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Be Incorrect - Böser geht's nicht
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
0,5
katastrophal
Be Incorrect - Böser geht's nicht
Von Christoph Petersen

„APP“ wird im Titel zu Vince Offers mit Gaststars wie Adrien Brody, Lindsay Lohan oder Michelle Rodriguez gespickter Nummernrevue „inAPPropriate Comedy“ (deutscher Titel: „Be Incorrect - Böser geht's nicht“) in Großbuchstaben geschrieben, weil im Film ein gottähnlicher Typ die einzelnen Sketche als APPs auf seinem iPad abruft. Das hat zwar keinen tieferen Sinn (außer einer fadenscheinigen Parallele zum englischen Titel von Dantes „Göttlicher Komödie“), aber wirkt dafür irgendwie sehr modern. Viel wichtiger als diese Erklärung des Wortspiels ist für den potentiellen Zuschauer jedoch zu wissen: Ja, die Gags im Film sind keinen Deut weniger angestrengt und unlustig! Sowieso hat der Film in seinen ganzen 86 Minuten nur drei Dinge zu bieten, die allerdings tatsächlich unpassend sind - nämlich Rassismus, Sexismus und Homophobie! Obwohl die auch nicht mit der im Titel angekündigten Political Incorrectness zu entschuldigenden Fehlgriffe eher auf die Unfähigkeit der Macher als auf ihre tatsächlichen Überzeugungen zurückzuführen sein dürften, ist die schmerzhaft unlustige Gag-Parade für Nicht-Rassisten trotzdem kaum zu ertragen.

Die meisten seiner Zuschauer dürfte „Be Incorrect - Böser geht's nicht“ finden, weil unbedarfte Kunden nur die prominenten Namen auf dem Cover sehen und zugreifen. Aber das mal gleich vorweg: Vince Offer verpulvert seine Gaststars schamlos! Lindsay Lohan trägt als Marilyn Monroe aus „Das verflixte siebte Jahr“ eine elektronische Fußfessel und darf am Ende des Films noch ihre Paparazzi über den Haufen schießen - da waren selbst die Anspielungen auf ihr Vorstrafenregister in „Scary Movie 5“ noch lustiger als dieser nur für die leichtere Vermarktbarkeit gedachte Alibi-Auftritt. Aber während Skandalnudel Lohan einfach weiter gar nichts zu tun bekommt, trifft es Oscar-Preisträger Adrien Brody („Der Pianist“) noch viel schlimmer: Als schwule Clint-Eastwood-Parodie „Flirty Harry“ muss er pausenlos doppeldeutig-dämliche Dialoge aufsagen. „Make me gay!“ klingt eben so ähnlich wie Dirty Harrys Kultspruch „Make my day!“ – und das muss bei der akuten Ideenarmut der Autoren hier dann auch schon mal für nicht nur einen, sondern gleich eine ganze Serie von Schwuler-Cop-Sketchen reichen.

Aber das alles ist noch gar nichts im Vergleich zu den am meisten Raum einnehmenden Segmenten namens „The Amazing Racist“ und „Blackass“. Wenn der kalifornische Komiker Ari Sheffer als Amazing Racist mexikanische Immigranten in einem Käfig zurück zur Grenze fährt oder schwarzen Passanten eine kostenfreie Schiffsreise zurück nach Afrika anbietet, dann ist das natürlich als Satire gemeint, aber am Ende tut er nichts anderes, als doch nur hemmungslos die üblichen Klischees und Vorurteile  zu bedienen. Und die an „Jackass“ angelehnten „Blackass“-Sketche haben offensichtlich kein anderes Ziel, als dem Zuschauer noch einmal die landläufige Überzeugung ins Gedächtnis zu rufen, dass Afroamerikaner riesige Penisse haben (wobei trotzdem kein Penisneid entstehen muss, denn diese werden hier erst mit ranzigem Analogkäse eingeschmiert, dann von Nagetieren angeknabbert und schließlich von Mäusefallen zerquetscht). Wir sind uns sicher, dass Vince Offer und Ari Sheffer selbst glauben, sie würden sich hier über die Mitglieder von Ku-Klux-Klan & Co. lustig machen. Aber fast genauso sicher sind wir uns, dass „Be Incorrect - Böser geht's nicht“ beim nächsten KKK-Videoabend zum echten Hit werden würde.

Fazit: Im Vergleich zu „Be Incorrect - Böser geht's nicht“ wirkt selbst der Parodie-Ausschuss des Duos Aaron Seltzer und Jason Friedberg („Beileight“, „Die Pute von Panem“) plötzlich wie hohe Filmkunst!

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