Als Journalist Dee Linford 1952 seinen Roman „Man Without A Star“ herausbrachte, konnte er nicht ahnen, welchen Einfluss er auf Film und Fernsehen haben sollte. Denn seine Geschichte über Gemeinschaftssinn, Konkurrenzdenken und Verrat wurde nur drei Jahre später von Regiegröße King Vidor als „Mit stahlharter Faust“ mit Kirk Douglas verfilmt. Elf Jahre nach seiner Veröffentlichung diente der Roman zudem als Inspirationsquelle für eine Episode der langlebigen TV-Serie „Die Leute von der Shiloh Ranch“.
Dazwischen bekam der Stoff eine nahezu in Vergessenheit geratene, zweite Filmadaption: „Sein Name war Gannon“ von „Der scharlachrote Pirat“-Regisseur James Goldstone. Im März 1968 feierte er US-Premiere, im Oktober desselben Jahres lief er mit FSK 18 in den deutschen Kinos. Seither blieb dem Western hierzulande eine Heimkinoauswertung verwehrt. Das hat nun ein Ende: Diese Woche feierte „Sein Name war Gannon“ endlich deutsche Heimkinopremiere – und zwar auf DVD und Blu-ray!
"Sein Name war Gannon": Aus Kollegen werden Feinde
Als Cowboy Gannon (Tony Franciosa) das Greenhorn Jess Washburn (Michael Sarrazin) vor einem Zug rettet, könnte dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein. Zunächst einmal wird Gannon aber zum Mentor des Jünglings. Auch, als sie Jobs auf der Ranch der kürzlich verwitweten Beth (Judi West) bekommen, hat Gannon ein wachsames Auge auf Jess.
Doch als Beth beschließt, eine riesige Rinderherde zu züchten, um sie anschließend zu verkaufen und mit dem Gewinn einen Umzug in die Stadt zu finanzieren, ist der Frieden vom Winde verweht: Benachbarte Rancher sind von Beths Plänen erzürnt. Während Beth und Jess miteinander auf Kuschelkurs gehen und den benachbarten Ranchern den Kampf ansagen, lässt sich Gannon von Beths Nachbarschaft einspannen...
Wer angesichts der FSK-Freigabe mit einer brutalen, überaus blutigen Eskalation dieser Konflikte rechnet, sei vorgewarnt: In den späten 1960er-Jahren urteilte die FSK noch deutlich empfindlicher als heutzutage – bei einer Neuprüfung wäre der Film zweifelsfrei niedriger eingestuft worden. Regisseur Goldstone zielt nämlich nicht auf eine Revolverhelden-Geschichte ab, sondern adaptiert seine Vorlage „in der Form einer Beat-Ballade“, wie Filmdienst den Western bezeichnet.
Falls ihr weniger in Stimmung für eine ruhige, unaufgeregte und filmhistorisch wenig beachtete Auseinandersetzung mit Existenzkämpfen, dem Wandel des Westens und Loyalität seid, sondern lieber eine ganze Box mit starken und aufregenden Western-Meilensteinen haben möchtet, solltet ihr unseren folgenden Heimkino-Tipp beachten:
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