Der Pianist
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    tobe78
    tobe78

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      4.5 - Großartig

    "Nicht schießen! Ich bin Pole! - Warum trägst du dann den scheiß deutschen Mantel? - Mir war kalt." Nie wieder im Leben wird man die Geschehnisse des zweiten Weltkrieges und die Folgen des “Holocausts” ungeschehen machen können. Das Leid der Menschen, welche die Vergangenheit überlebt und auch “nicht” überlebt haben, wird sich für immer ins Gedächtnis brennen. Alles was man machen kann, ist Hoffnung schöpfen, die Hoffnung darauf, das solche Ereignisse sich nie wieder ereignen werden. Man kann diese filmisch verarbeiten, einen “Beweis” und ein “Vermächtnis” für nachfolgende Generationen hinterlassen. Steven Spielberg hat es ja in einer dokumentarisch anmutenden Position vorexerziert. Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack erhalten und die Erkenntnis, das unser Verstand niemals in der Lage sein wird, die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte in seiner breiten Dimension zu erfassen. Nach S. Spielberg wagte sich auch Roman Polanski anno 2002 ans thematische Minenfeld “Holocaust”. Dessen ergreifender Film “Der Pianist” über das Schicksal des polnischen, meisterhaft spielenden Pianisten Wladyslaw Szpilman (gestorben im Jahre 2000) bezieht nicht nur ähnlich wie Spielbergs “Schindlers Liste” eine dokumentarische Position, sondern projeziert auch Roman Polanskis persönliche “Ängste” und wahren “Erlebnisse” des zweiten Weltkrieges zeitweilen selber in die Figur des Filmes. Polanski arbeitet verdrängte Kindheitserinnerungen und Ängste ganz konsequent auf, “ist” zum Teil Szpilman. „Der Pianist“ ist am Rande der Perfektion, ein klassisches Drama mit einer kleinen, marginalen Schwäche, welche aber trotzdem nichts an dem Status eine Meisterwerks rütteln kann. Ein Wladyslaw Szpilman entkommt genau wie Polanski in seiner Kindheit dem todbringendem Zug in die Ghettos, tritt die Flucht an und erleidet ein persönliches Trauma, wenn er sich einen Weg durch zahllose Opfer des Krieges bahnen muß. Erzählt wird ein reiner Überlebenskampf, welcher fast im Desaster endet. Und am Ende ist der Protagonist, teils naiv, teils verzweifelt, nicht mehr klar in seinen Gedanken und halb verhungert, noch mit einem wahrem Schutzengel gesegnet. Solche Geschichten kann nur das Leben selber schreiben. Polanski geht es um eine unprätentiöse Schilderung der Geschehnisse im Krakauer Getto. Der “Pianist” ist nüchtern, aber erschreckend zugleich, die eingesetzte Brutalität ist Mittel zum Zweck. Denn einige Szenerien schlagen nicht nur auf das Gemüt, sie lassen uns unvoreingenommen und bestürzt zurück, ohne zu dick aufzutragen. Die zur Schau gestellte Brutalität der “SS” kennt keine Grenzen, die Menschen sind gegenüber ihr hilflos. Polanski ist so nah an der Realität in seinem Werk wie man eben sein kann. Mal werden Menschen in Reihe und Glied zusammengepfercht, werden zu einer wahllosen Zielscheibe, indem sie durch Zufall ausgewählt und erschossen werden. Das ist der Krieg, “das” ist die bittere Realität, kein Mythos. Mal werden die Menschen bei der Zwangsarbeit mißhandelt, mal werden sie abends in ihrer Wohnung heimgesucht. Und wer hilflos und krank, an einem Rollstuhl gefesselt ist und nicht mehr gesund werden kann, erleidet kurzerhand sein Schicksal in Form des Todes. Denn die Schergen der SS, auch im Getto selbst, ließen nur gesunde Menschen zwecks einer fragwürdigen Ideologie übrig. Spielberg begibt sich in seinem Werk ins Ghetto, Romanski bleibt außerhalb des Gettos, arbeitet trotzdem konsequent alle wichtigen Facetten heraus. Auch “Der Pianist” ist in der detailgenauen Schilderung genannter Aspekte gerade zu pedantisch genau, denn Polanski inszeniert mit einer derartigen Selbstverständnis, die zu keiner Sekunde Zweifel daran aufkommen läßt, das seine inszenierten Geschehnisse die “Bretter sind, welche die Welt bedeuten”, sind. Auch außerhalb des Ghettos tobt die persönliche Hölle für einen jeden Menschen, mit Hilfe guter Schauspielleistungen gelingt Polanski ein Einblick in das Seelenleben seiner Protagonisten, auch in Szpilman. Die Menschen sind starr vor Schreck, ihre innerliche Anspannung und Angst wird nicht nach außen gekehrt, sie wagen kein Wort zu reden. Denn sie wissen, da sie sich im Angesicht des nahenden Todes befinden und müssen sich ihrem Schicksal erstmal fügen. Auch Wladyslaw Spilman ist kurz vor Ende des Filmes, als er kurz vor Schluß seinem Schutzengel im SS-Gewand begegnet (das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen), starr vor Schreck, er wagt es nicht zu reden, macht sich klein, fühlt sich ertappt, die persönliche Angst steht ihm in den Augen geschrieben. Und er spielt als ob es kein morgen gäbe, er spielt am Klavier so auf, wie er am besten kann, um sein eigenes Leben zu retten. Und sein gegenüber versteht ihn, ist noch Mensch geblieben und hilft ihm in einer humanen Geste zum überleben. Polanski bezieht Stellung und Haltung gegenüber den Geschehnissen der Vergangenheit. mehr unter http://blockbusterandmore.blog.de

