Mein FILMSTARTS
James Bond 007 - Spectre
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
4,0
stark
James Bond 007 - Spectre
Von
„James Bond will return“. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche – seit 1962 ist darauf Verlass! Zum offiziell 24. Mal zieht der Geheimagent ihrer Majestät in Sam Mendes‘ bombastischem Action-Thriller „Spectre“ in den Kampf, um böse Schurken, die nach der Weltherrschaft greifen, aufzuhalten. Der überwältigende Erfolg des Vorgängers „Skyfall“ (weltweites Einspielergebnis: 1,1 Milliarde Dollar) ermöglichte ein Budget von 245 Millionen Dollar – und jeder Cent dieser gigantischen Summe ist auf der Leinwand sichtbar. Neben einem Feuerwerk an aufwändigen Actionsequenzen bietet „Spectre“ einen Daniel Craig in Bestform, knackig-scharfzüngige Dialoge und zynisch-spaßige Oneliner. Die Story allerdings bleibt episodenhaft und die beliebig wirkende Motivation des bösen Gegenspielers steht auf tönernen Füßen. Dennoch schließt sich mit „Spectre“ ein erzählerischer Kreis: Was in „Casino Royale“ begonnen und mit „Ein Quantum Trost“ fortgeführt wurde, was danach in „Skyfall“ einen emotionalen Höhepunkt fand, das wird mit „Spectre“ zu einem befriedigenden Ende gebracht. Dass der in seinen öffentlichen Auftritten ohnehin schwer amtsmüde wirkende Daniel Craig noch ein fünftes Mal als 007 vor die Kamera tritt, ist daher mehr als fraglich.

Der britische MI6-Geheimagent James Bond (Daniel Craig) richtet bei einer nicht autorisierten Solo-Mission in Mexiko-Stadt Chaos und Verwüstung an, als er den Schurken Marco Sciarra (Alessandro Cremona) tötet. Nach diversen diplomatischen Verwicklungen suspendiert Geheimdienst-Chef M (Ralph Fiennes) 007 vom Dienst, was den Agenten aber nicht davon abhält, seine Jagd nach Sciarras Hintermännern auf eigene Faust fortzusetzen. In Rom nimmt er sich Lucia (Monica Bellucci), die Witwe des Getöteten zur Brust, was ihn schließlich zu einem Treffen der Geheimorganisation Spectre führt. Deren mysteriöser Boss Franz Oberhauser (Christoph Waltz) ist ein alter Bekannter des Agenten. Im MI6 stehen unterdessen die Zeichen auf Umbruch. M wird von Max Denbigh (Andrew Scott), dem neuen Leiter des Centre for National Security, unter Druck gesetzt, das Doppelnull-Programm zu beenden und stattdessen auf den totalen Überwachungsstaat zu setzen. Bond führt seinen Feldzug davon ungerührt fort und gerät bald mit der Hilfe von Quartiermeister Q (Ben Whishaw) und Sekretärin Miss Moneypenny (Naomie Harris) an die Ärztin Madeleine Swann (Léa Seydoux), die Tochter seines Feindes Mr. White (Jesper Christensen). Sie soll ihn seinem Ziel näher bringen: Oberhauser aufzuspüren und zu töten.


