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    Lara Croft: Tomb Raider
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,5
    durchschnittlich
    Lara Croft: Tomb Raider
    Von Carsten Baumgardt
    Eine perfekt besetzte Hauptdarstellerin, satte Action, atemberaubende Sets und eine seelenlose Geschichte ohne Überraschungen: Das bietet die langerwartete Videospiel-Verfilmung „Lara Croft: Tomb Raider“.

    Die englische Archäologin Lara Croft (Angelina Jolie) findet in ihrer Villa eine mysteriöse Uhr, die einst ihr 1985 verstorbener Vater (Jolies leiblicher Dad: Jon Voight) versteckte. Um ihr Geheimnis zu lüften, wendet sich die eigenwillige Aristokratin an den Anwalt und Altertumsspezialisten Powell (Iain Glen), doch schnell bemerkt die Millionärin, dass sie einen fatalen Fehler gemacht hat. Denn der aalglatte Powell arbeitet im Auftrag eines Geheimbunds, den Illuminaten. Sie benötigen die Uhr in Form eines „allsehenden Auges“, um an zwei Hälften einer dreieckigen Tafel zu gelangen. Alle 5000 Jahre tritt die richtige Planetenkonstellation zusammen, um die Stücke zusammenzufügen. Passiert dies zum richtigen Zeitpunkt, verleiht das Relikt dem Benutzer die Kontrolle über die Zeit. Nachdem Lady Croft die Uhr an Powell verloren hat, beginnt sie eine exotische Hetzjagd über mehrere Kontinente, um den finsteren Plan der Illuminaten zu zerstören und die Dreiecke zu vernichten...

    Die erste Sequenz zeigt gleich, wo es langgeht. In Hot Pants und knappem Top mit schweren Pistolen im Halfter kämpft die Amazone springend, hechtend und ballernd im Rhythmus von harten Industrial-Klängen (Chemical Brothers, Nine Inch Nails, U2) gegen einen intelligenten Killerroboter. Der englische Action-Spezi Simon West („Con Air“) fand mit Oscarpreisträgerin Angelina Jolie („Durchgeknallt – Girl Interrupted“, „Der Knochenjäger“) die optimale Besetzung für die actionfreudige Videospielheldin mit Körbchengröße D. Jolie verkörpert nicht nur Lara Croft, sie ist Lara Croft. Augenzwinkernd gespielt, macht die 26-Jährige bei sämtlichen Actionszenen, die sie zumeist selbst absolvierte, eine starke Figur. Selbst die Andeutung einer Charakterzeichnung findet statt. Jolie darf alle Actionregister ziehen, von Karate bis Faustkampf - und natürlich aus allen Lagen feuern. Das war’s für „Tomb Raider“ allerdings auch schon fast in positiver Hinsicht. Natürlich ist die Action des 80-Millionen-Dollar-Werks rasant, auf dem neuesten Stand und die Sets (wie die Tempelruinen von Angkor Wat in Kambodscha) sind phantastisch, aber Lara’s Mit- und Gegenspieler irren merkwürdig hölzern durch die seelenlose, dünne, vorhersehbare Geschichte. Ein starker Gegenpart, ein richtiger, charismatischer Bösewicht fehlt. Die Figuren entwickeln abgesehen von Lara kein Eigenleben, wirken ebenso statisch wie die achtarmige, steinerne Götterstatue, die in der besten Sequenz des Films erwacht und einen spektakulären Schwertangriff auf Lara unternimmt.

    Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass „Tomb Raider“ zwar die Erwartungen der eher anspruchslosen Actionfans erfüllt, aber Simon West die Chance verschenkt hat, ein modernes, ironisches Action-Abenteuer à la „Indiana Jones“ zu drehen mit dem sich „Tomb Raider“ nicht im entferntesten messen kann. Der kommerzielle Erfolg steht trotz allem außer Frage und Teil zwei ist bereits so gut wie amtlich...
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