    Hinzugefügt am 27.03.2011 um 19:43 Uhr
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    Jason Bourne
    Jason Bourne

    10 Follower | Seine 338 Kritiken ansehen |

      3.5 - Gut

    Roman Polanskis ''Der Pianist''ist ein authentisches Porträt der Leiden eines jüdischen Menschen, der sich seinen Weg durch das zerstörte Warschau bahnt und dabei an die Grenzen seiner Kräfte gerät. Obwohl der Film dabei über weite Strecken zu behäbig wirkt und die tragische Wendung am Ende nicht sehr berührt, weiß das Drama dennoch mit einem grandiosen Hauptdarsteller zu faszinieren.

    Hinzugefügt am 17.09.2010 um 20:43 Uhr
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    Dmitrij Panov
    Dmitrij Panov

    1 follower | Seine 99 Kritiken ansehen |

      4.5 - Großartig

    Grandios die Beobachterposition bei der Darstellung der Gewalt: Aus einem Fenster beobachtet die Familie (und später auch der Protagonist alleine), wie Gewalt an den Juden getan wird - aus relativer Sicherheit, zunächst, doch nicht weit ist der Augenblick, wenn die Grausamkeit auch die eigene Wohnung erreicht. Zuerst ist es ein Gerücht, welchen man lieber nicht ernst nehmen möchte, dann ist es sozialer Terror, dem man noch mit Sarkasmus gegenüberzutreten versucht - doch irgendwann endet man im Dreck und darf zusehen, wie Menschen sich für einen Krümel Essen nahezu umbringen und von Boden essen, aus Hunger und Verzweiflung. Nichts wird hier beschönigt, vor keinem potenziellen Opfer Halt gemacht, ob nun Kind oder Greis, jedem kann das Schlimmste passieren. Du musst auch nichts falsch machen, man kann dich auch einfach zur Abschreckung erschießen. Selten bin ich so bei Schüssen in einem Film zusammengezuckt. Doch der Film beschränkt sich nicht nur darauf: Gegen Ende wird die Stimmung nahezu post-apokalyptisch: Trümmer, Staub und Blut sind das, was die Hauptfigur zu sehen bekommt und die einzigen Menschen in der Nähe sind die Deutschen, die durch die Straßen ziehen und ab und zu ein paar Flammen durch die zerbröckelten Wände schießen. Auch wenn hier aufgrund der Länge meine Aufmerksamkeit etwas gelitten hat, so bleiben diese Szenen noch lange im Gedächtnis - eine Art Survival-Horror in echt, die Angst und Gehetztheit, die man gerne in Spielen erlebt, stellt sich hier als eine einst dagewesene Wahrheit heraus, die nichts mit einem Spiel zu tun hatte (abgesehen davon, dass sie auch heute hier und da auftreten kann). Und so bietet Film ein äußerst intensives und wunderbar subjektives Erlebnis der Judenverfolgung, kein Blick auf das Geschehen, sondern ein Blick aus der Mitte des Geschehens heraus, ein wilder, verzweifelter Blick. Zwar stellt der Film im Grunde genommen nur eine Perspektive des Krieges dar - aber diese auf hervorragende Art und Weise. Als hätte ich mich eben selbst in einer Wohung versteckt, mit der blanken Angst davor, ein verräterisches Geräusch zu machen. *erschauder*

