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    "Keine Tiere wurden verletzt": "Bailey"-Autor reagiert auf Vorwurf der Tierquälerei
    Von Tobias Mayer — 21.01.2017 um 12:42

    Nachdem TMZ ein Video des Drehs von „Bailey - Ein Freund fürs Leben“ veröffentlicht hatte, das einen Hund in misslicher Lage zeigt, wurde zum Boykott aufgerufen und die Premiere abgesagt. Nun reagierte der Autor W. Bruce Cameron.

    2016 Constantin Film Verleih
    Am 18. Januar 2017 veröffentlichte TMZ ein Video von den Dreharbeiten zu „Bailey - Ein Freund fürs Leben“, das zeigt, wie sich ein Hund zu weigern versucht, ins Wasser gedrängt zu werden. Der Fall hatte Folgen: Die Tierschutzorganisation PETA gehörte zu denen, die einen Boykott des Familienfilms fordern. Die Premiere und weitere Pressetermine wurden abgesagt. Das Studio Universal veröffentlichte ein Statement, in dem es heißt, dass der „Anschein eines leidenden Tieres“ zwar alle Mitarbeiter niedergeschlagen gemacht habe, man aber das Versprechen bekommen hatte, dass Schäferhund Hercules beim Dreh nicht verletzt worden sei. Ähnlich klingt nun die Äußerung von W. Bruce Cameron, Autor der Buchvorlage und Co-Drehbuchautor des Films.

    Variety zitiert W. Bruce Cameron mit den Worten: „Ich fand das Video, das wir alle gesehen haben, schockierend, denn als ich am Set war, ging es allen um Sicherheit und Komfort für die Hunde. Wenn die Leute, die das Video aufgenommen und geschnitten haben, gedacht hätten, dass etwas nicht stimmt, warum haben sie dann 15 Monate gewartet, etwas dagegen zu tun, anstatt gleich zu den zuständigen Stellen zu gehen? Ich habe seitdem [andere] Aufnahmen vom fraglichen Tag gesehen, als ich nicht da war, und die zeichnen ein komplett anderes Bild.“

    Hercules habe nicht das Wasser gestört, sondern der Ort: „Der Text zum geschnittenen Video gibt einen falschen Eindruck davon, was passierte. Der Hund hatte keine Angst und wurde nicht ins Wasser geschmissen – ich habe Aufnahmen mit Hercules von früher an diesem Tag gesehen, wo er freudig in den Pool springt. Als er den Stunt von der anderen Seite des Pools machen sollte, also anders, als bisher, wurde er störrisch. Der Fehler war, zu versuchen, den Hund ins Wasser zu tunken, um ihm zu zeigen, dass das ok ist – das Wasser ist nicht das Problem, sondern der Ort, und der Hund machte den Stunt mit Freude, als er zu seiner ursprünglichen Position zurückdurfte.“

    W. Bruce Cameron versucht, das Verhalten des Hundes zu erklären, gesteht Fehler ein, wehrt sich aber gegen den Vorwurf der Tierquälerei. „Ich mochte es auch nicht, als Hercules‘ Kopf kurz unter Wasser war, aber da waren ein Gerätetaucher und ein Trainer im Pool, um ihn zu beschützen. Er liebt das Wasser, war nicht in Gefahr und nicht aufgebracht.“ Cameron nach müsse zwar alles getan werden, dass sich die Fehler nicht wiederholen, aber das Zertifikat der American Humane Association (AHA) – „keine Tiere wurden verletzt“ – spreche für sich. Zuvor hatte Produzent Gavin Polone das Vorgehen der AHA allerdings noch als uneffektiv beschrieben, weil stets nur ein Vertreter zum Set geschickt würde. Die für „Baily“ zuständige Vertreterin sei vorrübergehend entlassen worden.

    In „Bailey - Ein Freund fürs Leben“ von Regisseur Lasse Hallström („Das Leuchten der Stille“) kehrt der titelgebende Hund in unterschiedlichen Reinkarnationen zurück, nachdem er starb, und ist den Menschen ein treuer Helfer. In der deutschen Fassung spricht Florian David Fitz die Gedanken von Bailey, deutscher Kinostart ist am 23. Februar 2017.




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