Nach dem Mega-Erfolg von „Skyfall“ standen den Bond-Machern alle Möglichkeiten offen: Sie hätten die Gunst der Stunde durchaus nutzen können, um verrückte Ideen zu verfolgen oder ausgefallene Dinge auszuprobieren. Aber stattdessen scheuen Regisseur Sam Mendes („American Beauty“) und seine Mitstreiter das Risiko und bauen auf das klassische Höher-Schneller-Weiter-Prinzip. Hier wird geklotzt, als gäbe es kein Morgen (was zumindest für Mendes und Craig sogar wahrscheinlich zutrifft). Das Spektakel funktioniert über weite Strecken ganz prächtig und macht eine Menge Spaß. So ist die Eröffnungssequenz in den Straßen von Mexiko-Stadt während des Fests der Toten der bombastischste Auftakt, der bisher in einem Bond-Film zu sehen war: Tausende von Statisten, einstürzende Gebäude, ein Todeskampf im Hubschrauber – das ist einfach großes Kino. Von diesen gigantischen Actionnummern hat „Spectre“ gleich ein halbes Dutzend zu bieten. Ob zu Fuß, im Hubschrauber, im Flugzeug, im Sportflitzer oder im Zug, egal ob in Rom, im österreichischen Altaussee, im marokkanischen Tanger oder in London: Das Tempo ist immer hoch, die Schlagkraft der Action enorm und die wie immer rund um den Globus verstreuten Schauplätze stehen damit im doppelten Sinne für die beeindruckenden Schauwerte eines ganz und gar unbescheidenen Films.

Daniel Craig („Verblendung“) hat sich im Vorfeld von „Spectre“ teilweise sehr abfällig über die Figur des Doppelnullagenten geäußert, aber von dieser Unzufriedenheit ist auf der Leinwand nichts zu spüren. Im Gegenteil: Einmal mehr bietet der blonde Brite eine Top-Leistung, die Rolle ist ihm inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Jede Geste und jeder Oneliner sitzt mit größter Selbstverständlichkeit – ganz wie zu Zeiten von Sean Connery und Roger Moore. Die mentalen Probleme aus „Skyfall“ werden nicht mehr thematisiert, Bond ist nun einfach ein kompromissloser und gefühlskalter Attentäter. Zugleich ist er aber auch ein Dinosaurier im modernen Geheimdienstbetrieb. Sein Typ ist beim neuen starken Mann im Hintergrund (aalglatt: „Sherlock“-Bösewicht Andrew Scott) nicht mehr gefragt: Die Zukunft gehört der Überwachungstechnik. Diese „Systemfrage“ gibt „Spectre“ erzählerische Zugkraft, zumal auch die Geheimorganisation Spectre nichts anderes betreibt als Denbigh (genannt C) und seine Leute – nur auf der anderen Seite des Gesetzes.

Mit dem zweifachen Oscarpreisträger Christoph Waltz („Inglourious Basterds“, „Django Unchained“) tritt ein hochdekorierter Schauspieler in die große Tradition der Bond-Bösewichte ein. Der schillernde Deutsch-Österreicher passt sich gut ein, launig wie eh und je pendelt er zwischen Genie und Wahnsinn. Die Motivation für die monströsen Pläne seiner Figur wirkt jedoch altbacken und an den Haaren herbeigezogen, nur durch Waltz‘ unwiderstehliches Charisma wird dieser seltsame Franz Oberhauser letztlich zu einem würdigen 007-Gegner. Die Frage, ob sich hinter ihm tatsächlich wie im Vorfeld vielfach vermutet der Erzbösewicht Ernst Stavro Blofeld verbirgt, der 007 bereits sieben Mal (das inoffizielle Sean-Connery-Comeback „Sag niemals nie“ mitgezählt) das Leben schwer machte, wird eindeutig beantwortet, sie ist aber für den Film selbst gar nicht so wichtig. Viel bedeutsamer ist der erzählerische Bogen, der in diesem Zusammenhang gespannt wird: Durch ihn werden alle bisherigen Craig-Bonds zu einer zusammenhängenden Tetralogie verknüpft.

