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BrodiesFilmkritiken
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3,5
Veröffentlicht am 29. Mai 2026
Ein rabiater Arschloch Influencer wird von einer kreuzbraven Familie entführt und in den Keller gesperrt, die an ihm eine Umerziehung vornehmen wollen. Das führt zu einem Entführungsfilm mit verdrehtem Ansatz: die Entführer sind eigentlich sympathisch, das Opfer ein schlimmes Scheusal. Mit der Frage, wo man hier die Moral hinpackt und für wen man ist beschäftigt einen dann zunehmend. Viel spektakuläres Zeug passiert dann zwar nicht, aber das braucht es auch nicht: die Mischung aus Thriller und Drama funktioniert gut.
Fazit: Aufgrund der ungewöhnlichen Figurenkonstellation ist man als Zuschauer hart gefordert, wo die Sympathien hingehen!
Tommy (Anson Boon) ist ein drogenaffiner Draufgänger, der vor Straftaten gegen Menschen keinen Halt macht. Nach einer durchzechten Nacht erlebt der Teenager den nächsten Morgen in Ketten auf dem abgelegenen Landsitz der Familie um Chris, Kathryn und Jonathan (Stephen Graham, Andrea Riseborough, Kit Rakusen). Tommy soll Benehmen sowie Moral lernen, unerbittlich.
Ich habe „Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes“ auf den Fantasy Filmfest Nights 2026 in München gesehen.
Der versierte polnische Regisseur Jan Komasa hat mit „Corpus Christi“ einen preisgekrönten Hit gelandet. Darin übt ein Straftäter das Amt eines Priesters aus und wird beliebt. Komasa hinterfragt die Bedingungen für die Qualifikation eines Berufs. Der Humor sitzt, bleibt aber zurückhaltend. Auch „The Change“ brachte dem Filmemacher Erfolg. Bei „Heel“ (Originaltitel des aktuellen Werks) rückt der Humor weiter in den Vordergrund. Allzu schräge Typen wandern durch die aufwendig gestalteten und hervorragend aufgenommenen Bilder von Michal Dymek („Das Mädchen mit der Nadel“, 2024). Sehr schnell entsteht der Eindruck, dass der eigentlich Böse eher normal ist als seine Dungeon Keeper, dazwischen die neue Haushälterin „Rina“ (Monika Frajczyk), die aus einem problematischen Umfeld kommt.
Die Konstellation beschert dem Publikum eine äußerst gute Unterhaltung, zumal das Timing der sich allmählich weiterentwickelnden Handlung über die gesamte Spielzeit von 110 Minuten stimmt. Alle Beteiligten lernen etwas dazu, wobei der federführende Chris seiner Ideologie unbeirrbar folgt. Komasa veranschaulicht Drang nach Freiheit, Gewalt in der Erziehung und entstehende mögliche Effekte ausführlich. Trotz der surrealen Anwandlungen entsteht nie der Eindruck einer nicht ernstgemeinten Beleuchtung ethischen Begehrens.
„Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes“ besticht bei allem witzigen Chaos tatsächlich durch Geradlinigkeit und Anspruch.
Fazit: Spannendes Thriller-Drama mit hervorragenden Schauspielleistungen und tollen Einzelmomenten. Lässt leider etwas zu viele Fragen unbeantwortet, während ein großer Twist gänzlich fehlt.
Hmmm, ein Film, der einen lange Zeit in den Bann zieht, mit spannenden Charakteren, deren Entwicklung man interessiert verfolgt, aber dann sieht man ein Ende, das mindestens fragwürdig daherkommt. Tommy als Erlöser, der heimgefunden hat. Es bleibt ein etwas zwiespältiger Eindruck
Wenn der Tommy ein rebellische, krimineller, gewaltbereiter Draufgänger der schlimmsten Art plötzlich angekettet im Schlafanzug in einem Keller aufwacht beginnt eine Erziehungsmaßnahme des ungewöhnlichsten Form für den 18 jährigen. Er wird isoliert, konfrontiert mit Videos seiner Vergangenheit und gedemütigt zu der Gehorsamkeit wie ein Hund. Aber seine Peiniger /Erziehungsberechtigten (selbst genannt) leben in deren eigenen Blase einer teils abgefahrenen Moral, aber auch teils gut gemeinten Korrektur der Fehlern der Vergangenheit. Manchmal brutal aber irgendwie gefühlsam ist die Erzählung so eine seltsame Geschichte. Die Hauptcharacteren sind intensiv, manchmal unheimlich, aber voll überzeugend. Schlicht gedreht und interessante Hintergrundsmusik.
Wir waren gestern im Film. Die Handlung und die Schauspieler sind Erstklassig. Ohne groß über den Film zu schreiben, oder mich über die Einzelleistungen der Schauspieler auszulassen, kann ich zusammenfassend schreiben, daß der Film zu keinem Zeitpunkt Langweilig oder zusammenhangslos wirkt. Ein unterhaltsamer Film, für den ich gerne 13,50 ausgegeben habe.