Die Vorlage zur Netflix-Serie "The Decameron" hat schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel: Das "Decamerone" - eine Sammlung von Kurzgeschichten des italienischen Autors Giovanni Boccaccio - ist schätzungsweise zwischen 1349 und 1353 kurz nach einer schweren Pestepidemie geschrieben worden. Der seltsame Titel leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie "Zehn-Tage-Werk", da sich in der Rahmenhandlung des Buches 10 Personen treffen, um sich auf der Flucht vor der Pest zur Ablenkung für 10 Tage pro Tag gegenseitig 10 Geschichten zu erzählen.
Der Literatur-Klassiker "Decamerone" ist schon einige Male vor "The Decameron" verfilmt worden. Vor allem im italienischen Kino erfreuten sich die tragisch bis schlüpfrigen Kurzgeschichten schon seit der Stummfilmzeit großer Beliebtheit und wurden bereits in den 1910er Jahren erstmalig verfilmt. Die bislang bekannteste Adaption stammt vom italienischen Skandal-Regisseur Pier Paolo Pasoloni und feierte 1971 Premiere. Die letzte Verfilmung entstand 2017 unter dem Titel "The Little Hours" mit Aubrey Plaza und Alison Brie. Meist konzentrieren sich die Adaptionen auf einzelne Episoden des vielseitigen Buchs, das auch verschiedensten Geschichten besteht, die jeweils unabhängig voneinander verstanden werden können.