In einem Interview nannte Daniel Craig seinen 007 durchaus nachvollziehbar einen Frauenhasser. In „Spectre“ ist davon wenig zu sehen, Bonds Geplänkel mit dem anderen Geschlecht wirken vor allem nebensächlicher als sonst: Stephanie Sigman („Miss Bala“) räkelt sich nur für einen kurzen Moment, auch Naomie Harris als Miss Moneypenny kommt der Agent kaum mehr als einen Augenblick näher, während er Monica Bellucci („Matrix Revolution“) immerhin fünf Minuten Aufmerksamkeit gönnt. Das zentrale „Bond-Girl“ ist die überzeugende Léa Sedoux („Blau ist eine warme Farbe“), deren Figur sich als einzige auf Augenhöhe mit Bond befindet. Auch durch die sehr braven Sex-Szenen ist der Aspekt „Bond und die Frauen“ in „Spectre“ allerdings nur Pflichtprogramm. Es gehört eben zu einem Bond-Film wie der Wodka Martini, die Gadgets, die schnellen Autos und der Titelsong. Der heißt hier „Writings On The Wall“, wird gesungen von Sam Smith (der für die Komposition angeblich nur 20 Minuten brauchte, was man ihr nach Meinung des Rezensenten auch anhört) und dürfte mehr als alles andere an „Spectre“ polarisieren. Immerhin punktet Ben Whishaw („Das Parfum“) als nerdiger Quartiermeister Q mit trockenen Sprüchen und Ralph Fiennes („Der englische Patient“) sammelt als M Sympathiepunkte, dazu stürzt sich Dave Bautista („Guardians Of The Galaxy“) als tumber Scherge Mr. Hinx in der Tradition des „Beißers“ Richard Kiel durchschlagskräftig in jeden Zweikampf.

Fazit: Sam Mendes‘ „Spectre“ ist ein erzählerisch etwas holpriger, aber höchst unterhaltsamer und überaus spektakulärer Agenten-Action-Thriller.
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
  • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
  • Die besten Filme aller Zeiten: Usermeinung
  • Die besten Filme aller Zeiten: Pressemeinung

Kommentare

  • Master-Mind
    Riesiges Potential und nichts davon genützt. Da hat man den Bond Antagonist schlechthin und dieser wird sogar noch Christoph Walz gespielt und was kommt dabei raus…so gut wie gar nichts. Im Grunde wartet man die ganze Zeit, bis sich Blofeld endlich zu erkennen gibt und dann wird die ganze Geschichte um ihn und Bond in einem kurzen Halbsatz erwähnt. Da hätte ich von Mendes mehr erwartet, zumal er in Skyfall den Bond-Gegenspieler deutlich besser in Szene setzen konnte, das ist hier absolut misslungen. Für Walz tut es mir fast schon leid, sein Charakter bleibt aufgrund des Settings leider sehr blass. Zu Craig braucht man eigentlich nicht viel sagen, hoffentlich war das sein letzter Bond.
  • niman7
    Ich wette, Herr Baumgardt hätte den Film gerne schlechter bewertet.
  • Edward;
    Unterschreibe ich sofort. Filmstarts hat sich hier von durchgestylten Bildern ablenken lassen und eine vorhersehbare Story mit schlechter Dramaturgie und lahmen Dialogen übersehen. Christoph Waltz wirkte wie ein Fremdkörper in dem Film. Die Action war auch müde und wenig kreativ. Wie kann das jmd. mit Filmerfahrung gut finden? Für Blockbusterfans zu unspektakulär, für Cineasten zu anspruchslos.
  • Edward;
    Der Film ist steril und unspannend und eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Meine Vorkommentatoren haben mit ihrer negativen Kritik absolut recht. Ich rate von einem Kinogang ab.Edit: Hundertster, Juhu!
  • Fain5
    Fand ihn jetzt nicht so toll. Mir gefällt Mission Impossible mittlerweile besser als Bond.
  • Stefan M.
    Der teuerste Bond-Film aller Zeiten? Viel Lärm um nichts. Dass dort nur eine bombastische Werbekampagne helfen kann, war klar, Der frische Wind der letzten drei Bond-Filme ist verflogen. Altbacken, vorhersehbar, Vieles wieder wie in alten Bond-Filmen, vorhersehbar, teilweise langatmig. Auch Christoph Waltz konnte nichts mehr retten, ich fand ihn fehlbesetzt. Da kann man verstehen, dass Daniel Craig keine Lust mehr hat. Zeit, die Reihe einzustellen.
