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    When The Game Stands Tall
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    When The Game Stands Tall
    Von Christoph Petersen
    Als der inzwischen in die High School Hall of Fame aufgenommene Bob Ladouceur 1979 als 25-Jähriger das Football-Programm an der De La Salle High School übernahm, hatte die Mannschaft in ihrer 14-jährigen Historie noch keine Saison mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. In den folgenden 13 Jahren formte der Coach mit seinen außergewöhnlichen Methoden ein Siegerteam, das ab 1992 zu einer einzigartigen Serie ansetzte: Zwölf Saisons in Folge blieben die De La Salle High Spartans ungeschlagen, fuhren dabei bis 2004 unglaubliche 151 Siege am Stück ein. Dieser Aufstieg eines völlig unbedeutenden Teams zur Mannschaft mit der längsten Siegesserie in der Geschichte des US-Highschool-Footballs scheint wie gemacht für die Traumfabrik Hollywood. Deshalb ist es eine umso angenehmere Überraschung, dass „Save The Last Dance“-Regisseur Thomas Carter in seinem Sport-Drama „When The Game Stands Tall“ ein anderes Kapitel der Spartans-Saga beleuchtet.

    Als die De la Salle High Spartans 2004 ihr 151. Match und damit die zwölfte Meisterschaft in Folge gewinnen, ist das nicht nur ein Grund zum Feiern. Zugleich bedeutet der Triumph nämlich auch den Abschied von vielen der besten Spieler, die ans College wechseln. Somit ist es einmal mehr an Coach Bob Ladouceur (Jim Caviezel), der nachrückenden Generation die nötigen Fähigkeiten beizubringen, damit sie in der anstehenden Saison die Verantwortung übernehmen und das Team wieder an die Spitze führen kann. Doch dann erleidet der Trainer einen Herzinfarkt und fällt für mehrere Monate aus. Als er schließlich wieder zurückkehrt, gibt es in der Mannschaft gleich mehrere Brandherde und als dann auch noch die ersten Spiele der Saison verloren gehen, droht der Stern der Spartans endgültig unterzugehen…


    In der ersten Hälfte des Films geht es weniger um die Kunst des Gewinnens als darum, wie man mit Niederlagen umgeht. Ladouceur geht das Abfeiern der Siegesserie in den Medien nur noch auf den Geist, denn für ihn stand schon immer im Vordergrund, seine Jungs mit den richtigen Werten aufs Erwachsensein vorzubereiten. Als zweites Fach unterrichtet der Trainer nicht zufällig Religion (und die Produktionsfirma von „When The Game Stands Tall“ ist zudem vor allem für christlich-erbauliche Filme wie „Fireproof“ oder „Courageous“ bekannt), aber trotz dieses für Hollywood untypischen Fokus und obwohl die Spieler realen Vorbildern nachempfunden sind, werden die Probleme der Jugendlichen (kein Geld, viel Gewalt, übertriebene Egos, überambitionierte Väter) eins nach dem anderen derart klischeehaft abgehakt, dass Ladouceurs Ansprachen zwar seine Spieler zum nächsten Sieg treiben mögen, aber beim Kinopublikum jede inspirierende Wirkung verfehlen. Dabei hilft es auch nicht, dass „Die Passion Christi“-Star Jim Caviezel den Trainer als unantastbar-idealistischen Saubermann  verkörpert, der eher wie ein Bibelideal als wie ein Mensch aus Fleisch und Blut anmutet.

    Fazit: Trotz eines ungewöhnlichen Ansatzes und stark inszenierter Football-Szenen ackert sich Regisseur Thomas Carter schlussendlich doch nur durch ein Sportfilm-Klischee nach dem anderen: Inspiration geht anders.
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