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X-Men: Der letzte Widerstand
Originaltitel: X-Men: The Last Stand
Comic-Action
USA 2005
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Pressespiegel
Laufzeit: 104 Minuten
Kinostart: 25.05.2006
Verleih: Fox

Kritik

Die Hürden, die „X-Men: Der letzte Widerstand“ bis zu seiner Fertigstellung überwinden musste, hätten gar Langstreckengott Haile Gebreselasi mächtig außer Atem gebracht. Da wäre zunächst die unsägliche Regie-Geschichte. Erst zog sich Bryan Singer, der Erfolgs-Regisseur der ersten beiden Teile, aus dem Projekt zurück, weil er es vorzog, für Warner Superman Returns zu inszenieren. Als Antwort wurde kurzerhand der hoch veranlagte Layer Cake-Regisseur Matthew Vaughn verpflichtet – doch nur neun Wochen vor dem anvisierten Drehbeginn schmiss auch er (wegen künstlerischen Differenzen) das Handtuch. Also war auf einmal Brett Ratner („Rush Hour“, Rush Hour 2, Roter Drache) im Rennen.

Auch die Schauspieler-Riege verursachte einige Sorgenfalten. Halle Berry lag mit Bryan Singer im Clinch und wollte eigentlich nie wieder in die Rolle der Storm schlüpfen. Nachdem der ungeliebte Regisseur jedoch abgesprungen war und sich Berrys vermeintlich eigenes Comic-Franchise Catwoman als arges Desaster entpuppte, ließ sich die attraktive Oscar-Preisträgerin doch noch von einer Rückkehr überzeugen. Hugh Jackman wurde zwischenzeitlich mit einem „Wolverine“-Spinoff der Mund wässrig gemacht (kommt nun wahrscheinlich 2008?!). Bei der Besetzung der neuen Charaktere gab es den gleichen Affentanz. Josh Holloway („Lost“) war eigentlich als Gambit fest eingeplant. Als dieser dann absagte, wurde kurzerhand der gesamte Charakter komplett aus dem Drehbuch gestrichen. Mike Vogel (Wo die Liebe hinfällt) hatte ebenfalls bereits die Zusage, sich als Angel durch die Lüfte schwingen zu dürfen. Doch da der eigentliche Drehplan nicht eingehalten werden konnte, kam es zu Überschneidungen mit den Dreharbeiten zu Wolfgang Petersens Poseidon. Ohnehin war „X-Men: Der letzte Widerstand“ ein logistischer Alptraum. Viele der Stars standen nur für einen äußerst überschaubaren Zeitraum für die Dreharbeiten zur Verfügung. Ian McKellen hatte beispielsweise mit The Da Vinci Code - Sakrileg eine nicht ganz kleine Produktion hinter sich zu bringen.
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Die Vorzeichen standen also alles andere als gut und manchem treuen Fan der X-Männer schwante bereits Böses. Doch es kann Entwarnung gegeben werden. „X-Men: Der letzte Widerstand“ kann zwar qualitativ nicht mit seinen beiden Vorgängern mithalten (was wohl ohnehin nur die unerschütterlichsten Optimisten erwartet haben), ist aber für sich genommen immer noch ein unterhaltsames Comic-Spektakel. Dabei ist der Film jedoch wesentlich mehr Actioner und wesentlich weniger Fabel über Toleranz, Akzeptanz und Humanität, als es noch die Filme von Bryan Singer waren. Aber das war ebenfalls zu erwarten. Singer ist seit jeher ein brillanter Geschichtenerzähler, lieferte mit Die üblichen Verdächtigen gar einen der intelligentesten Filme der 90er Jahre ab. Brett Ratner hingegen ist allenfalls der solide Handwerker. Ein Popcorn-Regisseur, der sich seiner Grenzen offensichtlich bewusst ist. Daher steht beim dritten Teil des „X-Men“-Franchise auch krachende Unterhaltung auf dem Speiseplan – und keine intelligente Geschichte mit vielschichtigen Charakteren.

Dabei ist gerade der Einstieg überaus gelungen. In zwei kurzen Rückblenden erfährt der Zuschauer mehr über die Mutanten Angel (jung: Cayden Boyd; alt: Ben Foster) und Jean Grey (jung: Haley Ramm; alt: Famke Janssen), wobei insbesondere die Jean-Grey-Episode wichtig für das spätere Geschehen ist, denn selbst die damals noch befreundeten Charles Xavier (Patrick Stewart) und Eric „Magneto“ Lensherr (Ian McKellen) sehen gegen die Kräfte des kleinen Mädchens am anderen Ende des Tisches aus wie Schuljungen. Erst dann knüpft die Geschichte an die Geschehnisse von X-Men 2 und den (vermeintlichen?) Tod von Jean Grey an. All zu kompliziert wird es im Folgenden allerdings nicht. Im Mittelpunkt steht dabei ein von der Regierung entwickeltes Serum gegen die „Krankheit“ Mutation. Dass diese Erfindung nicht nur das Lager der Mutanten in zwei Hälften spaltet, versteht sich von selbst. Insbesondere Charles Xavier und Dr. Hank „Beast“ McCoy (Kelsey Grammer), der Berater des Präsidenten in Mutanten-Fragen, sind bemüht, die Wogen zu glätten.