  • Kai H.
    Vor einigen Tagen habe ich noch einmal "Skyfall" gesehen und dachte mir erneut, genau so muss ein zeitgemäßer Bond-Film aussehen! "Casino Royal" fand ich im auch sehr sehenswert. "Ein Quantum Trost" dagegen wertete ich als schwachen und hoffentlich einzigen Ausrutscher der Craig-Ära. Leider rutscht "Spectre" meiner Meinung nach ebenso aus!Zum Einen ist die Story einfach nicht gut! Der Bogen, der sich über die drei vorherigen Filme spannen soll wirkt einfach nur aufgesetzt!! Dass der Bösewicht irgendwann lapidar behauptet "Ha-Ha! All das was in den letzten Teilen so passiert ist, hab ja eigentlich ich zu verantworten!" ist keine runde Sache! Hier fehlt einfach der Zusammenhang zu den vorherigen Filmen.Ich mag Christoph Waltz sehr gerne. Seine Performances in "Inglorious Besterds", "Django Unchainend" und "Der Gott Des Gemetzels" haben mir sehr gut gefallen. In "Spectre" hingegen spielt er einen Hans Landa in der Light-Ausführung! Man kauft ihm das kriminelle Mastermind, das er darstellen soll, einfach nicht ab. Von ihm geht keinerlei Bedrohung aus!Zu dem Zweck hat man wohl Dave Bautista besetzt. James Bond sollte wenigstens einen bedrohlichen Kontrahenten bekommen. Allerdings nur auf physischer Ebene! Sein Sprachschatz beschränkt sich nämlich auf genau EIN Wort! Im Endeffekt ist seine Figur lediglich dazu da, um Action-Szenen zu ermöglichen,Zugegeben, die Action-Szenen sind durchweg super inszeniert. Vor allem die Eröffnungsszene in Mexiko hat mich sehr beeindruckt. Auch die Gags und One-Liner funktionieren den Film hindurch sehr gut! Nichtsdestotrotz ist der Film einfach viel zu lang geraten! Es gibt unendlich viel Leerlauf, der, wie bereits angesprochen, durch die uninteressante Geschichte hervorgerufen wird!Und auf die kitschige, aufgesetzte "Liebesgeschichte" will ich gar nicht erst eingehen.Kurzum: Unterer Durschnitt! Und das ist für einen Bond-Film einfach viel zu wenig!
  • Quickmix
    Casting geht bald wieder los :)
  • Admiratio
    Ja, habe ich gesehen.Ein vorhersehbarer, schlechter Blockbuster, der sinnbildlich für vieles steht, was in Hollywood falsch läuft.
  • niman7
    Sorry, aber mit der 4, habt ihr (meiner Meinung nach), ins Klo gegriffen.
  • WhiteNightFalcon
    Hört sich gut an. Bewundernswert, wenn man das Talent dafür hat. Der Sound erinnert mich etwas an den Soundtrack zum Videospiel von 007s Tomorrow never dies
  • Alexander S.
    Unfassbar langweilige Story und Action Szenen. Die 3 minütige Vorschau von Angrybirds war ein Kracher im Vergleich zum Bond. Grotesk dieses Aufbauschen von "ältestes Bondgirl" im Vorfeld.Selbst für treueste Bond Fans verschwendete Zeit. Muß man nicht im Kino sehen, sich auch nicht ausleihen. Selbst im TV nur sehenswert wenn wirklich, wirklich nichts anderes kommt.
