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    Marry Me!
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Marry Me!
    Von Asokan Nirmalarajah
    „Marry Me! – Aber bitte auf Indisch!” ist das Spielfilmdebüt der deutsch-indischen Filmemacherin Neelesha Barthel. Soap-Opera-Fans mag sie noch vertraut sein als Darstellerin der schönen Somalia-Flüchtigen Manjou Neria in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (1993-1994). Im Anschluss konnte sich Barthel auch mit einigen Kurzfilmen und der Doku „Fifty Fifty“ (über junge Mütter) einen Namen machen. Nun lässt die Tochter einer Inderin und eines Deutschen die überdrehte, aber witzarme Culture-Clash-Komödie „Marry Me!“ folgen. Die Geschichte läuft letztlich erwartungsgemäß auf ein versöhnliches Happy End hinaus, zuvor wird in der unbeholfen konstruierten und klischeebeladenen Familienkomödie allerdings immer wieder plump der ewige Gegensatz zwischen Tradition und Moderne ausgespielt: Die konservative Strenge der aus dem antiquierten Indien angereisten Großmutter Surata (Bharati Jaffrey) gefährdet den Lebensstil ihrer jungen, ungebundenen Enkelin Kissy (Maryam Zaree) im ungezwungenen Multikulti-Kiez von Berlin-Kreuzberg mit ihrer plötzlichen Forderung nach einer Anstandsheirat. Schade dass sich die treffende Besetzung aus charmanten Mimen mit solch abgedroschenem Material abplagen muss.


    Nicht nur, dass die laute, alte Frau darauf besteht, dass ihre Enkelin den deutschen Vater ihrer siebenjährigen Tochter Meena (Lila Marschall), den unter Burn-Out leidendem Piloten Robert (Steffen Groth), endlich heiratet. Es soll auch noch eine klassisch indische Hochzeit mit Hunderten von Gästen aus der Verwandtschaft und aus aller Welt sein. Die verzweifelte Kissy erklärt sich bereit, den Wünschen der sturen Oma zu folgen, nur um ihr charmant heruntergekommenes Kreuzberger Mietshaus samt Café aus dem Familienbesitz behalten zu dürfen. Da helfen dann auch ihre Mieter Manfred (Wolfgang Stumph) und Uschi (Renate Krößner) als falsche deutsche Schwiegereltern bei der Charade mit. Doch die Verwicklungen wirken meist allzu bemüht und der Verwechslungshumor überholt. Selbst spannende Ansätze wie die Parodie auf den neueren Esoterikwahn und Indienkult der Deutschen gehen in dieser Aneinanderreihung kultureller Klischees und ethnischer Vorurteile weitgehend unter.

    Fazit: Die leicht autobiografisch gefärbte Familienkomödie über die turbulente Hassliebe zwischen einer Deutsch-Inderin und ihrer indischen Großmutter ist zu flach und zu farblos, um das Zwerchfell oder die Tränendüsen nachhaltig zu reizen.
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