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Koyaanisqatsi
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4,5
Veröffentlicht am 15. Juli 2012
Schon die Western von Sergio Leone, mit denen Clint Eastwood in den 60ern berühmt geworden war, waren relativ düster. Was sich Eastwood nun hier geleistet hat, ist aber die Dekonstruktion des Westerns an sich, und zwar in einer Übergangszeit zur Moderne. Die ernannten Helden müssen erkennen, dass sie gar keine Helden sind, sondern Sadisten, Mörder und Vergewaltiger. Alles, was an ihnen in längst vergessenen Zeiten glorreich war, ist vorüber. Sie haben es verlernt, und sind alt geworden. Nichts lässt sich mehr daran ändern. Ihre Aufgabe ist es nun, sich selbst zu erkennen. Der Film begleitet die Charaktere bei dieser Identitätssuche. Nichts ist groß aufgetragen, sondern insgesamt ist die Inszenierung eher nüchtern und neutral, aber vor allem authentisch und ehrlich. Der Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist zwar ein Auftragsmord, aber dieser steht beinahe nie im Vordergrund. Es geht vielmehr um die Charakterentwicklung. All das scheint ein Markezeichen von Eastwoods Regie zu sein. Zudem werden sämtliche Illusionen, die das Western-Genre erschaffen hatten, zu Fall gebracht. Das furiose Finale bricht mit der Erzählweise des restlichen Filmes, ist aber immer noch total konsequent. Man könnte natürlich noch viel mehr schreiben - schaut euch ihn am besten einfach an!
Nachdem Eastwood jahrelang in teilweise echt miesen Western mitgespielt hat, dreht er nun einen. Das Ergebnis ist überwältigend. Eastwood ist auch in seinem Alter einer der besten Regisseure , und weiß immernoch was das Publikum will. Seine Geschichten sind meist altmodisch, aber so erzählt das man sich davor nur schwer entziehen kann. Mit "Erbarmungslos" gelint ihm aber sein Meisterwerk. Die geschicht ist eigentlich "nur" eine Geschichte eines Mannes, der glaubt er hätte die Gewalt hinter sich gelassen, und schliesslich noch einmal zum Mörder wird. Bei keinem Regisseur hätte das hier so gut funktioniert wie bei Eastwood. Er versteht einfach was von seinem Fach. Schauspielerisch geht es , wie immer bei ihm, genial zu. Ob Hackman als Sado-Sheriff, oder Freeman als alter Kumpane, aber natürlich auch Eastwood selbst , sie überzeugen alle! Wirklich alle! Die Bilde sind hier trist und depressiv. Die Cowboys sind keine Helden, sie sind alle Mörder.Eastwood bringt es auf dem Punkt: Es war nicht so wie in den Spaghetti-Western, damals gab es kaum Helden. Alles in allem: Großartig! Einfach nur großartig!
„Erbarmungslos“ ist ein hervorraender Westernfilm, der vor allem in schauspielerischer Hinsicht überzeugt. Der eigentliche Plot ist auch sehr gut gelungen. Die Zeit um 1880 wird im Film wunderbar präsentiert. Auch musikalisch ist der Film in einem sehr guten Bereich. Insgesamt ist Erbarmungslos ein sehr guter und interessanter Western, der wie z.B. „Brokeback Mountain“ eher den wirklichen Wilden Westen zeigt. Die letzte Schießerei von Clint Eastwood ist auch unheimlich genial gelungen.
Ich bin kein Westernfan. Die abgeschmackte Idee vom saucoolen Westernhelden hat mich nie sehr gereizt. Dennoch oder gerade deshalb gefiel mir "Unforgiven" gut. Dem alternden inzwischen frommen Massenmörder, der auszieht um ein letztes mal für Geld zu töten, konnte ich thematisch eine Menge abgewinnen.