    Hinzugefügt am 13.02.2010 um 16:16 Uhr
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    jones
    jones

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      5 - Spitzenklasse

    Roman Polanski hat mit diesem Film ein großes Werk geschaffen. Ich habe selten einen Film gesehen der die Tragödien, das Elend und auch die Dramaturgie der damaligen Lage so gut verkörpert. Adrien Brody liefert eine geniale Darstellung ab. Es ist bemerkenswert wie er nahezu den ganzen Film mit einem ähnlichen, elend ausschauenden Blick auskommt. Auch war zusehen wie die Nationalsozialisten mit einer kaum dagewesenen Brutalität agieren. Aber auch im Falle von Wilm Hosenfeld die Polen und Juden unterstützen und versuchen das Leben von ihnen zu retten. Die Farben rot und grün, aber auch helle Farbtöne haben im Film eine große Bedeutung. So werden lediglich zu Anfangs und am Ende rote und helle Farben gezeigt, die für Hoffnung aber auch Frieden stehen. All diese Dinge machen "Der Pianist" zu einem Meisterwerk. Schlichtweg Klasse!

    Hinzugefügt am 11.05.2009 um 17:28 Uhr
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    8martin
    8martin

    1 follower | Seine 171 Kritiken ansehen |

      4 - Sehr gut

    Regisseur Roman Polanski hat einen Teil seiner eigenen Kindheit verarbeitet, indem er die Autobiographie von Wladyslaw Szpilman verfilmte und seiner Heimatstadt ein Denkmal gesetzt, wie man im von der Wehrmacht besetzten Warschau überleben konnte. Ein Einzelschicksal zwar, aber stellvertretend und symbolträchtig für viele andere. Außerdem zeigt er, dass nicht alle Deutschen schlecht waren. Die Szenen brutaler Grausamkeit reichen in der Darstellung von Willkür an Schindlers Liste heran und sind auch teilweise mit deutschen Schauspielern besetzt. Wenn man in das Gesicht von Adrien Brody schaut, sieht man das ganze Elend eines unterdrückten Volkes. Obwohl es schon so viele Filme über diese Zeit gibt, und dieser entstand erst 2002, ist er keineswegs überflüssig. Und dass er ohne Lovestory auskommt, verleiht ihm noch zusätzliche Qualität.

    Hinzugefügt am 17.04.2009 um 16:40 Uhr
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    Moatez
    Moatez

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      5 - Spitzenklasse

    Die wohl ehrlichste und zugleich herzzerreißendeste Schilderung des Lebens eines Holocaustopfers, die je gedreht wurde. Bravo!

