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Lord Borzi
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3,5
Veröffentlicht am 28. Dezember 2020
Als Kenner der Videospielreihe wusste ich zwar, dass mir die Verfilmung von „Silent Hill“ gefallen würde, aber dass der Film mir SO gut gefallen würde, hätte ich selbst nicht gedacht. Ich hatte erwartet, dass die Verfilmung eher massentauglich sei (viele Erklärungen, Einführungen etc.). Aber nein, Christophe Gans hat sich an die ruhige, atmosphärisch dichte Vorlage gehalten und die unheimliche Stimmung der Geisterstadt stilecht auf die Leinwand gebannt. Durchaus gelungen war die Darstellung der vier Dimensionen: das echte Silent Hill aus den 70er Jahren (toll: durch zerkratzte Archivaufnahmen dargestellt), das verlassene Silent Hill von heute (Erkennungsfarbe: gelbes Sonnenlicht), die erste Parallelwelt von Silent Hill (Erkennungsfarbe: grau + ständiger Nebel) und die zweite Parallelwelt (Erkennungsfarbe: rot wie die Hölle). Beeindruckend wurde der Wechsel zwischen diesen Dimensionen dargestellt (Tapetenfetzen fliegen nach oben etc.).
Auch das Markenzeichen von Silent Hill, die bizarren Wesen, durften nicht fehlen. Zum Fürchten waren die Grey Children, die von innen glühten. Das Auftauchen von Red Pyramid rüttelte alte Erinnerungen bei mir wach (ebenso wie die Bubble Head Nurses, Creepers und die Lying Figures). 0,5 Extrapunkte gibt es für die kluge Entscheidung, die bekannte und fantastische Musik aus den Videospielen zu benutzen (z.B. „Promise“). Mit dieser verträumten, aber dennoch unheimlichen Musikuntermalung war „Silent Hill“ ein absoluter Leckerbissen. Aber Vorsicht: Wer die Videospielreihe nicht kennt, könnte wahrscheinlich aufgrund der verschiedenen Parallelwelten, die als bekannt vorausgesetzt werden, ziemlich verwirrt im Regen stehen. Für alle anderen gilt: Anschauen!
Für einen Film der auf einem Playstation-Spiel basiert, legt 'Silent Hill' einen sehr guten Start hin und zeigt mit seiner dichten und atmosphärischen Inszenierung vor allem im ersten Drittel sehr viel Potential. Filme die auf Videospielen basieren haben grundsätzlich einen eher bescheidenen Ruf und Christophe Gans' Verfilmung lässt jedenfalls Hoffnung aufkommen dass es sich hier um eine der wenigen gelungenen Varianten handelt. Weitere Hoffnungsschimmer gibt's in Form eines tollen Produktionsdesign, einigen überaus gelungenen Effekten und guten Schauspielern - wobei vor allem Hauptdarstellerin Radha Mitchell (bekannt aus 'Pitch Black' und Finding Neverland) noch das beste aus ihrer eindimensionalen Rolle herauszuholen weiss während Sean Bean hier gänzlich unterfordert ist.
Spätestens nach der ersten Filmhälfte bleibt vom ersten guten Eindruck nicht allzu viel übrig. Nebst einigen Längen verzettelt sich der Regisseur in einigen unwichtigen Nebenhandlungen und weiss dabei nicht so recht was er nun für einen Film abliefern möchte.
"Silent Hill" ist atmosphärisch gesehen sehr gelungen. Auch die Darsteller spielen gut und als Video-Spiel-Verfilmung entstand ein stimmiger Film (allerdings kenne ich die Spiele nur vom Namen). Doch die Horror-Schock-Effekte sind nicht wirklich gelungen, der Soundtrack ist manchmal etwas unpassend und der Film zieht sich mit seinen zwei Stunden ins Unendliche. Das liegt unter anderem an der Geschichte, die einfach nicht voran kommt. Die Dialoge sind auch leider etwas lala. Die Ansätze der Story sind gut, doch es wird wenig ausgebaut. Die die Spiele kennen haben vermutlich mehr Spaß daran.
Fazit: Als Horrorfilm atmosphärisch aber ohne Schock und viel Langatmigkeit.
Ich geb ja zu, es gibt Filme wo ich irgendwie den Faden verliere und die dann nur noch so völlig beiläufig ablaufen - aber selten ist mir das bei einem Film nach nur so wenigen Filmminuten passiert. Ich hab überhaupt keinen Einstieg in diesen Horrormurks gefunden und war nach wenigen Augenblicken genauso verloren wie die recht ansehnliche Radha Mitchell im Nebel der Filmstadt. Und das dann dort eigenartige Monstergestalten und anderes Ungeziefer anmarschiert hab ich weder verstanden noch fand ich es besonders spannend. Je weiter der Film fortschreitet desto mehr nehmen Blut, Geschrei und Abscheulichkeiten zu - ebenso wie mein Desinteresse und meine Langeweile. Liegt aber vielleicht auch daran dass ich das dazugehörige Videospiel niemals so richtig gespielt habe und keinen Bezug zur Sache habe ... egal. Für mich jedenfalls 2 rundherum vergeudete Filmstunden ...
Fazit: Buaaahhh! Monströse Ekel und Schrecknummer die enorm einschläfernde Wirkung hat
Wenn man zwei Stunden bei absoluter Dunkelheit vor einem superben TV mit hochwertiger DTS-Beschallung verbringt und sich nicht ein einziges Mal Gänsehaut ein- bzw. aufstellt, dann ist das Gerät entweder nicht eingeschaltet oder es läuft "Silent Hill". Überraschend wie die letzte Einkommensteuererklärung, wird kein noch so plakatives Klischee ausgelassen, um sich in den Untiefen pseudoreligöser Banalitäten zu suhlen. Wer hier tatsächlich aufgrund des komplexen Handlungsgerüsts zur Zweitsichtung rät, dem empfehle ich dringend einen IQ-Check. Einen ganzen Sympathie-Stern vergebe ich an Jodelle Ferland, die in anderen Produktionen mehr Gelegenheit bekam, ihr Talent zu zeigen.... Fazit: enttäuschend!