. März 2025
Zwei unfassbar lange und unangenehme Filmstunden. Das liegt zum einen an der Umgebung, den Farben und der ganzen Inszenierung, zum anderen an der Geschichte selbst. Alicia Vikander spielt eine Prüferin, die in einer utopischen Zukunft darüber entscheiden soll, ob ein sich bewerbendes Paar Kinder kriegen darf. Im Zuge dieser Prüfung leidet sich das Paar sieben Tage durch eine unangenehme Situation nach der anderen. Ich finde es schade, dass die eigentlich spannende Welt drumherum lediglich auf wenige Sätze reduziert ist, davon hätte ich gerne mehr gesehen. Die Figuren sind allerdings nicht sehr mögenswert und die Situationen, die im Rahmen der Prüfung entstehen, sind für den Zuschauer genauso unangenehm wie für die Geprüften. Daher taugt dies nicht als Unterhaltung, sondern mehr als Test, we viel man aushalten mag.

Fazit: Sci Fi Mindfuck der sich unerträglich lang und unangenehm anfühlt!
Kinobengel
Kinobengel

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3,5
Veröffentlicht am 6. April 2025
EHRLICHKEIT ZUM SCHLECHTWERDEN


Mia (Elizabeth Olsen) und Aaryan (Himesh Patel) möchten in einer schwierigen Zukunft Nachwuchs bekommen. Obwohl die beinahe unerreichbaren Grundbedingungen der staatlichen Kontrolle erfüllt sind, muss sich das Paar einer siebentägigen Prozedur unterziehen, durchgeführt von Virginia (Alicia Vikander), die danach eine nicht anfechtbare Bewertung abgeben wird.

Auf der Leinwand bereiten die Visualisierung einer kargschönen, von toxischer Atmosphäre eingehüllten Küstenlandschaft und ein stilvoller, hochmoderner Bungalow den Appetit für ein besonderes Kinoerlebnis. In dieser Umgebung herrschen für die beiden höhergestellten Kandidaten wohl ideale Bedingungen zur Erziehung eines Kindes. Kein Wunder also oder auch eine gute Idee, dass Regisseurin Fleur Fortuné die zu erzählende Geschichte ihres Spielfilmdebüts distanziert von dem Rest der Menschheit inszeniert, der vermutlich größtenteils unter misslichen Bedingungen lebt und keine Chance bekommt, ein eigenes Kind zu haben.

Der Fokus des Plots liegt auf der einwöchigen Charakterprüfung, die zur Vermeidung eines Betrugs einen Test voranstellt, der entfernt an eine Dopingkontrolle erinnert. Was danach kommt, ist jedoch allzu schräg wie faszinierend: Virginia darf als „Tochter“ die Grenzen ihrer „Eltern“ erproben. Im Vergleich zur HARIBO-Werbung, in der Erwachsene wie Kinder sprechen, kommt das Szenario von Fortuné nicht für ein Hundertstel so lustig rüber. Die ungeübten, temporären Erziehungsberechtigten bekommen nach dem nicht erwünschten Aufbrechen ihrer Intimsphäre schier unkalkulierbare Probleme mit „ihrem Kind“ sowie untereinander, zudem wechselt die Assessorin unvermittelt zwischen ihren zwei Positionen. Was davon deckt der Machthaber? Im Saal ist das gleichermaßen kribbelig wie anstrengend, trotz oder wegen der meisterhaften Performance von Alicia Vikander. Wer keinen Zugang für dieses bizarre Konstrukt findet, sieht einen streckenweise langweiligen Film.

Im Herzstück von „The Assessment“ gelingt das allmähliche Entblättern der Charaktere, das Aufdecken von Geheimnissen sowie Absichten, in einer dadurch doch vorhandenen Spannungsspirale. Ein ständiges Hauen, Stechen und Konkurrieren nimmt seinen Lauf, auf die Steigerungen in dem Psycho-Drama muss nicht lange gewartet werden. Während eines Besuchs von Angehörigen liefert Minnie Driver als sehr betagte Evie ein prächtiges Kabinettstückchen ab. Nach der totalen Eskalation entsteht ein interessantes, weiterreichendes Bild durch den Einblick in die Welt der Virginia, die an ihrem letzten Auftrag entscheidend zu knabbern hat. Viele Fragen bleiben jedoch ungelöst, insbesondere die nach dem Sinn, einer Assessorin so weitreichende Verantwortung zu übertragen, wenn doch das Werden der Kinder von höchster Bedeutung ist.

Fleur Fortuné sorgt für ein seltsam dystopisches Event, das durch Ausdruckskraft, hervorragende Anleitung des Ensembles und entlarvende Bloßstellungen überzeugt.
Isabelle D.
Isabelle D.

