„Du musst dein gebärfreudiges Becken alsbald nutzen, bevor es welk wird und verkümmert.“ Diese Worte spricht Barnabas Collins zur Tochter der Hausherrin, Carolyn und diese Szene zeigt so ganz wunderbar, in welch fremder Welt sich Barnabas mit seiner elaborierten 18. Jahrhundert-Sprache doch bewegt und zu welchen Problemen das führt. Dieser Barnabas wird von Johnny Depp (mit denkwürdiger Frisur) so wunderbar skurril und ungelenk gespielt, dass es eine wahre Freude ist, ihm dabei einfach nur zuzuschauen. Der Film um ihn herum ist im besten Sinne ein klassischer Tim-Burton, nur eben in dunkel. Die Handlung selbst ist natürlich völlig unwichtig und dient eigentlich nur als loser Rahmen, um die ganze Schar an skurrilen, schrägen, verrückten oder einfach nur wahnsinnigen Figuren miteinander interagieren zu lassen.
Dazu hat Tim Burton einen ganz fantastischen Cast zusammengestellt, allen voran natürlich Johnny Depp, wer sonst könnte den Barnabas Collins auch nur annähernd so darstellen? Eva Green überzeugt als Hexe um so mehr, je böser sie agiert, zum Schluss lässt Burton sie dann nochmal komplett frei drehen. Michelle Pfeiffer als emotionales Zentrum versucht ihre Familie trotz aller Widrigkeiten noch zusammenzuhalten. Helena Bonham Carter passt perfekt in die Rolle der Hauspsychiaterin Dr. Julia Hoffman, die immer zwischen Intellektualität und Wahnsinn chargiert. Aber das wirkliche Highlight ist die fantastische Chloë Grace Moretz, die als heftig pubertierende Teenagertochter eine herrlich überdrehte und doch irgendwie herzerwärmende Performance abliefert. Und als Sahnehäubchen obendrauf gibt es einen völlig abgefahrenen und unfassbar lässigen Cameo-Auftritt von Alice Cooper, wozu ich hier aber nicht mehr verraten möchte.
FAZIT: Ein Film, wie ihn nur Tim Burton machen kann. Wunderbar skurril und komplett überdreht mit einem Johnny Depp in Höchstform, dessen herrlich schwulstige Sprache allein schon ein Fest ist. Wer Tim Burton mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen, aber auch für alle anderen Liebhaber von schrägen Komödien kann „Dark Shadows“ enorm unterhaltsam sein. Von mir gibt’s an dieser Stelle eine klare Empfehlung!