  • Schnafffan
    Gestern im Preview gesehen - Eine Riesenenttäuschung.Wenn wenigstens bei den Actionszenen ordentlich geklotzt worden wäre, hätte ich das lahme Drehbuch mit seiner völlig überraschungs- und spannungsfreien Handlung und den teilweise erschreckend schlechten Dialogen ("scharfzüngig"???) irgendwie noch ertragen können, aber hier werden einfach nur riesige Schauwerte aufgefahren, die ohne größere Dynamik runtergekurbelt werden und bei denen man das Gefühl hat, dass Lee Smith im Schneideraum eingeschlafen ist. Dazu ein paar zehnsekündige Mini-Schießereien (Gegner stehen 10 Meter vor Bond, keiner trifft, Bond zielt in aller Ruhe und knallt einen nach dem anderen ab - fertig!!) und schon wird das ganze als "bombastisches Actionkino" verkauft - also sorry, wenn mich selbst die an Absurdität nicht zu übertreffenden Einlagen aus dem letzten "Fast & Furious" weit mehr (bzw. überhaupt) in den Kinosessel reißen, dann läuft für einen Bond-Film aber gehörig was schief."Skyfall" war auch grenzdebil, aber er hat riesigen Spaß gemacht, mich immer wieder zum Lachen gebracht und mich in den Actionszenen komplett mitgerissen. Bei "Spectre"? In den schlimmsten Szenen gähnende Langeweile.Dazu noch der erste wirklich katastrophale Bond-Song, den ich bisher gehört habe (dagegen hört sich Madonnas Stück wie ein Grammy-Gewinner an) und eine Titelsequenz, bei der das komplette Kino unfreiwillig lachen musste.Einzige Rettung sind die Schauspieler: Craig überspielt das miese Drehbuch im Vorbeigehen mit seiner Präsenz, Seydoux macht das beste aus ihrer blassen Figur, Waltz spielt Waltz (was keine Kritik ist!) in seinen viel zu wenigen Szenen und Whishaw ist als Q mal wieder die Köstlichkeit in Person. Auch Andrew Scott hat mir sehr gefallen. Das einzige aber, wo "Spectre" den Craig-Filmen sogar absolut überlegen ist, ist der fiese Handlangar. Neben den Hauptbösewichten gab es da nie einen ernstzunehmenden Schurken, Dave Bautista hingegen hat sich bei mir mit seiner unkaputtbaren Körperwucht und einem herrlich fiesen Grinsen stark bei mir ins Gedächtnis eingebrannt und mir noch mit Abstand den meisten Spaß im Kino bereitet. Selbigen gab es da ansonsten aber viel zu wenig.Definitiv mit Abstand der schlechteste Craig-Bond und einer der schwächsten Bonds insgesamt, die ich bisher gesehen habe.-> 2,5 Sterne
  • Tom H.
    Von welcher Szene sprichst Du?
  • Dschouniz F.
    Ich finde, 3,5 Sterne sind fast noch zuviel für Ein Quantum Trost. Meine Freundin und mich hat dieser Film total kalt gelassen, fast schon gelangweilt, auf jeden Fall überhaupt nicht mitgerissen. Wir haben ihn nicht mal richtig aufmerksam zu Ende gekuckt, weil er einfach so gar nicht packend war, und wir stehen normalerweise wirklich auf diese Action-Kracher!
  • KapitanFreedom
    hast du Jurrasic World gesehen ? Ich halte von diesen "Kritiken" hier seit langem recht wenig. Ich lese sie auch nicht mehr (Spoilergefahr) höchstens das Fazit. Komme auf Filmstarts eigentlich nur noch vorbei zur Belustigung oder wegen der neuen Trailer/News.
