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Die Goonies
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
4,0
stark
Die Goonies
Von Matthias Börner
Wenn sich die Schöpfer von Klassikern des Popcorn-Kinos wie "Indiana Jones", "Gremlins" und "Superman" zusammenschließen, um einen gemeinsamen Film auf die Beine zu stellen, kann eigentlich nichts schief gehen. Der wunderbare Abenteuerfilm "Die Goonies", von "Superman"-Regisseur Richard Donner nach einem Drehbuch von Chris Columbus ("Gremlins") jedenfalls würde diese These beweisen. Zumal die Story um eine Gruppe Jugendlicher, die einen sagenumwobenen Schatz finden wollen, um ihre Wohnsiedlung vor dem Abriss zu retten, von niemand Geringerem stammt als dem Spezialisten für moderne Vorstadtmärchen: Steven Spielberg. Der schrieb nicht nur zusammen mit Columbus das Skript, sondern übernahm außerdem gleich noch die Rolle des Produzenten und hatte somit maßgeblichen Anteil daran, dass "Die Goonies" zu einem warmherzigen und mitreißenden Feel-Good-Movie für alle Altersklassen geworden ist.

Als sie auf dem Dachboden ihres Hauses eine alte Piratenschatzkarte finden, fassen die 4 Freunde Mikey (Sean Astin), Mouth (Corey Feldman), Chunk (Jeff Cohen) und Data (Jonathan Ke Quan) einen tollkühnen Plan: Sie wollen den Schatz bergen und somit ihre geliebte Wohnsiedlung, die Goon Docks, retten. Die soll nämlich schon bald einem Country Club weichen. Also fesseln sie ihren Bewacher, Mikes älteren Bruder Brand (Josh Brolin), kurzerhand an einen Stuhl und machen sich auf, den Schatz des berüchtigten Einäugigen Willy zu finden. Die Karte führt sie bald zu einem verlassenen Strandrestaurant, in dem sich jedoch genau zu diesem Zeitpunkt die Gangsterfamilie Fratelli, bestehend aus Ma (Anne Ramsey) und ihren Söhnen Francis (Joe Pantoliano) und Jake (Robert Davi), vor den Behörden versteckt. Schon müssen sich die "Goonies" nicht nur mit den Fallen des Einäugigen Willy auseinandersetzen, sondern auch die mordlustigen Fratellis auf Distanz halten...

Sympathische Jungdarsteller, facettenreiche Nebenfiguren, eine Mission im Kampf für die gerechte Sache, rasante Action und jede Menge Witz –"Die Goonies" verbindet all jene Elemente zu einem liebenswerten Filmerlebnis, die auch schon Spielbergs Klassiker "E.T." und zuletzt "Super 8", Spielbergs Einfluss als Produzent war auch hier stets spürbar, zu unvergesslichen Kinomärchen gemacht haben. Richard Donners Inszenierung des Spielberg-Stoffs bleibt in „Die Goonies" jederzeit souverän, unabhängig davon, ob es sich um eine schnelle Verfolgungsjagd handelt oder eine eher dialoglastige Szene: Wenn etwa Mikey den anderen die Geschichte des Einäugigen Willy erzählt, kommt regelrecht Gänsehaut auf.

Den Filmemachern ist also hoch amüsantes Popcorn-Kino gelungen. Dafür sorgen nicht zuletzt zahlreiche humorvolle Einfälle und eine große Auswahl an skurril-sympathischen Figuren, die fast alle lange im Gedächtnis bleiben. Sei es der verträumte Mikey, der erfinderische Data oder der vorlaute Mouth. Auch der große Bruder Brand und die durchgeknallten Fratelli-Brüder Jake und Francis hinterlassen bleibenden Eindruck. Es verwundert nicht, dass dieser Film Josh Brolins Filmlaufbahn begründete und den Karrieren von Sean Astin, Joe Pantoliano und Martha Plimpton einen kräftigen Schub gab. Corey Feldman und Jonathan Ke Quan waren während der Dreharbeiten ohnehin schon gefragte Kinderdarsteller. Dazu machen sich Spielberg, Donner und Columbus ein wahres Vergnügen daraus, zahlreiche Hinweise auf ihre früheren Filme oder andere Klassiker in die Handlung einzubauen. So werden dem findigen Kenner wundervoll integrierte Anspielungen auf "Superman", "Gremlins" oder "James Bond" auffallen.

Fazit: Ein rundum gelungener Abenteuerfilm, der mit viel Tempo, Witz und ausgefallenen Ideen begeistert und bis in die Nebenrollen perfekt besetzt ist.
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