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Ich lese gerade das mehr als empfehlenswerte, geniale Buch Wolf Hall (deutscher Titel: Wölfe) von Hilary Mantel, wahrscheinlich einer der besten Historienromane überhaupt. Dort geht es ja auch um diese ganze Boleyn-Geschichte. Deswegen wollte ich den Film hier auch sehen. Was man nun dazu sagen muss? Nun, ich persönlich denke einfach, dass der Stoff so ziemlich unverfilmbar ist. Die Tudors in Serienformat sind ja nun auch nicht gerade der Historie entsprechend, hier hingegen ist das noch viel weniger der Fall. Ich bin aber auch keiner dieser Filmnazis, die dann hier vernichtende Kritiken schreiben, weil die Geschichte etwas gedreht wird. Das dürfte in -jedem- Historienfilm irgendwo der Fall sein! Das Problem, was nun "Die Schwester der Königin" hat, ist ja, dass hier noch viel massiver zusammengekürzt wird. Am gravierendsten ist sicher, dass a) Henry seine Scheidung gewiss nicht allein aus Liebe wollte, sondern dahinter viel mehr stand. Die Sorge um Thronfolge war nach den Rosenkriegen ja eine wirklich ernste Sache - etwas, dass wir uns heutzutage kaum in dem Maße so vorstellen können. b) Werden die Ereignisse Schlag auf Schlag erzählt, wobei sich in der echten Historie ja über 7 Jahre von den ersten Verführungsversuchen Annes bis zur Heirat hinzogen! -- All das wollte ich nur mal erwähnt haben. Wie ist der Film nun? Gar nicht mal so schlecht für seine Prämissen. Gute Schauspieler allen voran: Natalie Portman und Scarlett Johansson sind ja sowieso meine heimlichen Traumfrauen. Ich muss aber sagen, dass Erstere voll und ganz Scarlett die Schau stiehlt, was aber auch am Drehbuch liegen mag. Das Drehbuch wiederum limitiert dann wohl auch den König. Mir hat Banas Darbietung aber gefallen, genauso wie die menschliche Zeichnung der drei Hauptfiguren allgemein. Anne Boleyn ist in dem Film hier weniger die grausame Frau zu der sie u.a. auch in dem oben erwähnten Wolf Hall gemacht wird. Es war schön dieser Interpretation einmal zu sehen. Dazu kommt eine tolle Ausstattung und eine nette Musik. --- Das Fazit also? Für den Rahmen, den sich der Film selbst setzt, funktioniert er, gerade in der ersten Hälfte. Gegen Ende hin wird es aber etwas überhastet. Wer sich also mit den vielen historischen Unkorrektheiten anfreunden kann und ganz einfach mal die Boleyns in einer menschlichen Form kennenlernen will, sollte sich den Film durchaus ansehen!
Hinzugefügt am 04.12.2011 um 13:30 Uhr Verstoß melden
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