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Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit
Von Michael Meyns
Auch 70 Jahre nach seinem Ende sind nicht alle Kapitel des Zweiten Weltkriegs filmisch aufgearbeitet worden. Eine der verbliebenen Lücken schließt nun der dänische Film „Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit“: Regisseur Martin Zandvliet erzählt darin von einer Gruppe sehr junger deutscher Soldaten, die in den Monaten nach dem Ende des Kriegs an der dänischen Küste jene Minen finden sollen, die die deutschen Besatzer dort als Schutzwall gegen die Truppen der Alliierten verteilt hatten. Den schematisch gezeichneten Deutschen steht der dänische Offizier Rasmussen (Roland Moeller) gegenüber, der sich vom anfangs feindseligen Befehlshaber zum verständnisvollen Vaterersatz für die blutjungen Gefangenen wandelt und erkennt, dass zwar „die Deutschen“ der Feind der Dänen waren, aber ganz gewiss nicht diese paar Grünschnäbel hier, die erst während des Kriegs und nun auch noch beim Minenräumen als Kanonenfutter verheizt werden. Aus diesem interessanten Ansatz formt Zandvliet ein etwas behäbiges, wenn auch gut gemeintes Drama.


Es ist nicht überraschend, dass im Vorspann mit dem ZDF auch ein deutscher TV-Sender als Beteiligter genannt wird, denn der Ton der dänischen Produktion erinnert doch stark an einige deutsche Fernsehfilme der jüngeren Vergangenheit (vom RTL-Eventfilm „Dresden“ über das ARD-Drama „Die Flucht“ bis zum ZDF-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“), in denen ebenfalls nicht mehr nur die Verbrechen der Deutschen im Mittelpunkt standen, sondern auch das deutsche Leid, verursacht durch die Bombenangriffe der Alliierten oder durch die Vertreibungen nach Kriegsende. „Unter dem Sand“ ist deshalb noch lange keine revisionistische Geschichtsklitterung, aber ein wenig befremdlich mutet es dann doch an, wenn hier einzig ein sadistischer dänischer Ausbilder und betrunkene britische Soldaten fragwürdige Handlungen begehen. Zandvliet geht in seinem Bemühen, eine obskure Episode des Zweiten Weltkriegs vor dem Vergessen zu bewahren, letztlich zu schematisch vor. So bleiben am Ende vor allem schöne Bilder und eine gute Absicht.

Fazit: Regisseur Martin Zandvliet rückt mit „Unter dem Sand“ einen wenig bekannte Episode des Zweiten Weltkriegs ins Rampenlicht und richtet sein Augenmerk dabei auf nicht ganz unproblematische Weise vor allem auf deutsches  Leid.
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Kommentare

  • C-Lou-Lloyd
    Ein Rezension ist immer auch subjektiv. Jeder hat seine eigene Meinung/Empfindungen/Erklärungen, wenn es um bildende Kunst geht. Aber von einem Journalisten sollte man erwarten, dass er sein Handwerk beherrscht. Das ist hinsichtllich dieser absolut misslungenen "Filmkritik" nicht der Fall. Zwei Mal taucht das Wort "schematisch" in der "Kritik" auf. Zum Einen sollen die deutschen Kriegsgefangenen "schematisch" gezeichnet sein, zum anderen gehe Regisseur Zandvliet zu "schematisch" vor. Journalisten lernen bereits in den ersten Semestern, dass eine Behauptung ohne Beleg nichts mehr als ein Gerücht ist.Und was hat eine Wort-Kombination wie "gut gemeint" auf einem Filmportal zu suchen, das sich ernsthaft als Meinungsführer etabliert hat? Geht´s noch? Das ist an Arroganz kaum zu überbieten.Nicht ein Wort wird über die herausragenden Leistungen der deutschen Darsteller verloren. Und zu allem Überfluss werden wegen der Zusammenarbeit mit dem ZDF Vergleiche zu anderen Fernsehproduktionen (RTL-Eventfilm wie "Dresden") gezogen. Schade.Mittlerweile hat die deutsch-dänische Produktion "Unter dem Sand" sechzehn (16!) Filmpreise auf diversen Festivals gewonnen und der Film wird unter Schauspielkollegen als einer der besten europäischen Film-Produktionen des noch jungen Jahres gehandelt.Diese Filmbesprechung ist vielleicht nur ein Ausrutscher. Aber so lange schablonenhaft und in diesem Fall wirklich schematisch gezeichnete Werke wie "The Huntsman & The Ice Queen" oder "Deadpool" besser bewertet werden als mehrfach ausgezeichnete Festivalfilme bleibt auch für mich weiterhin nur "gut gemeint" und nicht wirklich aussagefähig und -kräftig. Da ist noch viel Luft nach oben.
  • Michael S.
    Herr Meyns, das geht besser! Außerdem war "Dresden" ein ZDF-Film. Recherche ist auch für Filmkritiker obligatorisch.
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