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5 - Spitzenklasse
Ja, auch ich war von diesem Fußballspektakel im Sommer 2006 begeistert, auch ich bin zum Fußballfan geworden, habe gezittert, gebangt, bin jubenlnd vom Sofa aufgesprungen, nach dem Halbfinale geschockt und trauernd dort sitzen geblieben, in der Hoffnung, dass das nur ein Traum war und auch ich habe für ca. drei Monate Pizza und Spaggheti nicht mehr angerührt.
Als ich "Deutschland. Ein Sommermärhen" sah, kamen all diese Emotionen wieder auf. Ich verstehe wirklich nicht, wie jemand sagen kann, dieser Film sei emotionslos. Natürlich, es ist ein Dokumentarfilm, aber er hat alles, was einen Spielfilm ausmacht: Spannung, Humor, Trauer, Freude. Da ich die DVD habe, sehe ich ihn mir oft an, und ich fühle mich jedesmal in den Sommer 2006 zurückversetzt. Ich freue mich über jedes einzelne Tor, hoffe sogar jedes Mal noch, vielleicht treffen die Dunkelblauen ja doch nicht, und bin jedesmal aufs neue niedergeschlagen, wenn es dann natürlich doch so kommt.
Dass nicht alle Spieler gleich viel zu Wort kommen, stimmt sicherlich. Wobei man natürlich sagen muss, dass 'Schweini' und 'Poldi' ja zugegeben unsere WM-Helden waren, und daher wohl auch einen "Ehrenplatz" in dem Film verdienen. Außerdem ist man bei dieser Diskussion ja immer etwas parteiisch, jeder von uns will am liebsten, dass sein Lieblinsspieler am meisten auftaucht. Von mir aus hätte der Film auch " Die WM 2006 nur mit Philipp Lahm" heißen können und ich wäre zufrieden gewesen.
An lustigen Szenen hat diese Dokumentation auch einiges zu bieten. Sei es Schweini, der seinem Kumpel Lukas einen morgentlichen Besuch abstattet, oder Thorsten Frings, der unpünktlich in die Ansprache von Frau Bundeskanzlerin hereinplatzt, Neville mit den leichten Problemen bei der Dopingprobe oder Lukas Podolski mit seinem 'Translater'.
Viele sagen ja auch, dass die Emotionen und Gefühle der Spieler nicht richtig durchkommen. Aber ich weiß nicht, wie man das sagen kann, nachdem man die Szenen nach der uns allen wohl bekannten Niederlage in der Kabine unserer Elf gesehen hat. Oder der unbegrenzte Jubel nach dem "kleinen" Finale im Mannschaftsbus. Auch zwischen den Spielen kommen die Gefühle der Spieler gut zum Ausdruck. Der ernste und vielleiht noch immer enttäuschte Oliver Kahn, der herumwitzelnde Schweini oder der glückliche und mit glänzenden Augen auf dem Bett sitzende Philipp Lahm, angesichts der Vorstellung, dass er eventuell beim Eröffnungsspiel auf dem Platz stehn kann. Dass er dann auch noch das allererste Tor der Wm schießt, ist auch so eine Wendung, die ein Drehbuchautor wohl kaum besser hätte erfinden können.
Was ich eine sehr schöne Sache fand, ist, dass die Spiele selber bzw. die Tore nur als "Erinnerungshilfe" und ohne Kommentar (ausgenommen Polenspiel), nur mit der einzigartig gut passenden Musik unterlegt, zusehen waren.
Was man vielleicht mittlerweile erkannt hat: Ich bin absolut begeistert von diesem Filmspektakel und kann nur jedem empfehlen, sich das nicht entgehen zu lassen, der von dem Sommer 2006 auch nur annähernd so berührt war wie ich.
Viele Grüße an euch alle!
Hinzugefügt am 03.08.2007 um 12:53 Uhr
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