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1.5 - Schlecht
Voller Vorfreude legte ich die DVD in den DVD-Player. Unvoreinganommen allein mit dem Wissen, das der
DVD-Titel offenbarte und der Tatsache, das dieses Filmprodukt von niemand geringerem als Woody Allen
geschaffen wurde, erwartete ich nicht weniger, als ein aufwühlendes, gesellschaftskritisch anmutendes
Meisterwerk, mit Elementen der Tragik, Witz und Charme. Gefühlte 10 Stunden später war ich eines
besseren belehrt. Nein - Dieser Film hat meine Erwartungen - wie aus meiner Formulierung wohl schon absehbar -
nicht nur nicht erfüllt, sondern auch eine gähnende Leere in den Regionen hinterlassen wo sich bei
mir normalerweise ein ''Wow-'', ''Aha-'' oder wenigstens ein ''Ich-habe-meine-Lebenszeit-nicht-umsonst-
verschwendet-Gefühl'' einstellt, aber wie gesagt, ich fühlte nichts.
Was ist es, was die mehrheitliche Meinung mit der Meinen zu diesem Film so polarisieren lässt?!
Zugeben machte ich schon große Augen als ich mehrheitlich auf überdurchschnittlich gute
Stellungnahmen zu Match Point stieß. Was es ist, das Menschen dazu verleitet ihn als ein Meisterwerk
zu betiteln weiß ich nicht und wenn es da etwas gibt, warum seh ich es nicht?! Es ist zum Heulen, aber
nun mal zu den Fakten:
Dass dieser Film eine banale, nahezu groschenromanhafte Story aufweißt ist ja nicht mal diskutabel.
Das Drehbuch fällt auf der Suche nach dem Meisterwerk also schon mal durch, so deutet eigentlich
nichts darauf hin, dass es eben nicht dem Gehirn eines Autors entsprungen ist, der anderenfalls
das Nachmittagsprogramm auf deutschen Privatsendern entwirft.
Die schauspielerische Leistung ist schon etwas weniger eindeutig, Scarlett Johansson
verkörpert ihren Charakter durchaus meisterlich und ist nicht nur durch ihre zauberhafte Erscheinung,
meines Erachtens das beste, was der Film zu bieten hat. Rhys-Meyers spielt solide und macht eine
halbwegs authentische Charakterentwicklung durch, auch wenn sein Handeln Richtung Ende des Filmes immer
weniger nachzuvollziehen ist.
Ein Abgrund tut sich genau dort auf, wo Nebencharaktere ins Spiel (bzw. eben nicht ins Spiel) kommen. So frage
ich mich bespielweise, was Allen mit dieser naiven, nahezu dümmlich anmutenden Darstellung der Ermittler
ausdrücken will? die ''böse Schwiegermutter'' ist ebenso von der Stange wie der ''gönnerhafte Dauergrinser''
aka. Sohn von reichen Eltern (Matthew Goode).
Abgründe, die sich in hohen gesellschaftlichen Kreises auftun werden von einem Kontinuum durchaus besserer
Filme thematisiert. Dieses hochgestochene Getue, was besonders durch die Sprache und die Optik vermittelt
wird, wirkt bis zur Tischtennisszene, bei der Nola (Johansson) das erste mal auftritt vielleicht noch
stylisch, jedoch verkommen diese ganzen, dem Film eine individuelle Note verpassenden Elemente zu einem
ekelhaften Sing-Sang der so versnopt und schleimig ist, dass mir nicht nur die Haare zu Berge standen,
nein, mir wurde einfach nur speiübel...
Mein Fazit: Dieser ganze Film ist in seiner Langatmigkeit so erfrischend wie warme, saure Milch bei
30Grad im Schatten, jedoch ziemlich leicht verdaulich dank einer anspruchslosen Handlung und keiner Aussage.
Die Ernüchterung, welche er mir beibrachte ist vergleichbar mit der Erfahrung, als ich feststellen
musste, dass die Geschenke an meinem Plastikweihnachtsbaum den ich mit 4 besaß, nicht mit Spielzeug,
sondern mit Styropor befüllt waren, so habe ich mit einer DVD auf der Woody Allen draufsteht leider
nur Rosamunde Pilcher bekommen
Hinzugefügt am 16.10.2008 um 17:35 Uhr
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