330 Follower 511 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 1. Mai 2025
"The Assessment" von Fleur Fortuné ist ein atmosphärisch bedrückendes Kammerspiel und gleichzeitig ein durchgestylter, dystopischer SciFi-Thriller. Irgendwann in der Zukunft ist die Erde von der Klimakatastrophe zerstört. Die Armen und Ausgestoßenen leben in der alten Welt inmitten von Hunger und Zerstörung, die Reichen haben sich ihre Wohnungen unter künstlichen Atmosphären gebaut und Mittel und Wege gefunden, ihr Leben zu verlängern und dabei ewig jung zu bleiben. Doch was ist mit dem Nachwuchs? Schließlich können sich einen solchen Lifestyle nicht so viele Menschen miteinander teilen. Es wird daher ganz genau geprüft, wer ein Kind bekommen darf und wer nicht. Und in dieser Welt bekommen die Frauen ihre Kinder auch nicht selbst, sondern es wird ihnen nach bestandener Prüfung zugeteilt.

Und diese Prüfung hat es in sich. Virginia, die Prüferin, stellt dem Paar Mia und Aaryan im Interview bereits sehr intime bis unangenehme Fragen. Doch das ist erst der Anfang von einer einwöchigen Tortur voller Willkür und Unvorhersehbarkeit. Am nächsten Morgen benimmt sich Virginia plötzlich wie ein Kleinkind, wirft mit Essen um sich, schreit herum und stellt auf stur. Schnell stellt sich heraus, dass Mia und Aaryan unterschiedliche Herangehensweisen ans Thema Erziehung haben, er lässt alles durchgehen, sie muss Regeln etablieren und durchsetzen. Er ist der coole, lässige Dad, sie die meckernde, humorlose Spaßbremse. Virginia befeuert diese Dynamik noch, indem sie Aaryan als Lieblingselternteil behandelt und zu Mia extra-eklig ist. Spätestens da hätte ich ja schon keine Lust mehr gehabt und gesagt, drauf geschissen. Na ja. Dann wäre der Film aber schnell vorbei gewesen und so geht es weiter und steigert sich immer mehr. Zum Eklat kommt es, als plötzlich unangekündigten ein Abendessen bei Mia und Aaryan stattfindet, wo ihr Ex-Partner eingeladen sind und ein Paar, das bereits ein Kind bekommen durfte. Und trotzdem: Die beiden sind felsenfest entschlossen, die Prüfung durchzuziehen.

Mehr möchte ich jetzt nicht verraten - auf jeden Fall braucht man für den Film starke Nerven.

Fazit: Spannender, teils schwer erträgliche (im guten Sinne) Dystopie - sehenswert!
David Willson
David Willson

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3,5
Veröffentlicht am 10. April 2025
In der näheren Zukunft führt die Knappheit der Weltressourcen zu dem Verbot der natürlichen Fortpflanzung und zu dem Erhalt des Lebens durch Verpflichtungsmedikament pro Tag.
Die menschliche Bedürfnisse der Procreation werden offiziell gedeckt indem die potentiellen Eltern von einem Gutachten 7 Tagen begutachtet werden, dementsprechend der Titel des Films.
Die Prüfung ist intensiv, penetrant (von mehreren Perspektiven) und führt die Kandidaten zu den Grenzen des Wahnsinns.
Vikander spielt die 'Überraschungsei' /Gutachterin und die Spannung der Film ist beeindruckend. Die Aufklärung der moralischen Prinzipien des Gutachtens wirft eine andere Dimension und die Auflösung für das Hauptehepaar verleiht die Handlung ein verwirrendes und erleichterndes Endstand.
Crownfel
Crownfel

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5,0
Veröffentlicht am 11. Oktober 2025
"The Assessment" von Fleur Fortuné aus dem Jahr 2025 ist ein Film, der in einer nahen Zukunft angesiedelt ist, in der ein totalitäres System darüber entscheidet, wer Kinder bekommen darf. Der Film entwirft seine Dystopie dabei nicht über Action oder Effekte, sondern über Stille, sterile Räume und das Schweigen seiner Figuren. Diese reduzierte Ästhetik entfaltet eine eigentümliche Wucht – jeder leere Raum, jeder Lichtreflex wird zum Spiegel einer Gesellschaft, die sich selbst von der Menschlichkeit abgeschnitten hat.

Im Zentrum steht Prüferin Grace, das Gesicht einer Institution, die vorgibt, moralisch zu handeln, während sie in Wahrheit alles Menschliche auslöscht. Findlay spielt diese zerrissene Frau mit einer beeindruckenden Mischung aus Strenge und Verletzlichkeit. In jeder starren Geste schwingt etwas Verdrängtes mit, das sich langsam Bahn bricht. Herausragende Performance von Alicia Vikander - nuanciert, körperlich und voller stiller Wut.

Auch Himesh Patel überzeugt als Aaryan, der zwischen Anpassung und Rebellion schwankt. Seine Zurückhaltung wirkt wie eine ständige innere Spannung, die jederzeit zu zerreißen droht. Das Zusammenspiel mit Elizabeth Olsen als Mia ist intensiv und glaubwürdig – zwei Menschen, die versuchen, in einem System, das keine Nähe zulässt, menschlich zu bleiben.