Auch wenn es dem Drehbuch von Simon Kinberg (Mr. And Mrs. Smith, xXx2: The Next Level) und Zak Penn (X-Men 2, Suspect Zero) größtenteils an Tiefe fehlt, ist dieses zunächst überraschend düster und konsequent. Wenn nach nicht einmal der Hälfte des Films von zwei der bisherigen Hauptcharaktere Abschied genommen werden muss, ist der deutsche Untertitel „Der letzte Widerstand“ durchaus wörtlich zu nehmen. Darüber hinaus hapert es allerdings gehörig mit der Konsequenz. Dass das Militär aus dem Anti-Mutations-Serum eine Offensiv-Waffe herstellt, ist eine Idee, die gehörig Zündstoff mit sich bringt. Nur wird diese eben nicht konsequent zu Ende gebracht. Die Dreiecksbeziehung zwischen Rouge (Anna Paquin), Iceman (Shawn Ashmore) und Kitty (Ellen Page), das Screwball-Potenzial aus dem Aufeinandertreffen von Wolverine und Beast, die Entfremdung zwischen Angel und seinem Vater… vieles ist zwar in Ansätzen vorhanden, aber der letzte Schritt wird dann eben doch nicht gemacht. Und gerade in diesem Sinne schadet es dem Film mehr, als dass es ihm nutzt, wenn sich die Macher all zu viele Hintertürchen für einen möglichen vierten Teil offen lassen (und nebenbei mit den letzten Einstellungen das zuvor Gesehene komplett auf den Kopf stellen). In diesem Zusammenhang: Unbedingt bis nach dem Abspann im Kino sitzen bleiben, es kommt noch eine Szene.

Bei den neuen Mutanten gibt es einiges an Licht und ebenso viel Schatten. Ellen Page (Hard Candy) ist als Kitty „Shadowcat“ Pryde gerade für das Team der Nachwuchs-X-Männer eine echte Bereicherung. Darüber hinaus ist ihre Fähigkeit durch Wände gehen zu können für den einen oder anderen Gag gut. Die Wahl von „Frasier“-Darsteller Kelsey Grammer für die Rolle des Beast erschien zunächst befremdlich, doch im Nachhinein geht die Rechnung tatsächlich auf. Die eher ruhigen und nachdenklichen Töne seines Charakters stehen Grammer selbst hinter der blauen Maske und dem dicken Fell gut zu Gesicht. Erst am Ende muss auch er so richtig auf den Putz hauen – und für so etwas gibt es heutzutage schließlich Spezialeffekte. Der überwiegende Rest der neuen Mutanten ist gehobenes Kanonenfutter. Ex-Profifußballer Vinnie Jones (Snatch) hat als Juggernaut tatsächlich 2,8 Dialogzeilen, der junge Cameron Bright (Godsend, Birth, Shaggy Dog) darf ob der Tragik seiner Charakters betroffen in die Kamera blicken und Ben Foster (11:14, Hostage) ist im Grunde ein für die Geschichte höchst überflüssiger Charakter, der lediglich für die eine oder andere nette Kameraeinstellung gut ist.

Geradlinig und im Sauseschritt (die Spielzeit beträgt diesmal nur 107 Minuten) nimmt der Film Kurs auf den großen Endkampf zwischen den letzten verbliebenen X-Men und Magnetos Brotherhood. Dass dieser ausgerechnet auf Alcatraz stattfinden muss, ist natürlich ein derbes Klischee, aber was Ratner hier auf sein Publikum los lässt, ist ein Effektfeuerwerk der ersten Klasse. Sage und schreibe 150 Millionen Dollar durfte der Sunnyboy aus Florida in die Luft jagen. Entsprechend bombastisch sind die Schauwerte. „X-Men: Der letzte Widerstand“ schlägt sicherlich einen anderen Weg ein, als seine beiden Vorgänger. Und mit Christopher Nolans komplexen Charakterstück Batman Begins hat der Film nun absolut gar nichts an Hut. „X-Men: Der letzte Widerstand“ ist ein lupenreiner Mainstream-Unterhaltungsfilm. Effektlastiges Popcorn-Kino, das der Substanz der Vorlage zwar nicht immer gerecht wird, aber auch weit davon entfernt ist, eine wirkliche Enttäuschung zu sein. Brett Ratner hat die schwierige Aufgabe tatsächlich anständig zu Ende gebracht. Zwar hat er sich für einen anderen, weit weniger anspruchsvollen Ansatz entschieden, aber innerhalb seiner Grenzen funktioniert der dritte Streich der „X-Men“-Saga. Und das war so nun wirklich nicht zwangsläufig zu erwarten.

Jürgen Armbruster

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Gastkritiken

Schönes Ende..
X-Men ist ein Film, der von Anfang bis Ende Spaß macht. Tolle Schauspieler und gute Action. Dazu eine einzigartige Story. Teil 3 war etwas...
nicht schlecht aber auch nicht mehr
Naja,ist nicht schlecht aber auch nicht gerade eine Meisterleistung.Der grosse Kampf ist nicht schlecht, auch mit den Effekts aber die...
Um Himmels willen!
Leute was reitet euch diesen Film gut zu finden.Erstmal ich liebe die Comics und vor allen dingen(sicher nicht als einziger aber fanatischer als...
der film war toll
der film war sehr toll ich wollte auch wissen ob das der letzte film ist von x-men oder wird noch x-men 4 raus kommen?ich fand am ende bisschen...
konstant
Konstant gut. Zum Glück hat es sich - wenn auch immer nich schlechter als der Erste Teil - auf einem guten Level des 2ers gehalten. Vielleicht,...

Insgesamt 87 Gastkritiken vorhanden.

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Produktionsbudget150 Mio Dollar
US-Einnahmen234,5 Mio Dollar
Besucher Deutschland1,60 Mio