POLITIK WAR NOCH NIE SPANNENDER
Kate jongliert inzwischen mit zwei Jobs, während eine Katastrophe die nächste jagt. Eine tote in einem CIA-Safehouse, die Enthüllung über die 41 getötete Soldaten auf einem britischen Flugzeugträger und obendrein eine Waffe, die wirklich in niemandes Hände fallen darf. Die diplomatischen Beziehungen hängen am seidenen Faden und jemand spielt verdammt fahrlässig mit der Schere.
Diplomatische Beziehungen Staffel 3 auf Netflix hat 8 Episoden mit je ca. 45 Minuten Laufzeit und ganz ehrlich ich bin selbst jemand, den politische Stoffe eher abschrecken, aber diese Serie macht es einem unfassbar leicht, dran zu bleiben. Die dritte Staffel sprüht vor Wortwitz, guten wie katastrophalen Entscheidungen und entfacht ein politisches Feuerwerk, das konstant fesselt.
Jede Figur macht einen Schritt nach vorn, niemand ist bloß Beiwerk. Kate selbst rudelbummst sich zwar weiter durch die Gegend, aber die Lenden wollen eben, was die Lenden wollen. Ihre Beziehung zu Hal war selten so fragil, die Folge Schrödingers Ehefrau bringt diesen Zustand wunderbar auf den Punkt.
Die diplomatischen Gespräche, vor allem mit dem britischen Premierminister, sind erneut Highlights. Selten wurde so elegant gezeigt, dass man nicht zwangsläufig Kompetenz braucht, um einen hohen Posten zu bekleiden, nur Lautstärke und Ego.
Die Story bietet massig Zündstoff, fühlt sich erschreckend realistisch an und spitzt sich von Folge zu Folge weiter zu.
Das Finale klingt zwar nach Waffenruhe, bei der jeder noch den Finger am Abzug hat und auch die Beziehungen wirken kurzfristig stabilisiert, aber natürlich endet alles in einem Cliffhanger, der so explosiv ist, dass Staffel 4 eigentlich schon beim Abspann mitgezündet wird.
Unterm Strich bleibt eine Staffel, die knackig, humorvoll und durchgehend von brillanten Dialogen getragen ist. Fantastische Figuren, eine Weltuntergangs-Story mit Bodenhaftung und der Beweis, dass Politik selten so unterhaltsam war.
9/10 Punkten. Wen würdet ihr anrufen, wenn eine Superwaffe vor eurer Haustür liegt? Russland, China oder doch wieder die USA?