    Hinzugefügt am 29.09.2008 um 07:35 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    es gibt eine szene in diesem film, die mich so bewegt und schockiert hat, wie niemals eine andere szene in einem film zuvor: die ss stürmt ein haus. ängstlich betrachtet szpilmans familie es von außen. die soldaten laufen nach oben. eine familie beim essen. "steh auf" brüllt ein ss - mann einen alten im rollstuhl an. er kann nicht aufstehen. "werft ihn raus!". sie werfen ihn zum balkon hinaus. ohne zu zögern. sie lassen die familie unten aufstellen und dafonlaufen. als sei es ein spiel. erschießen alle nacheinander. fahren auch noch mit dem auto über einen noch lebenden, der schrecklich um hilfe ruft. dannach herrscht stille. nur szpilmans mutter weint. es ist ein einziges grauen. ich war von dieser szene unglaublich schockiert. diese kälte! die grausamkeit! diese hilflosigkeit und diese wut! viele szenen weisen eine kluge doppelbödigkeit und methaphorik auf. etwa die, in der szpilzmann den jungen rettet. die täter sind nicht zu sehen. man hört sie nur. warum töten sie dieses kind? warum? warum erschießt ein ss mann eine frau, nur weil diese fragt, wohin sie gebracht wird? irgendwann war ich wie gelähmt. ich war in einer art schockzustand. das ist er wohl, der missing link. aber ist es nicht anmaßend zu glauben, wir könnten je diese art des schreckens anchvollziehen? ich kann es nicht. ich will es nicht. auch mir erging es so, dass ich nach einer zeit die deutschen abgrundtief gehasst habe. irgendwann wird der satz gesagt "warum lassen wir uns wie die lämmer zur schlachtbank führen?" es ist verständlich, dass wir es aus heutiger sicht so empfinden. aber damals konnte niemand wissen, dass es in einem zivilisierten land, in europa, einer fortschrittlichen gesellschaft möglich sein sollte, dass millionen von menschen nicht trotz, sondern gerade mithilfe der errungenschaften der zivilisation millionen von menschen ermordern. hier offenbart der film sein universelles thema: es ist die dialektik der zivilisation, deren kehrseite auch immer das inhumane ist, dass es zu bekämpfen gilt. zivilisation heißt menschlichkeit, aber eben nicht nur im positiven sinne. auch ich habe geweint. aber nicht am schluss, sondern als szpilzman durch ein lehres ghetto geht. tote liegen einfach so auf den straßen. frauen, männer, kinder. alle sind sie menschen. haben eine geschichte. eine biographie. es ist unerträglich sich das vorzustellen. adrian brody vermag diese figur auf eine art und weise zu verkörpern, die nicht uns ihre emotionen aufdrängt, sondern die beinahe wie ein staunendes kind vor den ereignissen steht. denn dies ist letztlich die einzig mögliche perspektive die uns zusteht und die wirklich menschlich ist. die fassungslosigkeit im angesicht dessen, was vor sich geht und was möglich ist. erinnerungen an imre kertesz "roman eines schicksalosen" werden wach. polanski ist etwas gelungen. ich kann ihm aber nicht dankbar sein für diesen film. ich wünschte. solchen filme wären historisch schlicht nicht notwendig.

    Hinzugefügt am 14.04.2008 um 15:15 Uhr
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      4 - Sehr gut

    Der Film ist sicherlih einer der Besten der letzten Jahre und einer der Stärkeren von Roman Polanski. Allerdings fällt auf -und das ist die einzige gravierende Schwäche des Films- das Adrien Brody als der Pianis-so gut er auch spielen mag- sich seltsamerweise nie wirklich über das Geschehen um ihn herum geschockt zeigt oder sich aus der Ruhe bringen lässt, was schon ein wenig komisch anmutet. Ansonsten ein sehr gelungener Film.

    Hinzugefügt am 22.05.2007 um 16:50 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Der Holocaust im dritten Reich war eines der dunkelsten Kapitel in der Menschheitsgeschichte,keine Frage...Polanskis Umsetzung des Grauens war meiner Meinung nach einen Tick besser als "Schindler´s Liste",der mir doch bei aller Realitätsnähe hier und da eine Spur Pathos mitbringt..."Der Pianist" hingegen ist von Anfang bis Ende ein nüchternes Drama geworden,dass einen zutiefst erschüttert...wenn man sich in die Lage der Opfer versetzt(was natürlich nicht ansatzweise gelingen kann,denn Todesangst und zweifel kann man nicht einfach so auf Knopfdruck hervorrufen),aber es zumindest versucht,dann wird einem klar,dass unsere alltäglichen Problemchen,pardon,ein Fliegenschiss dagegen sind...der Film ist so dermaßen beklemmend,dass man es einfach nicht in Worte fassen kann...ein großer Film...kleine Anmerkung:Ich würde es gern sehen,wenn man mal einen Film über das Leid der Indianer machen würde,denn was die "Amerikaner" ihnen angetan haben,war nichts anderes als kaltblütiger Völkermord und mir kommt es so vor,als ob die Leute das langsam vergessen...und das sollte nie passieren...

    Hinzugefügt am 05.11.2006 um 22:14 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    dieser fim ist sehr gut gemacht realistisch und traurig zugleich der film legt wert auf detailtreue und charakterdarstellung der hat seinen oscar verdient polanski ist ein profi

    Hinzugefügt am 10.10.2006 um 14:21 Uhr
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