  • Admiratio
    Zentral war für mich in der Reihe, Bonds Verhältnis zu seiner Tätigkeit kritisch zu beleuchten. Einerseits persönlich (menschliche Verluste, seelische Verletzungen, körperlicher "Verfall" durch zunehmendes Alter und daraus resultierende Überforderung in seiner Aufgabe), andererseits "weltpolitisch" (Legitimation von Geheimdiensten, Allmacht der Vorgesetzten). Das wird in "Skyfall" schön zusammengeführt und gerade die Altersthematik wird einem ja ständig unter die Nase gerieben. Aber es ist ein stimmiges Ende und ein harter personeller Schnitt.Wie dazu jetzt passen soll, dass Bond nochmal die Dampfwalze auspackt, verstehe ich nicht. In "Skyfall" wurde klar gezeigt, was er alles NICHT mehr kann, es wurde der Test manipuliert, damit er überhaupt weitermachen darf usw. - das ist ja dann jetzt wohl alles wieder hinfällig!?
  • CJ1993
    ... und Ein Quantum Trost hat nur noch 3,5 Sterne ...Ich finde ja auch, dass der Film über die Zeit einiges von seinem Reiz verloren hat, aber eine Begründung würde ich mir schon wünschen...Er hatte ja zu Anfangs, glaube ich, 4,5.
  • Max H.
    Jap, da muss ich dir recht geben, bei aller Kritik, den Stil Craigs nicht ganz durchgezogen (aus hart, kantig wurde wieder traditionell) zu haben und den letzten Titel "Spectre" seltsam unsubtil zu wählen, ist ein großes knallendes Finale irgendwie nur logisch. Es kommt dann immer nur drauf an, dass Ende der Neuzeit angepasst plausibel und vor allem authentischer zu gestalten, als mit einem katzenstreichelnden Schurken in einem Supervulkan :D
  • Bruno D.
    Die Notwendigkeit der bisherigen Craig-Reihe bestand darin, klein anzufangen und sich an das Endziel (Spectre) heranzuarbeiten. Du fängst ja auch nicht mit dem Boxen an, um gleich gegen Herrn Dr. Klitschko anzutreten.
  • Admiratio
    Ja, ist bestimmt ein netter Fanservice, aber ich sehe dennoch die Notwendigkeit für bisherige Craig-Reihe nicht.Aber ich lass mich überraschen!
  • WhiteNightFalcon
    The living daylights ist neben On her majestys secret service auf jeden Fall mein Liebling. Den letzten Score den ich rundum grossartig fand, ist David Arnolds ungekürzte Version von Tomorrow never dies. Ein Niveau das Arnold danach auch nicht mehr erreicht hat.
  • WhiteNightFalcon
    Die 0 beziehe ich in dem Fall auf den Status als 007-Komponist. Ich hab den Score aus 2 Blickwinkeln gehört. Blickwinkel 1: Im Sinne von Bond hat er Mist gebaut, weil kein Bond-Flair aufkommt. Blickwinkel 2: Hört jemand den Score, dem es Schnuppe ist, ob es Bond ist oder nicht, sondern einfach, ob es ein hörbarer Orchesterscore, dem wird er gefallen, auch wenn er da im Vergleich zu Skyfall abfällt.
  • Gravur 51
    Ich habe vermutet, dass dein Unmut in diese Richtung geht. Hat mich persönlich überhaupt nicht gestört, ich fand die Musik sehr stimmig. Ihn deshalb als 0 zu bezeichnen find ich etwas krass. Aber Geschmäcker sind halt verschieden.
  • Admiratio
    Ich lese aus der Kritik heraus, dass Waltz mehr zu bieten hat, als die bedeutungsschwangeren Kalendersprüche aus dem Trailer!?Aus meiner Sicht war die Craig-Bond-Story nach Skyfall auserzählt - verstehe nicht recht, was dieser Film jetzt noch soll. Offensichtlich wartet er nur mit einem "Ich habe die ganze Zeit im Hintergrund die Fäden gezogen"-Twist und größeren Stunts auf. Darauf kann ich ehrlich gesagt verzichten und es macht mir die anderen Craig-Bondfilme auch ein bisschen kaputt...
  • Admiratio
    ??
