Kinostart:
4. Dezember 2003
Regie: Lukas Moodysson
Mit Oksana Akinshina, Artiom Bogucharskij, Pavel Ponomarev,
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Produktionsland:
Dänemark
,
Schweden
.
Genre:
Romanze
,
Drama
Laufzeit: 109 Minuten.
Produktionsjahr:
2002
Verleiher: Arsenal Filmverleih
Inhalt: Die 16jährige Lilya wird von ihrer Mutter im Stich gelassen. So muss sie sich in der estnischen Trabantenstadt allein durchschlagen; doch schließlich verliert sie ihre Wohnung und fliegt von der Schule. Gemeinsam mit ihrem einzigen Freund träumt sie von einem besseren Leben. Doch schon bald sieht sie sich gezwungen auf den Strich zu gehen, um überleben zu können. Als sie Andrei kennen lernt, verspricht dieser ihr einen Neuanfang in Schweden. (sir)
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insgesamt 5 Kritiken
Dmitrij Panov
Mitglied seit 834 Tagen
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99 Userkritiken
Bewertung:
(4)
Kritik:
Ich kenne diese Umgebungen. Ich kenne diese dreckigen Straßen, diese alten Häuser mit ihren halb abgerissenen Tapeten und Ecken, mit ihren ärmlichen Möbeln. Ich kenne diese Menschen, wie sie aussehen, wie sie sich über einen Basketball mehr freuen als manche Menschen hier über ein neues Auto. Wie sie Kleber schnüffeln und rauchen und im Elend verrecken. Gut, das blieb meinen Augen damals erspart, zum Glück, aber die Atmosphäre ist mir wohlbekannt. Und ja, ich bin auch keine Frau und hätte diese Probleme gewiss nicht so erlebt. Aber ich bin ganz nah dran an dieser Welt gewesen. All dieser Dreck, all das Elend, all diese Hoffnungslosigkeit sind für mich nun Vergangenheit, die ich damals gar nicht richtig verstand. Aber die wenigsten können das von sich behaupten.
Lilja ist keine besondere "Heldin", sie ist ein Mädchen wie unzählige andere in diesen Ländern, ihr Leben ist das Leben vieler. Und auch ihr späteres Schicksal ist kein Einzelfall, sondern die tägliche Realität. Und diese wird in all ihrer gnadenloser Wahrheit, mit größtmöglicher Intensität und der perfekten Darstellung des Ekels und der Perversion der Situation hiermit auf Film gebannt. Trotz der teilweise etwas "billigen" Machart, die jedoch wiederum auch gut zu der Atmosphäre passt, bietet der Film ein verstörendes und bewegendes Erlebnis, gerade in den Sequenzen, in denen man die Vergewaltigungen sozusagen durch die Augen der Protagonistin selbst sieht. Diese Bilder brennen sich ins Gehirn und hinterlassen einen sehr bitteren Eindruck, der lange nach dem Schauen bestehen bleibt. Wenn man dem Film etwas vorwerfen will, dann ist es die durch die Realitätsnähe bedingt etwas vorhersehbare Story, der Soundtrack passt ebenso trotz der meistens recht "fröhlichen" Art dennoch gut zum Geschehen und kontrastiert auf eine bittere Art und Weise Liljas grausames Schicksal, auch "Mein Herz brennt" ist nicht nur eine musikalische Überraschung, sondern auch eine Bereicherung für die Schluss- bzw. auch Anfangsszene. Ein sehr bewegendes und sowohl in storytechnischer als auch in inszenatorischer Sicht sehr nüchternes und ernüchterndes Erlebnis, ein Blick mitten in die Grausamkeit unserer Tage und eine sehr intensive und ungemütliche Erfahrung. Und wenn ich daran denke, wie nah mir einst diese Welt stand, bekomme ich ganz ehrlich ein flaues Gefühl im Magen.
Verfasst am 20.12. um 17:57 Uhr -
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8martin
Mitglied seit 1.222 Tagen
|
171 Userkritiken
Bewertung:
(4)
Kritik:
Ein trauriger Film, der in seiner dokumentarischen Schärfe echt an die Nieren geht. Es ist nicht nur die albtraumartige Trostlosigkeit der heruntergekommenen Plattenbauten, sondern die Perspektivlosigkeit der Jugend, die hier leben muss. Ein Versuch diesem Elend zu entkommen, scheitert kläglich, nachdem sich Lilja mit Prostitution, Schnüffeln und Schnaps eher schlecht als recht durchgeschlagen hat. Der Suizid erscheint als wahre Erlösung. Auch der Versuch das vorprogrammierte Ende etwas lyrisch-poetisch abzufedern (die Flügelchen sind zum Schmunzeln) verhindert nicht den nachhaltigen Eindruck dieses tragisch-dramatischen Jugendfilms. Und es ist nicht leicht, das menschliche Elend in diesem Ausmaß zu konfrontieren.
Verfasst am 19.11. um 20:04 Uhr -
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Gast - Samstag, 04. Februar um 06:54