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    Die Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Die Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung
    Von Gregor Torinus
    Die dänische Schriftstellerin Lene Kaaberbøl gehört zu den erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen ihres Landes, 2012 erhielt sie für ihre Romanreihe über die Abenteuer der Wildhexe Clara die wichtigste Auszeichnung für Kinderliteratur in ihrer Heimat. Nun hat mit ihrem Landsmann Anders Thomas Jensen („The Salvation“, „Men & Chicken“) ein international renommierter Drehbuchschreiber ein älteres Buch von Kaaberbøl für das Kino adaptiert: „Skammerens Datter“ (wörtlich: Die Tochter der Beschämerin) erschien bereits im Jahr 2000 und bildet den Auftakt zu einer vierteiligen Serie über das mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattete Mädchen Dina. Unter der Regie von Kenneth Kainz („Otto ist ein Nashorn“) wurde aus dieser Vorlage ein sehenswertes abenteuerliches Fantasydrama für ein junges Publikum: „Die Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung“ hat zwar ein deutlich geringeres Budget als die großen Vorbildern aus Hollywood, ist dafür aber sorgfältig erzählt und wirkt angenehm geerdet.
     
    Die Handlung ist im finsteren Mittelalter angesiedelt: Melussina (Maria Bonnevie) ist eine „Beschämerin“, sie besitzt die Gabe, jene Dinge zu sehen, die Menschen gewöhnlich vor sich selbst und anderen verbergen, weil sie sich ihrer schämen. Auch Melussinas Tochter Dina (Rebecca Emilie Sattrup) verfügt über die gleiche Fähigkeit, für das Mädchen ist sie jedoch eher ein Fluch als ein Segen, denn die Menschen haben Angst vor ihm und so hat es keine Freunde. Als im Königreich Dunark die Königsfamilie ermordet wird, geraten Melussina und Dina wegen ihrer Gabe schließlich sogar in höchster Lebensgefahr.


    Bei dieser europäischen Produktion stehen nicht aufwendig gestaltete Fantasyelemente wie etwa bedrohliche Drachen und in virtuose Spezialeffekte verwandelte Magie im Vordergrund, sondern die präzise gezeichneten und gut gespielten Figuren: Statt eines Action-Spektakels ist „Dinas Bestimmung“ in erster Linie ein Drama. Drehbuchautor Jensen und Regisseur Kainz nehmen sich viel Zeit für die Handlungsentwicklung und die Einführung der handelnden Personen, vor allem die Protagonistin Dina wird so zu einer ungemein facettenreichen Figur. Die zwölfjährige Newcomerin Rebecca Emilie Sattrup macht aus ihr trotz des Fantasysettings ein Mädchen mit ganz normalen Sorgen und Nöten: Dina fühlt sich verloren und allein, sie sehnt sich nach Verständnis und Freundschaft. Diese intimen, universell verständlichen Gefühle bilden das Fundament für eine lebhafte und spannende Erzählung über Freiheit, Schicksal und erwachendes Selbstbewusstsein. Im letzten Teil des Films merkt man „Dinas Bestimmung“ allerdings allzu deutlich an, dass die Geschichte an der Stelle noch nicht zu Ende ist und dass viele offene Fragen erst in einer möglichen Fortsetzung beantwortet werden.
     
    Fazit: „Die Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung“ ist ein Fantasymärchen (nicht nur) für Mädchen, das vor allem mit tollen, absolut echt wirkenden Figuren überzeugt.
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