  • WhiteNightFalcon
    Ich will dem Mann nicht absprechen, dass er bei anderen Filmen gute Arbeit leistet, aber bei einem 007-Score mit 26 Tracks, es nur bei EINEM Track zu schaffen, das Bond-Theme zu verwenden, ist einfach nicht akzeptabel. Das ist, als müsste Star Wars ohne Titelmusik auskommen oder Indiana Jones ohne Raiders March.
  • Gravur 51
    Wow, meiner Meinung ist Newman einer der besten Komponisten überhaupt. Regelmässig hör ich das Titelstück zu Road to Perdition. Und auch bei Skyfall bleiben mir immer noch die meisten Stücke im Gedächtnis - anders als bei den anderen Bond Filmen (obwohl Arnold auch ziemlich gut ist).
  • WhiteNightFalcon
    Wenn das so stimmt, bin ich FROH, dass es nicht wieder einen Blick in Bonds zerrissene Seele gibt. Craig nochmal so, wie bei Casino Royale reicht mir schon.Und holprige Handlung?? Nun, das schiebe ich mal auf den Sony-Hack, der wohl doch noch Umarbeiten zur Folge hatte.Mein größtes Problem bei Spectre ist bisher der Soundtrack von diesem Stümper Newman. Von daher bitte kein dritter Bond von Mendes, sonst kommt diese 0 Newman auch nochmal.
  • Fain5
    Naja vielleicht kann ich mich irgendwann nochmal dazu aufraffen QT zu gucken. Aber jetzt mal im Ernst, ich kann doch nicht der Einzige gewesen sein, der am Ende von Casino Royal gedacht hat "wen zur Hölle hat er denn jetzt erschossen und wieso?".
  • Truman
    Nein, das denke ich nicht. Aber den "Clou" möchte ich nicht verraten. Für die Fans gibt es zahlreiche Hommagen an den früheren Filme ("Im Geheimdienst ihrer Majestät", "Liebesgrüße aus Moskau" und viele mehr).
  • Fain5
    Also dann quasi nur für die Fans, damit die auch zufrieden sind?
  • Truman
    Das ist natürlich immer hilfreich, sich die Vorgängerfilme noch einmal anzuschauen, aber nicht wirklich nötig, um zu verstehen, was Sam Mendes in "Spectre" in Bezug auf die anderen Filme erzählen will.
  • Fain5
    Eine Frage an Carsten: Sollte man sich auf jeden Fall die drei Craig Bond Filme nochmal ansehen, wenn man bei Casino Royal nicht wirklich das Ende verstanden hat, so gut wie alles von Quantum Trost vergessen hat und bei Skyfall nicht gecheckt hat, in welchem Zusammenhang dieser zu den Vorgängern steht? Also jetzt um die Hintergründe bei Spectre zu verstehen oder ist das nur ein Bonus und man hat auch so Freude an dem Film?
  • Knarfe1000
    Moment, Jack & Gill hat 4 Sterne bekommen? Unfassbar.
  • KapitanFreedom
    LOL! Ich sage nur: Jurassic World = 3,5 Sterne. Alles klar ?
  • Jimmy V.
    Ich fand, dass "Nightcrawler" eher ein 4-Sterne-Film war, und so gab es von mir auch nur 4 Sterne. :) Für 5 muss einfach alles stimmen.
  • Fain5
    :D
  • Modell-101
    Genau die Kritik, die ich erwartet habe. Klotzen, aber nicht bei der Story.
  • Modell-101
    Ist eine Standardstory bei agentenfilmen, wenn einem sonst nichts einfällt. War z.B. bei Mission: Impossible auch so.
  • Banana Joe 81
    Spielt Waltz Roy Black? ;)Einfach ein unfassbarer Wandel
  • Modell-101
    In Casino Royale war es ja schon zu einem Drittel ein Liebesfilm. Sowas braucht man nicht nochmal.Es reicht, wenn in den Bond-Filmen einmal die Reize der Frauen gezeigt werden, Bond sie aufs Bett schmeißt, dort rumeiert das die Wände wackeln und gut ist.