Die Regisseurin Fleur Fortuné zeigt großes Gespür für Rhythmus und Raum. Mit chirurgischer Präzision komponiert sie Bilder, die fast klinisch wirken und trotzdem emotional aufwühlen. Das kalte Licht, die geometrische Bildsprache und die langen, stillen Einstellungen erzeugen eine Atmosphäre, die gleichzeitig erdrückt und fasziniert. So gelingt Fortuné etwas Seltenes: Eine visuelle Kälte, die emotional brennt.

Inhaltlich entwickelt sich der Film zu einem beklemmenden Psychodrama über Kontrolle, Begehren und Verlust. Wenn Grace ihre professionelle Distanz verliert, wird der Körper zum letzten Ort des Widerstands – aber auch zum Symbol totaler Verzweiflung. In einer Welt, in der selbst Fortpflanzung reguliert ist, sucht sie verzweifelt nach etwas Echtem – und zerstört sich dabei selbst. Diese moralische und emotionale Gratwanderung inszeniert der Film mit einer Intensität, die lange nachhallt.

"The Assessment" ist kein dystopischer Thriller im klassischen Sinn, sondern eine philosophische Autopsie einer sterilen Gesellschaft – und dabei filmisch erstaunlich klar und elegant erzählt. Fortuné verzichtet auf Pathos und findet in minimalen Gesten die größte Dramatik. Die Idee, Menschlichkeit durch Entzug sichtbar zu machen, wirkt ebenso kühn wie berührend.

Der Film stellt Fragen, die unter die Haut gehen:
Was bleibt vom Menschen, wenn jedes Gefühl reguliert wird?
Wann wird Kontrolle zur Perversion?
Und kann man Mensch bleiben, wenn der eigene Körper kein Eigentum mehr ist?

Das Ende bringt drei Wege des Überlebens: Mia wählt die Freiheit, Aaryan die Illusion, Grace den Tod. Es gibt keine Helden, nur gebrochene Menschen, die auf unterschiedliche Weise versuchen, wieder zu fühlen. Gerade in dieser Ambivalenz liegt die Größe des Films.

"The Assessment" hinterlässt Leere – aber eine bedeutungsvolle Leere. Er zeigt, dass in der Unmenschlichkeit noch ein letzter Rest Mensch steckt: das Verlangen, zu fühlen, selbst wenn es zerstörerisch ist.
Ein stiller, verstörend schöner Film, brillant gespielt, visuell makellos und emotional gnadenlos – einer der eindrucksvollsten dystopischen Dramen der letzten Jahre.
Marijana Dodaj
Marijana Dodaj

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5,0
Veröffentlicht am 16. April 2025
The Assessment – Ein stiller Kampf um Würde, Nähe und Menschlichkeit

Manchmal sind es die leisen Filme, die am lautesten nachhallen. The Assessment ist genau so ein Film. Kein Blockbuster, kein Spektakel – sondern ein feinfühliges, bedrückendes Kammerspiel über Kontrolle, Nähe und den Wunsch, einfach nur Mensch sein zu dürfen.

In einer Zukunft, in der nichts dem Zufall überlassen wird, müssen Paare beweisen, dass sie es „wert“ sind, Eltern zu werden. Mia (Elizabeth Olsen) und Aaryan (Himesh Patel) unterziehen sich dieser siebentägigen Prüfung – beobachtet, bewertet, entblößt. Alles an ihnen wird analysiert, jeder Blick, jedes Zögern. Und über allem steht sie: Virginia (Alicia Vikander), die Assessorin. Eine Frau, die fast unmenschlich wirkt – kontrolliert, präzise, eiskalt.

Aber was sich zwischen Mia und Virginia entwickelt, ist weit mehr als eine Prüfung. Es ist ein stilles, intensives Kräftemessen. Zwei Frauen, wie Gegensätze – und doch mit einer seltsamen, fast magnetischen Verbindung. Mia, verletzlich und stark zugleich, lässt sich nicht brechen. Virginia, distanziert und doch auf merkwürdige Weise berührt von Mias Menschlichkeit, beginnt zu wanken.

Elizabeth Olsen spielt Mia mit einer Zerbrechlichkeit, die unter die Haut geht. Ihre Augen sprechen – von Angst, Mut, Hoffnung. Alicia Vikander hingegen gibt Virginia diese kühle Fassade, hinter der etwas Dunkles, vielleicht sogar Schmerzvolles liegt. Zwischen ihnen knistert es – nicht romantisch, sondern existenziell. Als würde jede von ihnen der anderen etwas rauben… oder vielleicht retten wollen.

Der Film selbst bleibt ruhig, fast meditativ. Klare Bilder, stille Räume, wenig Musik – und gerade dadurch spürt man jede Emotion, jeden unausgesprochenen Gedanken umso mehr. Es geht nicht nur um Elternschaft. Es geht um Kontrolle. Um Vertrauen. Um das Menschsein in einer Welt, die alles regeln will – sogar Liebe.

Fazit: The Assessment ist keine einfache Geschichte. Aber sie trifft ins Herz. Wer bereit ist, sich auf diesen emotionalen Ausnahmezustand einzulassen, wird mit einem tiefen, ehrlichen Film belohnt – der lange nachwirkt und einen mit einer stillen Frage zurücklässt: Wer entscheidet, ob wir gut genug sind?
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