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"Nicht schießen! Ich bin Pole! - Warum trägst du dann den scheiß deutschen Mantel? - Mir war kalt." Nie wieder im Leben wird man die Geschehnisse des zweiten Weltkrieges und die Folgen des “Holocausts” ungeschehen machen können. Das Leid der Menschen, welche die Vergangenheit überlebt und auch “nicht” überlebt haben, wird sich für immer ins Gedächtnis brennen. Alles was man machen kann, ist Hoffnung schöpfen, die Hoffnung darauf, das solche Ereignisse sich nie wieder ereignen werden. Man kann diese filmisch verarbeiten, einen “Beweis” und ein “Vermächtnis” für nachfolgende Generationen hinterlassen. Steven Spielberg hat es ja in einer dokumentarisch anmutenden Position vorexerziert. Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack erhalten und die Erkenntnis, das unser Verstand niemals in der Lage sein wird, die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte in seiner breiten Dimension zu erfassen. Nach S. Spielberg wagte sich auch Roman Polanski anno 2002 ans thematische Minenfeld “Holocaust”. Dessen ergreifender Film “Der Pianist” über das Schicksal des polnischen, meisterhaft spielenden Pianisten Wladyslaw Szpilman (gestorben im Jahre 2000) bezieht nicht nur ähnlich wie Spielbergs “Schindlers Liste” eine dokumentarische Position, sondern projeziert auch Roman Polanskis persönliche “Ängste” und wahren “Erlebnisse” des zweiten Weltkrieges zeitweilen selber in die Figur des Filmes. Polanski arbeitet verdrängte Kindheitserinnerungen und Ängste ganz konsequent auf, “ist” zum Teil Szpilman. „Der Pianist“ ist am Rande der Perfektion, ein klassisches Drama mit einer kleinen, marginalen Schwäche, welche aber trotzdem nichts an dem Status eine Meisterwerks rütteln kann. Ein Wladyslaw Szpilman entkommt genau wie Polanski in seiner Kindheit dem todbringendem Zug in die Ghettos, tritt die Flucht an und erleidet ein persönliches Trauma, wenn er sich einen Weg durch zahllose Opfer des Krieges bahnen muß. Erzählt wird ein reiner Überlebenskampf, welcher fast im Desaster endet. Und am Ende ist der Protagonist, teils naiv, teils verzweifelt, nicht mehr klar in seinen Gedanken und halb verhungert, noch mit einem wahrem Schutzengel gesegnet. Solche Geschichten kann nur das Leben selber schreiben. Polanski geht es um eine unprätentiöse Schilderung der Geschehnisse im Krakauer Getto. Der “Pianist” ist nüchtern, aber erschreckend zugleich, die eingesetzte Brutalität ist Mittel zum Zweck. Denn einige Szenerien schlagen nicht nur auf das Gemüt, sie lassen uns unvoreingenommen und bestürzt zurück, ohne zu dick aufzutragen. Die zur Schau gestellte Brutalität der “SS” kennt keine Grenzen, die Menschen sind gegenüber ihr hilflos. Polanski ist so nah an der Realität in seinem Werk wie man eben sein kann. Mal werden Menschen in Reihe und Glied zusammengepfercht, werden zu einer wahllosen Zielscheibe, indem sie durch Zufall ausgewählt und erschossen werden. Das ist der Krieg, “das” ist die bittere Realität, kein Mythos. Mal werden die Menschen bei der Zwangsarbeit mißhandelt, mal werden sie abends in ihrer Wohnung heimgesucht. Und wer hilflos und krank, an einem Rollstuhl gefesselt ist und nicht mehr gesund werden kann, erleidet kurzerhand sein Schicksal in Form des Todes. Denn die Schergen der SS, auch im Getto selbst, ließen nur gesunde Menschen zwecks einer fragwürdigen Ideologie übrig. Spielberg begibt sich in seinem Werk ins Ghetto, Romanski bleibt außerhalb des Gettos, arbeitet trotzdem konsequent alle wichtigen Facetten heraus. Auch “Der Pianist” ist in der detailgenauen Schilderung genannter Aspekte gerade zu pedantisch genau, denn Polanski inszeniert mit einer derartigen Selbstverständnis, die zu keiner Sekunde Zweifel daran aufkommen läßt, das seine inszenierten Geschehnisse die “Bretter sind, welche die Welt bedeuten”, sind. Auch außerhalb des Ghettos tobt die persönliche Hölle für einen jeden Menschen, mit Hilfe guter Schauspielleistungen gelingt Polanski ein Einblick in das Seelenleben seiner Protagonisten, auch in Szpilman. Die Menschen sind starr vor Schreck, ihre innerliche Anspannung und Angst wird nicht nach außen gekehrt, sie wagen kein Wort zu reden. Denn sie wissen, da sie sich im Angesicht des nahenden Todes befinden und müssen sich ihrem Schicksal erstmal fügen. Auch Wladyslaw Spilman ist kurz vor Ende des Filmes, als er kurz vor Schluß seinem Schutzengel im SS-Gewand begegnet (das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen), starr vor Schreck, er wagt es nicht zu reden, macht sich klein, fühlt sich ertappt, die persönliche Angst steht ihm in den Augen geschrieben. Und er spielt als ob es kein morgen gäbe, er spielt am Klavier so auf, wie er am besten kann, um sein eigenes Leben zu retten. Und sein gegenüber versteht ihn, ist noch Mensch geblieben und hilft ihm in einer humanen Geste zum überleben. Polanski bezieht Stellung und Haltung gegenüber den Geschehnissen der Vergangenheit. mehr unter http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 27.03.2011 um 19:43 Uhr Verstoß melden
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