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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
1,5
enttäuschend
Zum Glück geküsst
Von Stefan Ludwig
Bereits beim Blick auf die Geschichte von Donald Petries romantischer Teenie-Komödie „Zum Glück geküsst“ dürfte die eine oder andere skeptische Augenbraue in die Höhe schnellen: Ashley Albright (Lindsay Lohan) ist eine Frau frei von Sorgen – denn sie hat das Glück gepachtet. Wo sie hingeht, scheint die Sonne und im Bruchteil einer Sekunde findet sie ein Taxi – kurz: Es gelingt ihr wirklich alles. Jake Hardin (Chris Pine) ist ganz offensichtlich das Gegenteil – kurz: Bei ihm gelingt gar nichts. Also wandert er stets durch strömenden Regen und fahndet nach Taxis stets erfolglos. Er versucht sich als Manager der britischen Band McFly, verbaut aber selbst jede Chance, die Jungs groß raus zu bringen. Bei einem von Ashley für einen Plattenboss organisiertem Maskenball treffen sich die beiden zufällig, tanzen miteinander und küssen sich. Bei diesem Kuss wechselt dann Glück und Pech der beiden...

Da denkt sich der potenziell interessierte Zuschauer vielleicht: Na, das wird dann ja einiges an Verwicklungen geben. Oder auch: Mein Gott, wer hat sich diesen Unsinn ausgedacht? Fünf Leute waren an Story und Drehbuch beteiligt und damit lässt sich in diesem Fall zurecht sagen, viele Köche verderben den Brei. Beim Blick auf den Regisseur Donald Petrie (Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen , Miss Undercover) wäre doch eine ganz amüsante, nette Komödie möglich gewesen. Lindsay Lohan (Girls Club , Bekenntnisse einer Highschool Diva, Freaky Friday, Herbie: Fully Loaded) ist anscheinend überfordert: Neben dem „Sprung vom Dasein als Teenie-Sängerin zu einer facettenreichen Singer/Songwriterin“ - wie es auf ihrer offiziellen Homepage lautet – blieb zum Lesen des Drehbuchs offenbar keine Zeit. Singen und Schauspielen lassen sich offenbar nie so richtig vereinen – was zudem die schlechten Verkaufszahlen des Albums zeigen.

Nun ist „Zum Glück geküsst“ formal eine romantische Komödie. Das Problem dabei: Es fehlt vollständig an Romantik. Die Liebesgeschichte zwischen Ashley und Jake ist nicht einmal ansatzweise ernst zu nehmen. Das einzige, was die beiden zusammenhält, ist der (fragwürdige) Wechsel zwischen Glück und Pech – und daraus wird auch kein Hehl gemacht. Völlig flöten geht die Romantik zudem durch die ständige Aneinanderreihung von vollkommen überzeichneten Szenen. Alles wird übertrieben – warum eigentlich? Richtig, das soll ja der Komik dienen. Leider kommt die vollkommen zu kurz, blitzt gekonnt nur in einem Satz auf, mit dem ein Techniker vor einem Konzert McFly beschreibt: „Für mich sehen die alle gleich aus.“ Ausschließlich an dieser Stelle persifliert Petrie sein Genre, doch leider bleibt dies im Ansatz stecken. Denn genau das hätte dem Film gut getan, wenn etwas mehr Selbstironie zu spüren wäre. Stattdessen bemüht er sich mit Gags wie Ashley putzt das Männerklo mit Gasmaske gewappnet oder Jake steckt den mit Hundekot beschmierten Fünf-Dollar-Schein in seine Jackentasche. Wer jetzt nicht vor Lachen vom Stuhl geflogen ist, sollte ausreichend gewarnt sein.

Lindsay Lohan, ihres Zeichens inzwischen Songwriterin, sieht gut aus. Mehr macht sie bis auf ein, zwei Ausnahmen nicht – wobei sie schon mehr schauspielerisches Potenzial in sich hätte. Nun lässt ihre Rolle allerdings auch nicht viel mehr zu: Das Drehbuch beinhaltet ohnehin keine großartigen Charaktere, sondern eine Glücksfee und einen Pechvogel, die hin und wieder die Rollen auswechseln. Sollte nun jemand meinen, er habe irgendwo in den Metasphären der Story entdeckt, dass man mit ständigem Glück nun auch nicht glücklich wird: Diese Erkenntnis gibt es schon lange und die findet sich auch anderswo.



Vielleicht noch ein paar Tipps für Menschen, die wider ihrer ursprünglichen Absicht in „Zum Glück ungeküsst“ landen: Es bietet sich durchaus an, die Konzentration auf die gröbsten Unstimmigkeiten im Drehbuch zu fokussieren. McFly haben anscheinend zunächst nur einen Song und gehen dann mit zwei Liedern ins ausverkaufte neue Hard-Rock-Café am Times Square. Ob sie dann noch ein, zwei Lieder aus dem Hut zaubern? Sämtliche Nebendarsteller sind übrigens reines Beiwerk, Plattenboss Damon Phillips etwa, verkörpert von Fazion Love, sticht einzig und allein durch seine absolute Überzeichnung hervor, die allerdings auch keinen Witz hinter dem Ofen hervorlocken kann.

Damit ist „Zum Glück geküsst“ eine romantische Komödie, der es leider stark an Romantik und fast vollkommen Witz fehlt. Es bleibt ein unnötiger Klamauk, der sein Publikum bei jungen Mädchen sucht. Für Lohan-Fans gibt es übrigens - neben ihr selbst - einen zweiten Grund für den Kinobesuch: In den USA floppte der Film. Wer hierfür einen Ausgleich schaffen möchte, dem sei viel Spaß gewünscht – alle anderen suchen sich besser einen stärkeren Film.
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