Zu viel Werbung bei RTL, ProSieben und Co.?: Ein EU-Gesetz regelt, wie viel im TV wirklich erlaubt ist
Maximilian Günther
Maximilian Günther
Als Kind der 2000er zum passionierten TV-Junkie erzogen. Trash-TV-Connaisseur mit Herz für Underdogs. Guilty Pleasures: GNTM & Temptation Island.

Wer regelmäßig TV sieht, kennt das Problem: Ständig wird das Lieblingsprogramm bei ProSieben, RTL und Co. von nervigen Werbungen unterbrochen. Doch wie viel Werbung ist eigentlich legal? Ein EU-Gesetz liefert die Antwort.

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Wer kennt es nicht? Du kuschelst dich aufs Sofa, um einen Blockbuster im TV zu genießen – aber kaum hat der Film begonnen, reißt dich schon der erste Werbeblock aus dem Geschehen. Während ich einfach nur wissen will, wie es mit der Story weitergeht, werde ich stattdessen mit Ralf Schuhmacher gefoltert, der mich fragt, ob ich wissen will, wie viel mein Auto wert ist.

Doch selbst der Wechsel auf einen anderen Kanal bringt keine Besserung: Denn auch hier dauert es nicht lange, bis die nächste Werbung uns den Spaß verdirbt. Wir haben uns deshalb die Frage gestellt: Wie viel Werbung ist im deutschen TV eigentlich erlaubt? Die Antwort dürfte viele überraschen.

Per EU-Gesetz geregelt: So viel Werbung darf pro Stunde gesendet werden

Hand aufs Herz: Wirklich niemand schaut gerne Werbung im TV und so ist es kein Wunder, dass sich jede Minute bereits zu viel anfühlt. Während zwar oft behauptet wird, dass Werbeclips immer häufiger werden, ist die Ausstrahlung bis ins kleinste Detail geregelt: Ein EU-Gesetz legt klipp und klar fest, wie viel Prozent der Sendezeit von ProSieben, Sat.1 und Co. mit Werbung gefüllt werden dürfen.

In der „Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste“ sind klare Regeln festgeschrieben, die dazu dienen sollen, das TV-Publikum zu schützen. Laut Gesetz dürfen zwischen 6 und 24 Uhr nur 20 Prozent der Zeit mit Werbung belegt sein. Das ergibt eine durchschnittliche Werbezeit von 12 Minuten pro Stunde. Außerdem dürfen Sendungen nur alle 30 Minuten unterbrochen werden. Allerdings gibt es einige Schlupflöcher, die es Sendern erlaubt, die Werbezeit zu optimieren. Durch Sponsoren, Produktplatzierungen und geschicktes Ausnutzen der Prozentregeln wird die Sichtbarkeit der Werbung maximiert.

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gelten noch härtere Regeln. ARD, ZDF und Co. dürfen nur 20 Minuten Werbung pro Tag senden, zudem ist nach 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen gar keine Werbung erlaubt.

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