Meines Erachtens nach behandelt dieser Film allerdings noch eine Menge mehr. Es geht um nichts weniger als um die Glorifizierung des Tötens. Um eben jene unwirklichen Westernhelden und Cowboyromantik, die mich immer vom Western hat Abstand nehem lassen. In der erstten Hälfte des Films wird fast ausschließlich über "die alten Zeiten" geschwärmt oder erzählt. Der junge Kopfgeldjäger, der Eastwoods Figur als großen Helden verehrt und der Biograpf, welcher sich die mörderischsten Geschichtchen zusammenklaubt, um die Glorifizierung voranzutreiben, sind hier bezeichnende Figuren. Der Heldenmythos kann sich aber nicht halten angesichts des vom Pferd fallenden, des Schießen unkundig gewordenen alten Mannes. Es besteht eine ständige Spannung zwischen Mythos und Realität. Denn es sind Menschen, die andere Menschen töten und damit leben müssen.
Von meiner Warte aus betrachted also ein durchaus sehenswerter Film, der sich dem Cowboy auf gänzlich menschlicher Ebene nähert.
Also...Dieser Film ist sicherlich eine Erweiterung für das Genre des Westerns und hat einige sehr gute Szenen (vor allem das Finale), trotzdem sollte man doch mal die Kirche im Dorf lassen: Die schauspielerischen Leistung sind gut, aber nicht überragend und schon garnicht Oscar-Reif. Clint Eastwood spielt mit dem selben Gesichtsausdruck und auch im Prinzip den selben Charakter wie in allen seinen anderen Filmen auch. Das mag zwar authentisch sein, ist aber noch lange keine gute schauspielerische Leistung. Die anderen Darsteller finden sich auf ähnlichem Niveau wieder. Des Weiteren weist der Filme einige Schwächen in der Logik des Drehbuches auf und auch die Entscheidungen der Charaktere sind teilweise nur schwer nachzuvollziehen, was sehr nervig ist.
Mit "Erbarmungslos" hat Clint Eastwood ein wahres Meisterwerk geschaffen, das mit dem üblichen Klischees des Western-Genres gründlich aufräumt. Die Story des in die Jahre gekommenen Killers, der ein neues Leben ohne Gewalt und Alkohol dank seiner Frau gefunden hat und sesshaft geworden ist, ist zwar nicht grundsätzlich neu, aber dafür von Eatswood umso brillanter erzählt. Er setzt dabei vor allem auf Realismus, lässt den Anti-Helden oft ziemlich alt aussehen (z.B. hat er das Reiten und Schießen verlernt). Alles wirkt dabei äußerst authentisch, nichts scheint übertrieben. Einfach klasse inszeniert! Die Atmosphäre des Films ist sehr kalt und düster. Niemand scheint hier als Sympathieträger zu dienen, jeder hat Dreck am Stecken. Niemand kann das Recht auf seine Seite ziehen oder seine Taten rechtfertigen. Der Film endet in einem großartigen Finale, das es wirklich in sich hat. Aber natürlich kein Show-down wie in einem typischen Western. Schauspielerisch kann "Erbarmungslos" ausnahmslos überzeugen und bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau. Allen voran Clint Eastwood selbst liefert als in die Jahre gekommenen Ex-Killer eine sensationelle Leistung ab. Er verleiht seiner Rolle problemlos die nötige Tiefe und Glaubwürdigkeit und kann in jeder einzelnen Sekunde überzeugen. Eine oscarreife Leistung! Aber auch die anderen Darsteller wie Gene Hackman als korrupter Sheriff (mit einem Oscar ausgezeichnet), Morgen Freeman als Eastwoods Partner oder Ed Harris spielen einfach großartig und stehen Eastwood in nichts nach. Hier scheint einfach alles zu passen!
Fazit: "Erbarmungslos" ist ein beeindruckender und bemerkenswerter Western, der endlich mit den Vorurteilen und Klischees des Genres aufräumt. Mit viel Authentizität, hoher Intensität, einer genialen Story, großartiger Atmosphäre und einem überragenden Cast lässt Eastwood den Western wieder auferstehen! Für einen spannenden und tollen Filmabend nur wärmsten zu empfehlen!!