  • Gravur 51
    Skyfall war imo bis auf das Ende sehr gut, aber mir gefällt, dass sie jetzt offenbar die Kurve richtung traditioneller Bond eingeschlagen haben. Das war übrigens laut Craig von Anfang an Part of the Plan. Wenn er jetzt dort angekommen ist, wo er ihn haben wollte, wäre es auch ok, wenn er sich zurückziehen würde und einem andern Darsteller das Feld räumt. Somit würde Craig sicherlich in ikonischer Erinnerung bleiben (für vermutlich die meisten).
  • Gravur 51
    Craig war/ist ein super Bond und hat seiner Figur mehr Gewicht und Personalität gegeben als die meisten andern.
  • Gravur 51
    Jetzt mal ruhig ;)Nightcrawler hat 5 Sterne bekommen, viele andere fallen mir auch noch ein.
  • Modell-101
    Also meilenweit ist schon übertrieben, lieber Gast, ich muss doch sehr bitten.
  • Gravur 51
    Vielen Dank Carsten, gute Kritik. Nur die Passage, ob Oberholzer Blofeld ist oder nicht hab ich übersprungen. Vielleicht wird im Text nichts gespoilert, aber ich wills nicht riskieren. Dein Klammersatz über Writings on the Wall war ja mal knochentrocken und treffend zugleich :D
  • Modell-101
    Auch Filme mit 4 Sternen können super sein.
  • Fain5
    Also ganz ehrlich, mir kamen die Bondfilme seit Brosnan schon immer episodenhaft vor.
  • Fain5
    Lustig, ich habe das gleiche gedacht, siehe meinen Kommentar^^
  • Fain5
    Kommt es mir nur so vor oder häufen sich mittlerweile die Anfangsmissionen, die natürlich schief gehen, so dass Bond nie von Anfang an einfach einen Job übernimmt und ihn zuende bringt ohne dass man ihn vorher zich Steine in den Weg läuft, weil man ihn für unqualifiziert hält?Zur Kritik: Ich bin skeptisch. Nachdem Quantum Trost ja auch mit spektakulärer Action "überzeugen" konnte und man bei Skyfall auch sehr oft "das beste was jemals in Bond zu sehen war" lesen konnte, sind das für mich keine Argumente mehr, die mir zeigen, dass der Film wirklich gut ist. Ich freue mich einfach darauf Waltz wieder in seiner Paraderolle sehen zu dürfen.
  • Alex Ru
    Finde ich auch gut! Dadurch kann man allerdings schon vermuten, dass Craig hiernach aufhören wird.
  • Luphi
    Weil "erzählerisch etwas holprig"? Also sorry, aber 5* erhält man auch nicht mal eben im Vorbeigehen...
  • Edward;
    "Okay also nicht ganz so gut wie: Garp und wie er die Welt sah (4.5)."You have a point!
  • Jimmy V.
    Das liest sich jetzt nicht so schlecht. Schade finde ich vom Inhalt her, dass Bond mal wieder auf eigene Faust arbeitet. Mir wäre es lieber gewesen, wenn er einfach mal ganz klassisch den Auftrag erledigt, der da an ihn gestellt wird - und gut is'.Dass die Bondgirls hier als Nebensache auffallen, wundert mich. In "Casino Royale" war die Frau elementar - in den beiden Nachfolgern mit Craig waren sie aber auch schon nicht mehr so wichtig, wie ich finde.Mir gefällt immerhin der erzählerische Bogen. Ich werde mir vorher gerne noch einmal die anderen Craig-Bonds reinziehen und "Spectre" ebenso genießen!
  • niman7
    Hab damit gerechnet. Hab aber nur Fazit gelesen :D Bin sehr gespannt auf den Film.
Kommentare anzeigen
Back to Top