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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,0
solide
Jonathan
Von Harald Ringel
In seinem neuen Film „Jonathan“ verarbeitet der deutsch-polnische Regisseur Piotr J. Lewandowski eigene Erfahrungen und erzählt eine zugleich intime und universelle Geschichte über Einsamkeit und Selbstsuche, Sexualität und Tod: Jonathan (Jannis Niewöhner, „Saphirblau“) bewirtschaftet mit seiner Tante Martha (Barbara Auer, „Die Bücherdiebin“) den Bauernhof seiner Eltern. Aufopfernd pflegt er seinen unheilbar an Krebs erkrankten Vater Burghardt (André Hennicke, „Der alte Affe Angst“). Dessen Weigerung dem Sohn Genaueres über den angeblichen Unfalltod der Mutter zu erzählen, belastet den jungen Mann zusätzlich. Der zusehends vereinsamte Jonathan setzt seine ganze Hoffnung auf eine Liebesbeziehung zur engelsgleichen  Pflegekraft  Anka (Julia Koschitz, „Am Ende des Sommers“) …



Der zwischen Wut, Trauer und Hoffnung schwankende Titelheld steht im Zentrum dieses ernsten und sachlich inszenierten Dramas, aber auch die anderen Figuren tragen schwere Gefühlslasten. Die Situation erweist sich als zunehmend kompliziert,  als Marthas Ex-Partner Ron (Thomas Sarbacher) auftaucht, um sich um seinen alten Freund Burghardt zu kümmern. Nun kommen lang gehütete Geheimnisse ans Licht und es geht buchstäblich ums Ganze: Sätze wie „Wenn du sterben willst, musst du das Leben zulassen“ oder „Hass kostet Kraft“, die fast wie programmatische Zwischentitel aufgesagt werden, wirken dabei zunächst wie Plattitüden, ehe sie sich bei genauerem Nachdenken als zutreffend und wahrhaftig erweisen. Dass „Jonathan“ das Konstruierte und Thesenhafte immer mehr hinter sich lässt und sich zu einem durchaus überzeugenden Plädoyer für Toleranz und Verzeihen im Angesicht des Todes entwickelt, ist auch den durchweg guten Darstellern zu verdanken, die vor allem im intensiven Zusammenspiel bei der Konfrontation mit den Lügen und Wunden der Vergangenheit zum emotionalen Kern der Konflikte vorstoßen.

Fazit: Solides, gut gespieltes Familiendrama, das durch einige unerwartete Wendungen an Intensität und thematischem Reichtum gewinnt.

Dieser Film läuft im Programm der Berlinale 2016. Eine Übersicht über alle FILMSTARTS-Kritiken von den 66. Internationalen Filmfestspielen in Berlin gibt es HIER.
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