Platz 36
Joel Coen & Ethan Coen, USA 1996
Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Das kam den Brüdern Ethan und Joel Coen zugute, als sie gemeinsam das Drehbuch zu dem schwarzhumorigen Thriller „Fargo“ verfasst haben. Der Film glänzt mit seiner kruden und oftmals schreiend komischen Geschichte um einen scheinbar ganz einfachen Plan, der mächtig in die Hose geht. Jerry Lundegaard (großartig: William H. Macy) ist der geborene Verlierer und leitet in Minneapolis das Autohaus seines Schwiegervaters. Um einmal im Leben einen dicken Fang zu machen, plant er den gehassten Alten richtig zu schröpfen. Jerry heuert kurzentschlossen zwei Gangster an, die seine eigene Frau entführen sollen, um vom Schwiegervater ein kräftiges Lösegeld zu erpressen. Zugleich meint er auch noch die Ganoven übers Ohr hauen zu müssen. Dabei ist einer der beiden ein gemeingefährlicher Psychopath. „Fargo“ vereint knisternde Spannung mit unglaublich absurden Szenen vor der imposant eingefangenen Schneekulisse des nördlichen Mittleren Westens. Wie immer legen die Coen-Brüder ein besonderes Augenmerk auf die spezifischen Eigenarten der Bewohner der gezeigten Region, wodurch „Fargo“ zu einer Art US-Heimatfilm wird, den man sich verdammt gerne anschaut.