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Wish Upon
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
Wish Upon
Von Christoph Petersen
Nicht erst seit „Wes Craven’s Wishmaster“ und seinen drei Direct-to-DVD-Sequels wissen wir, dass das mit dem Wünschen in Horrorfilmen eine schwierige Sache ist, die gerne auch mal mächtig nach hinten losgeht. In eine ähnliche Kerbe schlägt nun auch „Annabelle“-Regisseur John R. Leonetti mit „Wish Upon“ – sieben Wünsche verspricht eine im Sperrmüll gefundene mysteriöse Musikbox mit chinesischen Schriftzeichen, nur sind im Kleingedruckten leider auch noch ein paar unschöne (sprich: blutige) Nebenwirkungen versteckt. Aber wer jetzt erwartet, Leonetti und seine Drehbuchautorin Barbara Marshall („Viral“) hätten sich einige clevere Ideen einfallen lassen, wie genau sich die Wünsche gegen den Wünschenden richten oder welche ethischen Herausforderungen solch eine Wunsch-Maschine so alles mit sich bringt, der wird leider enttäuscht. Stattdessen entpuppt sich „Wish Upon“ als immerhin solide inszenierte, aber eben auch arg überraschungsarme Light-Version von „Final Destination“, „The Box“ und „Wishmaster“.

Zwölf Jahre nachdem sich ihre Mutter (Elisabeth Röhm) vor ihren Augen auf dem Dachboden erhängt hat, bekommt die Highschool-Schülerin Clare Shannon (Joey King) von ihrem Vater Jonathan (Ryan Phillippe) eine Musikbox geschenkt, die der alleinerziehende Bastler aus dem Sperrmüll gefischt hat. Obwohl auf ihr unter anderem der Schriftzug „7 Wünsche“ zu lesen ist, hält Clare die Box zunächst noch für einen harmlosen Dekorationsgegenstand. Aber dann wünscht sich die Highschool-Außenseiterin, dass die viel populärere Darcie (Josephine Langford) doch einfach verrotten möge – und tatsächlich wird die Schulrivalin kurz darauf mit einem seltenen fleischfressenden Virus ins Krankenhaus eingeliefert. Erst einmal auf den Geschmack gekommen, macht Clare munter weiter mit dem Wünschen – zunächst noch ohne zu wissen, dass die Box für jeden erfüllten Wunsch einen extrem hohen Preis verlangt…



„Wish Upon“ ist alles ein bisschen und nichts so richtig. So sind etwa die Todesszenen, wenn die Box mal wieder ihren Blutzoll einfordert, ziemlich offensichtlich von der „Final Destination“-Reihe abgekupfert: Wenn die Nachbarin Mrs. Deluca („Twin Peaks“-Star Sherilyn Fenn) in ihrer Küche steht, ist die Frage nicht „ob“, sondern „wie“ sie gleich draufgehen wird. Während die Kamera alle möglichen Details von der Hand im Müllschlucker bis zum Topf mit kochendem Wasser in Nahaufnahme einfängt, rätselt der Zuschauer, welche der potentiell tödlichen (Haushalts-)Gefahren sich denn wohl gleich realisieren wird. Das Problem ist nur: Wer bloß zehn Minuten aus einem beliebigen „Final Destination“-Teil gesehen hat, kann über die kaum komplexen und schon gar nicht kreativen Todesszenen in „Wish Upon“ nur müde lächeln (was zum Teil sicher auch damit zu tun hat, dass die Macher schon irgendwie Blut zeigen wollen, zugleich aber jederzeit auf ihr angestrebtes jugendfreies PG-13-Rating achtgeben müssen).

Den tödlichen Preis für die Wunscherfüllung hätte man sich bei dieser Umsetzung schon mal sparen können, aber was ist mit den Wünschen selbst? Wenn Darcie mit halb abgefaulten Zehen im Krankenhaus landet, zeigt die ansonsten so liebenswerte Clare absolut kein schlechtes Gewissen, ganz im Gegenteil – ein im ersten Moment ziemlich verstörender Kniff. Aber in solche finsteren Abgründe wird hier leider nur ganz kurz und dann auch nur sehr verhalten hineingeleuchtet - in dieser Hinsicht ist „The Box“, in dem ein Ehepaar für das Drücken eines roten Knopfes jedes Mal eine Million Dollar erhält, dafür aber irgendwo auf der Welt ein Mensch stirbt, deutlich mutiger und ambivalenter. Zudem driftet „Wish Upon“ schließlich sogar ein Stück weit ins unfreiwillig Komische, wenn Clare die Chinabox plötzlich umklammert wie ein Junkie seinen Stoff – da kann dann nicht einmal mehr die ansonsten sehr überzeugende Joey King („Conjuring“, „Wish I Was Here“) noch etwas ausrichten. Ach ja, „Wishmaster“ fehlt noch: Genau einer ihrer sieben Wünsche richtet sich schließlich gegen Clare selbst (mit der Liebe ist das eben so eine Sache). Wie so viele Plotmechanismen in „Wish Upon“ wird also auch dieser nur sehr halbherzig durchgezogen.

Fazit: John R. Leonettis „Wish Upon“ fehlen eigene clevere Ideen, stattdessen werden hier einfach die verschiedenen Konzepte einiger besserer Filme zu einem Plot zusammengefügt. Das ist – vor allem dank der tollen Hauptdarstellerin - durchaus unterhaltsam, aber nur selten spannend und nie überraschend.
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