IGELSCHNÄUZCHEN SOLL MAN NICHT SEHEN
Nachdem die Autobombe einen Toten fordert und Hal sowie Stuart schwer verletzt zurücklässt, beginnt das große Rätselraten. Wer steckt dahinter? Ein Verräter aus dem inneren Kreis oder ein fremdes Land? Die Lage muss schnell geklärt werden. Denn Blut wird fließen, Loyalitäten bröckeln und Enthüllungen schlagen ein wie diplomatische Granaten.
Diplomatische Beziehungen, Staffel 2 auf Netflix umfasst diesmal nur 6 Episoden à ca. 45 Minuten. Keri Russell als Kate führt uns wieder mit Bravour durch ein Labyrinth aus Intrigen, politischen Machtspielen und Alltagsproblemen wie, welche Frisur ist angemessen, wenn man einen Staatskonflikt löst und welcher BH funktioniert dazu?
Die zweite Staffel reicht für mich nicht ganz an die erste heran, bleibt aber trotzdem ein Fest aus brillanten Dialogen, cleveren Ideen und erstklassigem Tempo.
Was mich störte, Stuart. Der wirkt hier weniger wie ein erfahrener Agent sondern mehr wie ein trauriger Dackel, den keiner adoptieren will. Statt ruhig, fokussiert und strategisch zeigt er uns eine Teenager mäßige Heulboje auf Entzug.
Und dann das Finale, wieder ein starker Cliffhanger, aber zu abrupt wie ein Stromausfall.
Alles andere hingegen funktioniert top. Die Figuren liefern ab, Allison Janney als Vizepräsidentin ist eine absolute Naturgewalt und stiehlt fast Keri Russell die Show, was schon eine Kunst ist. Die Story jagt uns ohne Pause von Verdächtigem zu Verdächtigem, keine Sekunde Stillstand, pure politische Hochspannung.
Unterm Strich bleibt eine zweite Staffel, die die politische Wucht und das Tempo perfekt hält, nur die zwischenmenschlichen Funken sprühen diesmal etwas weniger. Besonders zwischen Kate und Hal fehlt ein winziges Glühen, aber ja… das ist Meckern auf Luxusetage-Niveau.
8,5/10 Punkten.
Der erste Eindruck zählt, nicht Intelligenz oder Kompetenz, sondern Haare, Outfit und Haltung. Politik beginnt im Spiegel.