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    Nach rassistischen Äußerungen von Roseanne Barr: Hit-Sitcom "Roseanne" abgesetzt [UPDATE]
    Von Björn Becher — 29.05.2018 um 18:54

    Schauspielerin Roseanne Barr hat sich heftig Kritik zugezogen. Ein rassistischer Tweet rund um eine Beraterin von Barack Obama war der Anfang, ihre Verteidigung machte es nicht besser. Nun gibt es Konsequenzen für ihre Hit-Sitcom „Roseanne“.

    ABC

    Update zur Absetzung der Serie am Ende dieser Nachricht!

    Dass Roseanne Barr ein großer Fan von Donald Trump ist und Barack Obama verabscheut, ist kein großes Geheimnis. Mit teils harschen, teils aber auch sehr wirren Äußerungen hat sie das in der Vergangenheit mehr als deutlich gemacht. In den neuen Folgen ihrer Hit-Sitcom „Roseanne“ wurde dies sogar auf ihr fiktives Serien-Alter-Ego übertragen, die nun auch glühender Trump-Anhänger ist. Doch mit ihrer neuesten Äußerung auf Twitter hat sie den Bogen überspannt…

    Barr antwortete auf einen Tweet, in dem Barack Obamas Beraterin Valerie Jarett vorgeworfen wird, Missetaten ihres Bosses vertuscht zu haben. Die Schauspielerin selbst schrieb: „Hätten die Muslimbruderschaft & Planet der Affen ein Baby = vj“. Auf die Kritik, dass dies rassistisch sei, antwortete Barr dann noch „Muslime sind keine Rasse“ und machte ihre Bemerkung über „Planet der Affen“ und das Aussehen von Jarett noch schlimmer. Erst nach der neuerlichen Kritik ruderte sie zurück, entschuldigte sich, „einen schlechten Witz über Politik und Aussehen“ von Jarett gemacht zu haben. Sie löschte nicht nur die entsprechenden Tweets, sondern kündigte an, nicht mehr zu twittern.

    Ein ganz anderer Rückzug folgte aber auf dem Fuße. Die schwarze Schauspielerin und Komikerin Wanda Sykes kündigte umgehend an, dass sie nicht mehr an „Roseanne“ arbeiten werde. Sykes stand in der Serie zwar nicht vor der Kamera, war aber als beratende Produzentin stark involviert. Vor allem galt ihr Engagement als wichtig, da sie mit ihren liberalen Ansichten ein Gegenwicht zum konservativen Star der Serie geben sollte.

    Die „Roseanne“-Fortsetzung über 20 Jahre nach dem ursprünglichen Ende der Serie wurde auch mit besonderem Interesse wahrgenommen, weil das Revival ein nach der letzten Wahl und dem knappen Sieg von Donald Trump über Hillary Clinton zerrissenes Amerika zeigen sollte. Wie sich in einer Familie konservative und liberale Ansichten gegenüberstehen, ist so großes Thema. Nun scheint das Pendel aber ganz klar in eine Richtung auszuschlagen. Vor Sykes stieg nämlich vor knapp zwei Wochen bereits Produzentin und Co-Chef-Autorin Whitney Cummings aus. Die erfolgreiche Komikerin ist ebenfalls eine bekennende Liberale. Im Podcast der Kollegen von TVLine erklärte sie sogar, dass sie an „Roseanne“ arbeite, weil sie so ins Wohnzimmer der Leute komme, die für Trump stimmten. Sie begründete ihren Abschied offiziell mit ihrem vollen Terminplan.

    Eigentlich soll es mit „Roseanne“ weitergehen. Nach dem Mega-Erfolg der neun Episoden der zehnten Staffel wurde eine 13 Folgen umfassende elfte Season in Auftrag gegeben. Ob die Kontroverse daran was ändern wird, dürfte sich bald zeigen. Ursprünglich lief die Sitcom von 1988 bis 1997.

    UPDATE: Kurz nach Veröffentlichung der ursprünglichen Version dieser Nachricht gab Sender ABC bekannt, dass die Serie abgesetzt wird. Die bei ABC für die Unterhaltungssendungen zuständige Channing Dungey erklärte dazu, dass „die Twitter-Aussage abscheulich, widerlich und im Widerspruch zu unseren Werten steht, weswegen wir uns entschieden haben, die Serie abzusetzen“.

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